Rammstein-Sänger hält Psychotherapien oft für rausgeschmissenes Geld

Für manche ist eine Psychotherapie der Weg zur lang ersehnten Lösung für Probleme. Rammstein-Sänger Till Lindemann hält das hingegen eher für Quatsch.

Rammstein Sänger Till Lindemann guckt nicht begeistert.
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Till Lindemann gehört mit seiner Band Rammstein zu den erfolgreichsten deutschen Rockbands überhaupt. Wenn mal Stress auf seinen Schultern lastet, dann bringt er sich am liebsten selbst wieder ins Gleichgewicht. Das hat der 57-Jährige in einem Interview mit dem Playboy verraten.

Oft rausgeschmissenes Geld für Luxusprobleme

Wenn Lindemann zu sich finden will, dann macht er sich eine Flasche Wein auf, geht jagen oder angeln. Er sagt im Interview, er glaubt ganz fest daran, dass man sich auch selbst therapieren kann. Zum Beispiel in der Natur. Für Psychotherapien findet er hingegen deutliche Worte:

Ich persönlich glaube, das ist oft rausgeschmissenes Geld für Luxusprobleme. Ich habe noch niemanden erlebt, dem es dadurch besser gegangen ist.

Till Lindemann im Playboy-Interview

Er ist sogar ganz vom Gegenteil überzeugt. Er kenne Leute, die von Therapien zurückgekommen waren und dann ganz anders waren. Bei Therapeuten würde man zu Egomanen oder Egozentrikern werden. Eben weil ein Therapeut einem erzählen würde, dass er was Besonderes sei. Das sei gerade in so einer Band sehr problematisch:

Gerade wenn du in einer Gruppe bist wie in einer Band: Sobald da fünf Leute sagen, das ist scheiße, was du da machst, und du willst als Einzelner deine Meinung durchdrücken, dann verlässt du die Demokratie und den Kollektivgeist. Dann funktioniert es nicht mehr.

Till Lindemann im Playboy-Interview

Missverstanden oder verletzend

Im Netz diskutieren viele Nutzer über Lindemanns Aussagen. Nicht zuletzt, weil sie nicht nur seine Meinung nicht nachvollziehen können, sondern sich als Betroffene womöglich verletzt fühlen:

Eine andere Nutzerin sieht die Debatte vollkommen überbewertet. Sie findet, dass Lindemann einfach nur missverstanden wurde und seine Aussagen im Kontext im Interview berechtigt seien: 

Und ein Nutzer, der hat seine Meinung lyrisch auf den Punkt gebracht. Mit einem Hit von Rammstein. Leicht umgedichtet auf die Interviewsituation, in der der Journalist Lindemann zu seiner Meinung über Therapeuten befragte:

Wer sich nicht gut fühlt, der sollte immer das Gespräch mit Freunden oder Familie suchen und ggf. professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Einen Therapeuten zu finden, ist oft keine leichte Sache, aber vielen Menschen geht es nach einer Behandlung besser. Wir haben mit einer Psychologin gesprochen und zusammengefasst was man tun kann, wenn es einem nicht gut geht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP AM ABEND | 12. November 2020 | 23:40 Uhr

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