Ferid Giebler - Bürgermeister Gemeinde Muldestausee
Bildrechte: Silke Stelter

Wette in Muldestausee: Muss Bürgermeister in der Goitzsche baden?

11.02.2019 | 12:39 Uhr

Eine spektakuläre Wette zwischen dem Bürgermeister und den Jugendlichen von Muldestausee sorgt für Aufsehen. Kommen 35.000 Euro für einen Skatepark in Pouch zusammen, steigt der Bürgermeister am 15. Februar in die eiskalte Goitzsche. Er musste für die Wette auch schon im Batman-Kostüm eine Gemeindesitzung leiten.

Ferid Giebler - Bürgermeister Gemeinde Muldestausee
Bildrechte: Silke Stelter

Seit Jahren warten die Jugendlichen der Gemeinde auf ihren Skate- und Sportpark in Pouch. Bisher fehlte Muldestausee dafür das Geld: 330.000 Euro würde der Bau kosten. Die Gemeinde muss dafür einen Eigenanteil von 65.000 Euro aufbringen. Der muss bis zum 15. Februar da sein.

Stall ausmisten, Gullys reinigen, Batman spielen

Um die Summe zu schaffen, haben der Jugendgemeinderat und der Bürgermeister Ferid Giebler (parteilos) gegeneinander gewettet. Schaffen die Jugendlichen, eine bestimmte Summe durch Spenden heranzuschaffen, erfüllt der 35-jährige verschiedene Aufgaben.

Einladung zum Finale der Spendenwette des Jugendgemeinderates Muldestausee
Bildrechte: Privat/Jugendgemeinderat Muldestausee

Die geringste Hürde, das waren die 5.000 Euro – dafür hab ich mich verpflichtet, die Gemeinderatssitzung im Batman-Kostüm zu leiten.

Die Kollegen im Stadtrat hätten bei der Aktion schon etwas komisch gekuckt, erzählt Giebler. "Aber es haben alle, gerade jetzt in der närrischen Zeit, mit einem Schmunzeln hingenommen", ist sich Giebler sicher.

Mit ihren Aktionen haben Bürgermeister und Jugendgemeinderat offenbar einen Nerv getroffen. Der Spendenaufruf im Netz läuft gut, mehr als 20.000 Euro sind bereits eingegangen. Für die Summe von 10.000 Euro eingeworbener Spendengelder muss der Bürgermeister gemeinsam mit dem Bauhof die Gullis der Gemeinde reinigen.

Letztendlich bekommen wir den Skatepark nur mit Fördermitteln hin. Deshalb haben wir im letzten Jahr einen Fördermittelantrag vorbereitet. Das wird gesamt circa 330.000 Euro kosten. Aber als Kommune müssen wir einen Eigenanteil stellen. Und der liegt bei 65.000 Euro. Und ich hab beim Jugendgemeinderat meine Bedenken angemeldet, dass das gelingen wird. Denn am 15. Februar muss das nachgewiesen sein. Da ist der Tag der Abrechnung.

Weitere Aufgabe für den Bürgermeister: Drei Stunden Schweine- oder Kuhställe eines Agrarbetriebes der Region ausmisten (bei 15.000 Euro eingeworbener Spendengelder). Oder: Bürgermeister Giebler wird beim finanziell stärksten Spender einen Tag als Praktikant arbeiten (bei 20.000 Euro Spenden). Diese Summe ist bereits erreicht. Ein konkreter Termin für diese Aktion steht aber noch nicht fest.

Aber die aufsehenerregendste Aktion wird sein, wenn die gesamt Summe eingespielt ist. Dann muss Giebler bei winterlichen Temperaturen baden gehen.

55.000 Euro haben wir, 10.000 Euro brauchen wir noch. Wenn das gelingt, werde ich am 15. Februar um 16.00 Uhr am Pegelturm in die Goitzsche steigen und dort bei egal was für Wetter eine Runde schwimmen.

Diesen Auftritt will sich sicherlich niemand in der Gemeinde entgehen lassen. Kurz vor Ende der Spendenkampagne fehlen weniger als 10.000 Euro.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. Februar 2019 | 11:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2019, 12:53 Uhr

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