Ist es erlaubt, in Springbrunnen zu baden?

Gerade bei heißen Temperaturen im Sommer versuchen Menschen in den Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine kleine Abkühlung zu erhalten. Verlockend sind da die unzähligen Brunnen, in denen vor allem Kinder gern spielen und planschen. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Kinder spielen bei Hitze an einem Springbrunnen
Im Springbrunnen baden: Das ist nicht überall erlaubt. Bildrechte: imago images / snapshot

Mit den Füßen ins Wasser oder komplett darin baden: Rein theoretisch ist alles in einem Brunnen möglich. Mitten in der Stadt sieht das nach der perfekten Erfrischung im Sommer aus. Ob das erlaubt ist, regelt jede Stadt selbst. Viele Gemeinden haben das Brunnen-Baden komplett verboten.

Verbote in Magdeburg, Dresden und Leipzig

30 Euro Strafe kann es kosten, wenn in Dresdner Brunnen gebadet wird. Laut der Stadt hat das generelle Verbot einen wichtigen Grund: „In den Wasserbecken der Springbrunnen besteht eine große Verletzungsgefahr“, teilt die Stadt auf Anfrage von MDR JUMP mit. Rohre und Ventile liegen unter der Wasseroberfläche, welche potenziell gefährlich werden können. Auch die Wasserqualität sei nicht zum Baden geeignet. Teilweise sei das Wasser verunreinigt, heißt es weiter.
In Leipzig kann der erfrischende Badeausflug sogar bis zu 5.000 Euro Strafe kosten. Das ist in der Polizeiverordnung geregelt.
Auch in Magdeburg ist das Baden in Brunnen verboten: „Weil Menschen in Magdeburg in der Regel in Strand- und Freibädern baden“, sagt Michael Reif von der Stadt im Gespräch mit MDR JUMP.

Erfurt: Verboten aber mit Ausnahmen

Auch die Stadt Erfurt verbietet das Baden in öffentlichen Brunnenanlagen. Anja Schulz von der Stadt Erfurt sagt im Gespräch mit MDR JUMP:

In dem Moment, wo wir etwas erlauben, müssen wir auch die Sicherheit gewährleisten

Anja Schulz, Stadt Erfurt

Da die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, ist auch in Erfurt das Baden verboten. Allerdings gibt es ein paar inoffizielle Ausnahmen, wie die Stadt mitteilt. Das Baden wird geduldet, wenn ein Brunnen offensichtlich begehbar ist. So wurde zum Beispiel der Brunnen am Platz der Völkerfreundschaft extra so gestaltet. Die Grünanlagensatzung verbietet das Betreten solcher Brunnen aber generell. Das Ordnungsamt drückt hier also ein Auge zu.

Kinder spielen in einem Springbrunnen
Bildrechte: Colourbox.de

Jena: Kein pauschales Verbot

Die Stadt Jena hat in ihren Satzungen kein generelles Badeverbot für Brunnenanlagen. „Es ist nicht verboten, es ist aber auch nicht ausdrücklich erwünscht“, sagt Christian Philler von der Stadt im Gespräch mit MDR JUMP. Auch hier wird die Wasserqualität als Grund genannt: „Der Wasserpegel ist nicht besonders hoch. Da kann es sein, dass sich dort an heißen Tagen Bakterien einlagern“, sagt er weiter. Allerdings seien die Anlagen ansonsten sicher. Auf Scherben und Verunreinigungen würden die Brunnen regelmäßig kontrolliert werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 07. August 2020 | 12:45 Uhr

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