Preisschock an den Zapfsäulen: Warum ist Tanken so teuer?

Waren wir 2020 verwöhnt von niedrigen Spritpreisen, heißt es jetzt oft: tapfer sein beim Tanken. Benzin und Diesel sind derzeit so teuer wie lange nicht. Doch warum eigentlich?

Tanken mit Maske
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Die Spritpreise ziehen weiter an. Der Preis für einen Liter Super E10 kletterte im bundesweiten Durchschnitt auf 1,354 Euro, das sind 0,6 Cent mehr als vergangene Woche. Diesel verteuerte sich um einen halben Cent und kostet derzeit durchschnittlich 1,237 Euro. Dies ergibt die wöchentliche Auswertung des ADAC.

Gründe für den Preisanstieg seit Jahresbeginn gibt es mehrere:

  • CO2-Preis und Mehrwertsteuer

Seit dem 1. Januar werden pro Tonne CO2-Emission 25 Euro fällig. Dadurch wurde Diesel um rund 8 Cent pro Liter teurer, Benzin stieg um etwa 7 Cent. Zudem wirkt sich die Rückkehr zum alten Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent an den Tankstellen aus. Zusammengerechnet macht das im Vergleich zum Vorjahr einen Preissprung um rund zehn Cent mehr pro Liter Benzin und elf Cent bei Diesel aus.

  • Ölpreis

In den ersten Monaten der Corona-Pandemie ging der Ölpreis in den Keller. Es gab zeitweise sogar einen Negativpreis. Verkäufer mussten Geld bezahlen, damit ihnen jemand Öl abnimmt. Daraufhin wurde die Ölproduktion heruntergefahren und der Ölpreis stabilisierte sich. Nach dem ersten Lockdown normalisierte sich das Leben etwas und die Nachfrage nach Öl stieg wieder.

Da jetzt im zweiten Lockdown die Industrie kaum betroffen ist, hält die Nachfrage an. Die Erdölproduktion ist aber noch nicht wieder auf altem Niveau. Das bedeutet, das Angebot wird (künstlich) knapp gehalten und die Preise sind dementsprechend hoch. Lange soll das aber nicht so weitergehen. Nach Überzeugung von Wirtschaftswissenschaftlern wird der Ölpreis wieder runtergehen und damit auch die Spritpreise.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 19. Januar 2021 | 23:00 Uhr

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