Chihuahua Buffy mit Toilettenpapier bei einem Fotoshooting im Fotostudio
Bildrechte: imago images / Future Image / B. Schubert

Tolle Rolle: Toilettenpapier in allen Lebenslagen

23.08.2019 | 16:30 Uhr

Die weiße Rolle ist aus keinem Haushalt wegzudenken, kann auch beim Abistreich zum Einsatz kommen und spaltet gleichzeitig die Gesellschaft mit der Frage, wie rum man sie aufhängt. Seit Menschengedenken müssen Menschen zur Toilette. Und seit fast 100 Jahren begleitet uns dabei das Toilettenpapier. Hier sind ein paar Funfacts, die du in die nächste Smalltalkrunde einstreuen kannst, wenn du keine Lust mehr hast, übers Wetter zu reden.

Chihuahua Buffy mit Toilettenpapier bei einem Fotoshooting im Fotostudio
Bildrechte: imago images / Future Image / B. Schubert

Früher war nicht alles besser

Das erste industriell hergestellte Toilettenpapier gab es 1857 in den USA. Seit 1890 wird es auf Rollen angeboten. Das Papier damals war einlagiges Krepppapier. Aber auch schon in der Bronzezeit (etwa 2200-800 v. Chr.) gab es Toilettenpapiervorläufer. Archäologische Funde im Salzbergwerk Hallstatt lassen vermuten, dass Menschen damals Pestwurzblätter verwendeten. Die Pflanze enthält antiseptische Inhaltsstoffe.

Das Tissue-Papier, was Toilettenpapier heute ist, ging 1922 in den USA in die Massenproduktion und kam 1958 nach Deutschland. Allerdings nur in die damalige BRD. In der DDR gab es weiterhin bloß Krepppapier.

Nur etwa ein Viertel der Deutschen kaufen privat Recycling-Toilettenpapier. In Firmen, Schulen, Krankenhäusern und Kommunen dominieren dagegen die einlagigen Rollen aus recyceltem Papier. Das ist für die Unternehmen nicht nur billiger, sondern schont auch die Umwelt. Recycling-Papier kann bis zu sieben Mal wiederverwendet werden, bevor wir es als Toilettenpapier in die Kanalisation spülen. 

Von der ersten Toilettenpapierfabrik bis in den Discounter

Eine Frau in einem Kleid aus Toilettenpapier
Kaum zu glauben: Dieses Kleid ist aus Toilettenpapier gemacht. Bildrechte: imago images / China Foto Press

Auf dem Markt tummelt sich eine große Menge an Firmen, die Toilettenpapier vertreiben. Mit Abstand am beliebtesten sind bei den Deutschen die Hausmarken von Discountern. Bei einer Umfrage von 2018 gab etwa die Hälfte der Befragten an, diese zu bevorzugen.

Mit dem feuchten Toilettenpapier ist das aber so eine Sache. Es sorgt nämlich für Verstopfungen. Zwar nicht im Darm, dafür aber in den Kläranlagen. Denn während sich normales Toilettenpapier im Abwasser auflöst, ist das feuchte um einiges stabiler, kommt fast unbeschädigt in den Klärwerken und verstopft dort die Pumpen. Das liegt daran, dass es nicht aus Zellulose besteht, sondern aus Vlies, also Textilfasern.

Toilettenpapier in Kunst und Kultur

Im Jahr 2004 wurde im Auftrag eines Papierherstellers ein Werbespot mit Ortsschildern gedreht, die einen Bezug zur Toilette haben. Neben Orten wie Meinkot oder Mönchengladbach-Kothhausen war auch Unterkaka in Sachsen-Anhalt für Mitteldeutschland mit im Rennen. Die Einwohnerinnen und Einwohner erhielten damals gratis Toilettenpapier, dafür dass ihr Ortsschild im Spot dabei war.

Die Patentzeichnung zum Toilettenpapier
Die Toilettenpapierrolle zum Aufhängen wurde übrigens 1891 patentiert und auf den Skizzen zur Erfindung ist das Papierende der Rolle vorne. Bildrechte: Google Patent Database

Im Gegensatz zu Erwachsenen scheinen Toilette und Toilettenpapier für Kinder nicht so ein Tabuthema zu sein. Du kennst aus deiner Kindheit doch sicher auch das Lied von den Gestalten auf dem Donnerbalken, die nach Klopapier schrien, oder? Wer es gedichtet hat, ist nicht bekannt. Die Berliner Band K.I.Z. hat 2009 eine Coverversion des Liedes aufgenommen. Das Album „Sexismus gegen Rechts“, auf dem auch das Lied „Klopapier“ ist, war eine Woche in den Top Ten der deutschen Albumcharts.

Und für alle, bei denen der Haussegen schief hängt, weil man sich nicht einigen kann, wie rum die Rolle aufgehängt wird, wurde 1996 in den USA etwas Praktisches erfunden: Ein Toilettenpapierrollenhalter, der sich um 180 Grad drehen lässt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 26. August 2019 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 16:37 Uhr

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