Tipps fürs Home-Office

25.03.2020 | 14:24 Uhr

Wenn man immer den Computer vor der Nase hat und die Kinder den ganzen Tage unter dem Schreibtisch toben, kann Home-Office die Hölle sein. Wichtig ist vor allem Struktur.

Eine Frau sitzt gemütlich auf einem Sessel und Arbeitet
Bildrechte: imago images / Hans Lucas

Wer jahrelang um die selbe Zeit ins Büro gefahren ist, immer den selben Kaffee gekocht hat, auf der Kaffeemaschine, die es auch schon seit ein paar Jahren nicht mehr lange macht, dem fällt das Arbeiten von zu Hause aus sicher schwer.

Psychiater und Neurowissenschaftler Volker Busch hat ein paar ganz einfache Tipps um trotz Home-Office produktiv zu sein und nicht zu viel zu arbeiten.

1. Schaff dir eine Struktur

Am Anfang ist es vielleicht verführerisch, auszuschlafen und im Pyjama auf der Couch zu arbeiten. Auf die Dauer führt das aber nur zu Chaos im Gehirn, sagt Busch.

Man muss sich selbst Regeln geben.

Dazu gehört, möglichst immer um die gleiche Zeit mit der Arbeit beginnen, sich genauso anziehen, als würde man sich für die Arbeit fertig machen und auch klar einen Feierabend festsetzen. Die Struktur hilft, produktiv zu bleiben und den Feierabend dann auch wirklich genießen zu können.

Pausen sind hier auch wichtig. Psychiater und Neurowissenschaftler Busch empfiehlt, alle 90 Minuten 10 Minuten Pause zu machen. In dieser Zeit könne man ruhig den Geschirrspüler ausräumen oder mit dem Hund raus gehen. Wichtig ist nur, dass man sich nicht mit Arbeit beschäftigt.

2. Organisiere dir einen Arbeitsplatz

Wenn man immer dort arbeitet, wo gerade Platz ist, wird das wahrscheinlich zu weniger Leistung und Fokus führen.

Wer ein Arbeitszimmer zu Hause hat, hat in dem Fall leichtes Spiel. Wer keins hat, der sollte sich nach Möglichkeit einen Ort schaffen, an dem er ungestört arbeiten kann. Das hilft einerseits, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, andererseits aber auch, sich dann zu erholen, wenn man nicht am Arbeitsplatz sitzt.

Volker Busch empfiehlt, sich auch ruhig ein bisschen Zeit dafür zu nehmen. Denn steht der Arbeitsplatz einmal, profitiert man nachhaltig davon, sagt er.

3. Bringe deinen Kindern konzentriertes Arbeiten bei

Wer Kinder zu Hause hat weiß, dass die genau immer dann unruhig werden und toben, wenn ihre Eltern gerade konzentriert arbeiten wollen. Psychiater und Neurowissenschaftler Busch gibt unumwunden zu: Das ist eine Herausforderung. Sein Tipp ist, mit den Kindern Zeiten zum konzentrierten Arbeiten festlegen.

Ein bis zwei "stille Stunden", am besten Vormittags seien schon ausreichend. Damit das auch eingehalten wird, könne man den Kindern beispielsweise Aufgaben geben, die sie in der Zeit alleine lösen müssen.

4. Locker bleiben

Vielleicht Volker Buschs wichtigster Tipp ist es, diese Ausnahmesituation auch als Lernerfahrung zu begreifen. Dazu gehört auch, nicht auf Anhieb Perfektion von sich zu erwarten. Denn selbst Menschen, die seit Jahren von zu Hause aus arbeiten, haben immer mal Schwierigkeiten, sich selbst zu motivieren.

Dr. Volker Busch
Bildrechte: privat

Volker Busch Er ist Psychiater und Neurowissenschaftler an der Universität Regensburg. Dort erforscht er unter anderem, wie Stress sich auf den Körper auswirkt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 24. März 2020 | 14:15 Uhr

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