06.04.2020 | 19:41 Uhr TU Dresden: Studieren übers Internet zum Semesterbeginn

An der TU Dresden hat das Sommersemester begonnen - allerdings ohne Studenten in den Hörsälen. Wer für Maschinenwesen eingeschrieben ist, sitzt in den nächsten Wochen vor allem am heimischen Computer. Auch zum Praktikum. Wie das funktionieren soll, erklärt Studiendekan Prof. Stephan Odenbach.

Ein leerer Hörsaal im Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden.
In den kommenden Wochen werden die Plätze im Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden weiter leer bleiben. Bildrechte: dpa

Eigentlich ist zum Beginn eines neues Semesters immer jede Menge Betrieb in den Fluren der TU Dresden. Nur in diesem Jahr ist alles anders: Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Gänge wie leergefegt - und so wird es vorerst auch bleiben. Doch wie soll das Studieren so funktionieren? Prof. Stefan Odenbach ist Studiendekan für Maschinenwesen und erklärt im Gespräch mit MDR SACHSEN: "Wir haben in den letzten drei Wochen massiv an Umstellungen gearbeitet, haben Tools getestet, über Übungen nachgedacht."

Fakultät gibt 100 Prozent

Wer an der TU Dresden Maschinenwesen studiert, wird in den kommenden Wochen hauptsächlich vor dem Bildschirm sitzen. Die Fakultät hat sich einiges vorgenommen: Übungen sollen in Matrix-Räumen stattfinden, Vorlesungen ins Internet gestreamt werden, aber auch als Download bereitstehen. Ob das alles so klappt? "Wir haben 660 Veranstaltungen vor, davon sind drei prekär. Der gesamte Rest findet statt. Wir können also schon davon ausgehen, dass 100 Prozent stattfinden", meint Odenbach.

Die Krise als kreative Bereicherung

Vorlesungen und vielleicht auch Seminare sind vielleicht noch recht einfach mit Videos und Chats zu ersetzen. Doch gerade in den Naturwissenschaften spielen Praktika eine große Rolle. Auch dafür gibt es laut Odenbach eine Lösung: "Natürlich erfordert das komplett neue Konzepte. Wenn Sie ein Praktikum machen, muss man sich überlegen, wie man das macht, wenn man nicht an die Geräte kann. Aber es gibt eine Menge Ideen. Zum Beispiel Heimversuche." Die Krisensituation habe aufgrund der vielen kreativen Ideen auch etwas Bereicherndes, meint der Professor.

Realitätscheck beginnt

In den kommenden Wochen wollen die Verantwortlichen schauen, wie es mit dem Heimstudium funktioniert. Klar ist aber: Irgendwie muss es gehen, denn das Semester ausfallen zu lassen, ist Odenbach zufolge keine Option. Vorerst ist das Online-Studium bis Anfang Mai geplant, doch "wir stellen uns darauf ein, dass wir länger online arbeiten müssen. Und wir werden diese Konzepte auch weiterentwickeln müssen. Denn es ist nun mal so: Wenn Pläne auf die Realität treffen, dann muss man in der Regal noch mal nachdenken."

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.04.2020 | 18:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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