02.04.2020 | 05:31 Uhr Diese Gartenarbeiten stehen jetzt an

Die kalten Temperaturen der vergangenen Tage und Nächte machen vielen Hobbygärtnern zu schaffen. Unsere MDR-SACHSEN-Gartenexpertin Helma Bartholomay weiß, was es nun im Garten zu beachten gilt und welche Arbeiten jetzt erledigt werden müssen.

Eine Hand mit Gartenschere verschneidet Äste an einem Baum
Bildrechte: COLOURBOX

Welche Arbeiten können wir jetzt gerade im Garten erledigen?

Da gibt es jede Menge zu tun! Zum Beispiel die Beete sauber machen und Stauden runterschneiden, falls Sie das noch nicht erledigt haben. Sicher ist auch bei dem ein oder anderen an den Ziersträuchern noch etwas zu schneiden. Die Rosen waren ja bis jetzt noch durch den Frost gefährdet, aber auch da könnte man nun langsam loslegen. In Schalen oder in Töpfen steht die Vor-Aussaat an. Auch die Kübelpflanzen kann man schon einmal inspizieren.

Wie sieht es mit Pflanzen aus, die bereits geblüht haben und nun erfroren sind? Können diese Pflanzen noch einmal austreiben?

Es kann sein, dass die Triebspitzen beschädigt sind. Da kommt es aber darauf an, um welche Pflanze es sich handelt. Umso weiter die Blüten gediehen waren, umso schlechter sieht es für sie aus. Wenn die Triebe erst ganz zart waren, muss nicht so weit zurückgeschnitten werden. Ich empfehle zu warten, bis es wärmer geworden ist. Wenn Sie sich den Schaden dann genau ansehen, wissen Sie, wo genau Sie die Schere ansetzen müssen.

Trieb eines Strauchs
Oft gibt es Hoffnung für Pflanzen mit erfrorenen Trieben Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Und was gilt bei Rosenpflanzen?

Also generell schneiden viele ihre Rosen erst im Frühjahr. Für viele gilt zum Beispiel der Stichtag der Forsythienblüte. Durch den späten Frost in diesem Jahr gibt es nun unerwartete Probleme. Es bleibt uns Gärtnern daher nichts anderes, als zu schauen, ob unter den erfrorenen Knospen noch Reserveknospen sind. Also welche, die unterhalb der beschädigten Stelle liegen. Wenn das der Fall ist, könnte man nochmal nachschneiden. Ich empfehle generell den Rosenschnitt lieber später als eher.  

Kann man Pflanzen vom Balkon schon raus ins Freiland pflanzen? Zum Beispiel Christrosen?

Wenn die Pflanzen draußen auf einem ganz normalen Balkon gestanden haben, dann sind die Pflanzen die Temperaturen schon gewohnt. Dann kann man sie einfach auspflanzen. Bei Christrosen empfehle ich dafür eine kalkhaltige Erde. Am besten humose Erde, gern auch leicht lehmig. Der Standort sollte ein bisschen geschützt sein. Also keine pralle Sonne. Bei uns stehen die Christrosen unter einem großen Kirschbaum. Es sollte allerdings keine zu starke Konkurrenz von Flachwurzlern in der Nähe sein.

Weiß blühende Staude
Christrosen sollten nicht zu sonnig stehen Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Mit der Gartensaison beginnt für viele auch der Ärger mit Schädlingen. Wie erkenne ich zum Beispiel Spinnmilben?

Das sind winzig kleine Tierchen, die wir mit bloßem Auge nicht sehen können. Typisch ist, dass es auf dem befallenen Blatt erstmal ein bisschen hell wird und später dann so papierähnlich, also richtig trocken. Und dort ist es eben immer dann erst richtig sichtbar, wenn schon ein sehr starker Befall da ist. Und dann wird es schwer mit der Bekämpfung.

Das Interview führte Thomas Hehde.

Quelle: MDR/leo

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Gartensprechstunde | 01.04.2020 | 11:00 Uhr

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