Frau und Mann mit Reiseprospekten und Laptop zu Hause auf dem Sofa.
Bildrechte: imago/wolterfoto

Das sollten Arbeitnehmer für ihre Urlaubsplanung wissen

16.01.2019 | 12:00 Uhr

Darf mein Chef entscheiden, wann ich Urlaub mache? Oder: Kann ich mir ungenutzten Urlaub bar auszahlen lassen? Und: Was tun, wenn ich im Urlaub krank werde? Hier findest du alles Wissenswerte rund um das Thema "Urlaub".

Frau und Mann mit Reiseprospekten und Laptop zu Hause auf dem Sofa.
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Ein Punkt der zu Jahresbeginn im Kollegenkreis zu Problemen führen kann, ist meist die Urlaubsplanung. Eltern sind darauf angewiesen, in den Schulferien Urlaub zu nehmen. Andere müssen noch ihren Resturlaub verplanen. Aber welche Rechte haben Arbeitnehmer in Sachen Urlaub?

Wie viele Urlaubstage stehen mir zu?

Der Grundsatz: Arbeitet ein Arbeitnehmer fünf Tage in der Woche, stehen ihm mindestens 20 Tage Urlaub zu. Das regelt das Bundesurlaubsgesetz. Allerdings dient hier als Berechnungsgrundlage eine Sechs-Tage-Woche, deshalb ist dort von 24 bezahlten Urlaubstagen die Rede.

In Tarif- oder Arbeitsverträgen kann von dieser Regelung abgewichen werden, wenn die neue Regelung für den Arbeitnehmer günstiger ist. Deshalb sind heute auch 30 Urlaubstage üblich. Laut Arbeitszeitmonitor 2016 hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland im Durchschnitt 27 Tage Urlaub. Wie viele Urlaubstage einem konkret zustehen, ist also im Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt.

Dort sind dann auch Regelungen über Sonderurlaub zu finden. Dann gewährt der Arbeitgeber zusätzliche Urlaubstage, beispielsweise für Hochzeit, Umzug oder Geburt des eigenen Kindes.

Darf ich meinen Urlaub frei planen?

Grundsätzlich kann der Arbeitnehmer seinen Urlaub frei planen. Allerdings kann der Chef bei "dringenden betrieblichen Gründen" den Urlaubswunsch ablehnen. Solche Gründe können ein anstehender Großauftrag sein, personelle Engpässe oder Inventurarbeiten für den Jahresabschluss. Bedeutet: Kann der Chef starke Gründe vorlegen, darf er eine Urlaubssperre verhängen.

Auch bei "sozialen Gründen" kann der Chef sein Veto in Sachen Urlaubsplanung einlegen. Wenn es etwa zu einer Kollision mit den Wünschen anderer Mitarbeiter kommt - die an einen Termin gebunden sind, weil sie schulpflichtige Kinder haben. Da gilt meist die Faustregel: Wer mehr Kinder hat, wird bei der Terminvergabe bevorzugt. Allerdings darf es auch nicht so sein, dass der kinderlose Arbeitnehmer immer zurück steckt.

Was passiert, wenn ich im Urlaub krank werde?

Klar, wer im Urlaub krank wird, kann sich nicht richtig erholen. Deshalb bleiben die Urlaubstage bestehen. Allerdings nur, wenn die Krankheit mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen wird. Dann werden die Krankheitstage nicht auf die zur Verfügung stehenden Urlaubstage angerechnet. Achtung: Auf der sicheren Seite ist, wer den Krankenschein schon am ersten Tag der Krankheit dem Chef vorlegt.

Kann ich meinen Resturlaub ins neue Jahr übertagen?

Ein Übertragungsanspruch besteht grundsätzlich nur für den Fall, dass der Erholungsurlaub in dem betreffenden Kalenderjahr wegen dringender betrieblicher oder in der Person des Arbeitnehmers liegender Gründe – hierzu gehört eine längere Erkrankung – nicht in Anspruch genommen werden kann. Allerdings enthalten Arbeitsverträge oder Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge meist besondere Regelungen, die die Möglichkeit einer Übertragung unter einfacheren Bedingungen vorsehen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabemdshow | 16. Januar 2019 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 20:39 Uhr

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