Urteil: Verivox muss auf eingeschränkte Auswahl der Anbieter hinweisen

Das Vergleichsportal Verivox hat eine Rüge vom Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe kassiert. Offenbar wurden Verbrauchern wesentliche Informationen vorenthalten.

Vergleichsportal Verivox
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Das Vergleichsportal Verivox hat wohl nicht mit offenen Karten gespielt. In dem Fall, der vor Gericht landete, geht es speziell um den Vergleich von Privathaftpflichtversicherern.

Hälfte alle Anbieter fehlte

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski erklärt:

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
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Verivox bietet ja Vergleiche für alles mögliche an: Strom, Handy, DSL und unter anderem auch private Haftpflichtversicherungen. Allerdings haben sie nur diejenigen Gesellschaften aufgeführt, mit denen Verivox Vermittlungsprovision vereinbart hat.

Beim Vergleich fehlte nahezu die Hälfte aller Anbieter, darunter viele große Versicherer wie Allianz, Huk-Coburg und die Continentale. Das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) entschied: Das sei unlauterer Wettbewerb und eine Täuschung des Verbrauchers. Damit gab es einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands statt.

Das OLG sagt: Okay, ihr seid zwar nicht verpflichtet, dass hier alle Versicherungen komplett abgebildet sind. Wenn ihr aber tatsächlich nur die aufführt, die bei euch auf der Payroll stehen, dann müsst ihr das auch so sagen.

Nutzer und Nutzerinnen der Seite konnten das Fehlen der Versicherer nämlich nicht klar erkennen. Der Vermerk war hinter zwei Links versteckt. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wurde eine Revision zum BGH zugelassen.

Ich bin mir sehr sicher, dass der BGH das Ding durchwinkt. Und wenn der das einmal gesagt hat, dann müssen sich alle Vergleichsportale daran halten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 22. Oktober 2021 | 19:20 Uhr

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