Vollmond hinter einer Baustelle mit Kran
Bildrechte: IMAGO/Arnulf Hettrich

Diese Vollmondmythen solltest du kennen

23.10.2018 | 54:87 Uhr

Der Vollmond beflügelt seit Urzeiten die Fantasie. Manchen Menschen sollen sich zum Beispiel bei Vollmond in Werwölfe verwandeln. Haare sollen aber auch so zu Vollmond besonders gut wachsen. Was ist dran an den Mythen?

Vollmond hinter einer Baustelle mit Kran
Bildrechte: IMAGO/Arnulf Hettrich

Der Mond hat durchaus Einfluss auf das Geschehen auf der Erde: So gehen zum Beispiel Ebbe und Flut auf seine Schwerkraft zurück. Zahlreiche Ratgeber und Kalender sprechen dem Mond aber noch ganz andere Fähigkeiten zu. Das meiste davon ist allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Schlecht schlafen bei Vollmond

Dieser Mythos stimmt, wenn man Schlafforschern glaube kann. Warum, das ist allerdings noch ein Rätsel. Eine Theorie besagt, dass Vollmond den Melatonin-Stoffwechsel stört. Das Hormon wird verstärkt bei Dunkelheit ausgeschüttet und sorgt dafür, dass wir gut einschlafen. Ist es zu hell, wird zu wenig davon ausgeschüttet. Eine andere Theorie ist, dass es sich bei dem Mythos um eine selbsterfüllende Prophezeihung handelt: Weil wir befürchten, schlecht zu schlafen, schlafen wir schlecht.

Mehr Geburten bei Vollmond

Das ist Quatsch und das wurde sogar in Studien bewiesen. Forscher der Uni Wien haben zum Beispiel die Geburtenzahlen in Österreich zwischen 1970 und 1999 ausgewertet. In den 371 Mondzyklen konnten sie bei 2,8 Millionen Geburten keine Häufung in Vollmondnächten feststellen. Ähnliche Studien wurden auch in Deutschland durchgeführt, alle mit dem gleichen Ergebnis: Die Zahl der Geburten hat mit den Mondphasen wenig zu tun.

Haare wachsen schneller bei Vollmond

Hier sind sich Mondkalender und Expertern uneins: Wachsen Haare schneller oder langsamer bei Vollmond. Wie schnell oder langsam Haare wachsen, ist bei jeder Person genetisch festgelegt. Der Mond hat damit rein gar nichts zu tun. Auch das ist ein Mythos.

Vollmond beeinflusst Pflanzen

Für die Pflanzenwelt scheint der Mond dann doch wieder Bedeutung zu haben. So will ein britischer Forscher einen Zusammenhang zwischen den Gezeiten und der Stellung der Blätter an Bäumen erkannt haben. Eine schwedische Biologin hat sogar eine Pflanze entdeckt, die ihre Pollen nur bei Vollmond abgibt.

Woher kommen eigentlich die Vollmond-Mythen?

Der Kulturwissenschaftler Helmut Groschwitz von der Uni Regensburg hat ein ganzes Buch über Mondkalender und ihre Ursprünge geschrieben. Sie sind, schreibt er, ein relativ modernes Phänomen. Angeblich seit Generationen überliefertes Mondwissen konnte Groschwitz bei seiner Studie nicht finden. Stattdessen seien verschiedene Versatzstücke zu einem Regelwerk zusammengewürfelt worden, dass vor allem an moderne Zeiten angepasst wurde.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 23. Oktober 2018 | 15:41 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2018, 08:33 Uhr

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