Eine Frau packt eine Palette aus.
Unverpackt-Laden in Madgeburg. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt

Earth Day gegen Plastik Deutsche mögen Unverpackt-Läden - gehen aber nicht hin

Der Plastikmüll ist ein Menschheitsproblem. Die Deutschen finden Läden für Lebensmittel ohne Verpackung deswegen sympathisch. Trotzdem gehen nur wenige dort einkaufen. Eine Studie hat untersucht, woran das liegt.

Eine Frau packt eine Palette aus.
Unverpackt-Laden in Madgeburg. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt

Die immer weiter wachsenden Mengen von Plastikmüll stellen ein zentrales Menschheitsproblem dar, das mittlerweile auch sehr viele Deutsche beschäftigt. Bei einer Umfrage von Splendid Research, einem Institut für Marktforschung, fanden 71 Prozent der Befragten das Konzept sogenannter Unverpackt-Läden gut. Dort werden Lebensmittel ohne Verpackung angeboten, Kunden müssen ihre eigenen Behälter mitbringen. Eine Einsicht wie gemacht für den "Earth Day", der wie jedes Jahr am 22. April stattfindet, und der in diesem Jahr den Plastikberg thematisiert.

Allerdings bedeutet die Zustimmung nicht wirklich, dass sich auch das Einkaufsverhalten geändert hat. Von den 1.016 Bundesbürgern, die die Markforscher im März befragt haben, waren bislang nur acht Prozent in einem Unverpackt-Laden einkaufen. Vielen fehlt es dafür offenbar an der Möglichkeit: etwas mehr als jeder zweite (51 Prozent) sagte, es gebe keinen solchen Laden in seiner Nähe.

Gewohnheiten entscheiden

Doch auch wer einen Unverpackt-Laden nutzen könnte, muss erst noch überzeugt werden. 58 Prozent derjenigen, die bislang nicht dort einkaufen gehen, äußerten Zweifel, ob Produkte ohne Verpackung hygienisch seien. Besonders bei flüssigen Produkten wie Joghurt und Honig ist die Scheu groß; Obst, Gemüse und Nüsse hingegen werden gerne ohne Verpackung gekauft. Das seien die Konsumenten offenbar bereits aus normalen Kaufhallen gewohnt, sagen die Studienautoren.

Wer hingegen Unverpackt-Geschäfte nutzt, hat oft ein besseres Umweltgewissen. 72 Prozent gaben an, Umweltschutz spiele als Motiv die zentrale Rolle für sie. 27 Prozent waren zudem begeistert von der Möglichkeit, sich auf diese Weise selbst zusammenstellen zu können, was sie konkret kaufen wollten.

Plastikrechner gegen Müll

In den USA hat die Umweltorganisation Earth-Day-Network zum diesjährugen Tag der Erde einen Plastikrechner für Verbraucher online gestellt. Damit können User nun nachrechnen, für welche Mengen Plastikmüll sie tatsächlich verantwortlich sind. Den Umweltschützern zufolge wurden bislang insgesamt 8,2 Milliarden Tonnen Plastik neu produziert, aber nur neun Prozent davon auch recycelt. Ein persönliches Plastikmülltagebuch soll Verbrauchern nun dabei helfen, die persönlich genutzt Plastikmenge zu reduzieren.

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN Radio Dienstags direkt | 10. April 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2019, 13:34 Uhr

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