Weihnachtsmärkte: wo sie stattfinden, unter welchen Bedingungen und welche abgesagt sind

Bis Weihnachten ist es nicht mehr lange und die Vorbereitungen für die Weihnachtsmarktsaison laufen auf Hochtouren. Ganz oben auf der Liste: der Schutz vor Corona. Denn davon hängt ab, ob Märkte überhaupt stattfinden können.

Abendstimmung über dem Altmarkt, wo am 27.11.2019 der Striezelmarkt offiziell eröffnet wurde. Jetzt können die Besuchermassen bis zum 24.12.2019 strömen
Der Striezelmarkt im vergangenen Jahr. Bildrechte: Christian Essler

Der berühmte Striezelmarkt in Dresden soll stattfinden, das hat die Stadt schon im August bestätigt. Er soll aber später stattfinden und sehr viel größer werden. „Wir müssen aufpassen, dass es nicht zu Hotspots kommt", hat Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert erklärt.

Weihnachtsmärkte zu Corona-Zeiten

Striezelmarkt Dresden. Herrnhuter Weihnachtssterne werden an einem Verkaufsstand angeboten - sterne in gelb und rot, Nah
Bildrechte: dpa

Und auch in Thüringen sollen Weihnachtsmärkte stattfinden: "Wir können und wollen uns Weihnachtsmärkte vorstellen", sagte der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow. Das macht nicht nur vielen Schaustellern und Budenbesitzern Hoffnung, die durch den Ausfall vieler Veranstaltungen im Frühjahr große Einbußen hatten.

Auch die Teilnehmer und Schausteller vom Magdeburger Weihnachtsmarkt hoffen auf die Einnahmen aus dem Weihnachtsgeschäft. Die Stadt Magdeburg schreibt auf ihrer Webseite, das viele Schausteller und Markthändler durch Umsatzeinbußen in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind. Aber die Stadt erwartet auch, dass die Einnahmen vom Weihnachtsmarkt 2020 wohl unter den Einnahmen der letzten Jahre bleiben werden.

An Corona angepasste Bedingungen

Wenn Weihnachtsmärkte stattfinden, werden sie in diesem Jahr wohl anders aussehen, als wir sie kennen. Dichtes Gedränge, wie es auf großen Weihnachtsmärkten oft herrscht, könnte zum Problem werden. Auch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen, wie Abstand halten und Maske tragen, muss geprüft werden.

Sachsen

In Sachsen richten sich alle Augen natürlich auf den Dresdner Striezelmarkt. „Rund 180 Händler seien am angestammten Platz auf dem Altmarkt vor der Kreuzkirche zu finden, 40 weitere sind erstmals am Terrassenufer", sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert der Nachrichtenagentur dpa. So sollen Besucherströme besser gelenkt werden. Aber eine generelle Maskenpflicht oder ein generelles Alkoholverbot werde es nicht geben, erklärt der Dresdner Oberbürgermeister. Der Dresdner Striezelmarkt wird vom 23. November bis 24. Dezember auf dem Altmarkt und am Terrassenufer geöffnet.

Der Weihnachtsmarkt in der Münzgasse in Dresden wurde bereits abgesagt, da sich Auflagen wie Kontaktnachverfolgung und Einzäunung nicht realisieren ließen.

Die Stadt Leipzig hat diese Woche ihre Pläne für Weihnachtsmarkt bekanntgegeben. Demnach soll der Markt dieses Jahr wesentlich kleiner sein, als die letzten Jahre. Buden mit Glühwein oder Bratwurst soll es dieses Jahr nicht geben. Außerdem soll sich der Markt vor allem auf den Marktplatz vor dem alten Rathaus beschränken. Dafür soll er ohne Umzäunung stattfinden und ohne Registrierung zugänglich sein.

Auch Chemnitz hatte sich ein Konzept überlegt, um den Weihnachtsmarkt zu entzerren. Nun soll der Weihnachtsmarkt dort aber ganz abgesagt werden.

In Riesa steht man dagegen vor einem Problem: Dort lässt sich der Weihnachtsmarkt unter den geltenden Bedingungen kaum realisieren. Hier überlegt man deshalb, einen Markt in der Sachsenarena aufzubauen, statt ihn unter freiem Himmel stattfinden zu lassen.

Sachsen-Anhalt

In Halle soll der Weihnachtsmarkt vom 23. November bis zum 23. Dezember stattfinden. Verteilt wird er auf den Marktplatz, den Platz vor der Ulrichskirche, den alten Markt, Leipziger Turm, an den Hanserring, Riebeckplatz und Domplatz. Dafür sollen die Händler individuelle Hygienekonzepte einreichen und auch die Stadt wird für alle Standorte Hygienekonzepte entwickeln.

Auch Magdeburg will die Fläche für den Weihnachtsmarkt vergrößern und so dafür sorgen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Magdeburg will dieses Jahr außerdem vier Tage früher, also am 19. November, anfangen. So sollen coronabedingte Einnahmeverluste kompensiert werden.

Der Weihnachtsmarkt in Wernigerode ist vom 27. November bis zum 22. Dezember in der Altstadt von Wernigerode geplant. Er soll auf einer größeren Fläche als in den vergangenen Jahren stattfinden.

In Stendal wird der Weihnachtsmarkt vom 10. bis 13. Dezember geöffnet sein. Auch hier wird es Sicherheits- und Hygienekonzepte geben.

Die Fläche des Naumburger Weihnachtsmarktes wird vergrößert und er findet vom 23. November einen Monat lang statt. Schon am 13. November wird die Eisbahn eröffnet. Aber die Veranstaltung „Weihnachten in den Höfen", die eigentlich am 28. und 29. November stattfinden sollte, wird ausfallen.

Ab 26. November bis 20. Dezember kann man den Weihnachtsmarkt in Weißenfels besuchen. Am ersten Advent öffnen dann auch die historischen Innenhöfe.

Thüringen

Der Weihnachtsmarkt in Erfurt sollte ursprünglich stattfinden, wurde aber nun doch abgesagt. Für die Erfurter ist das ein harter Schlag. Ihr Weihnachtsmarkt gilt jedes Jahr als einer der schönsten Deutschlands.

Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt auf der Wartburg wurde Ende September bereits abgesagt.

Die Stadt Nordhausen hält an ihrem Weihnachtsmarkt fest. Vom 4. bis 20. Dezember findet er rund um das Rathaus und den Lutherplatz statt.

Auch Weimar möchte den Weihnachtsmarkt stattfinden lassen. Ein Hygienekonzepte muss noch erarbeitet werden. Der Markt soll mehr Platz bekommen, damit der Mindestabstand besser eingehalten werden kann.

Und auch in Jena wird ein Hygienekonzept für den Markt erarbeitet. Der Weihnachtsmarkt soll vom 23. November bis 22. Dezember stattfinden.

Ob und wie Weihnachtsmärkte stattfinden werden, ist allerdings in allen drei Bundesländern auch vom Infektionsgeschehen abhängig. Zuletzt stiegen die Infektionszahlen in Deutschland wieder an. Die Entscheidung darüber, ob ein Weihnachtsmarkt stattfindet oder nicht, liegt aber letztendlich bei den einzelnen Kommunen.

Mehrheit der Menschen aus Mitteldeutschland würde einen Weihnachtsmarkt besuchen

Eine Umfrage des MDR hat ergeben: Etwa 52 Prozent der Sachsen-Anhalter, etwa 54 Prozent der Thüringer und etwa 57 Prozent der Sachsen können sich vorstellen trotz der Corona-Pandemie gegen Ende des Jahres einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Für die Umfrage haben bis Anfang August rund 5.000 Menschen ihre Stimme abgegeben.

Mit Material der Nachrichtenagenturen epd und dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 20. Oktober 2020 | 06:00 Uhr

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