Endlich wieder Weihnachtsmarkt: So planen Städte und Gemeinden bei uns

Adventsstimmung, Lichter und Glühwein: In wenigen Wochen sollen die ersten Weihnachtsmärkte für Besucher öffnen. Nach der Zwangspause vom letzten Jahr sind die Chancen dafür sehr gut.

Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands mit dem größten Schwibbogen der Welt: Striezelmarkt in Dresden 2019
Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands mit dem größten Schwibbogen der Welt: Striezelmarkt in Dresden 2019 Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Dieses Weihnachten soll es keinen Plan B und keine Absagen geben: Die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte bei uns laufen seit Wochen auf vollen Touren. Für viele Städte und Gemeinden ist jetzt auch endlich klarer, wie sie Weihnachtsmärkte oder auch Bergparaden planen können.  

Sachsen: Für Weihnachtsmärkte soll es Ausnahmen geben

Seiffen, Leipzig, Dresden, Freiberg und Annaberg-Buchholz: Die Besucher dieser und anderer traditionsreicher Weihnachtsmärkte in Sachsen sollen die Adventszeit möglichst unbeschwert genießen können. Das sehen die Pläne für die neue Corona-Verordnung des Freistaates vor, die ab dem 21. Oktober gelten soll. Danach gibt es für die Weihnachtsmärkte Ausnahmen von den Regeln für Großveranstaltungen. 3G-Regeln (Geimpfte, Genesene und Getestete), Kontakterfassung oder Besucher-Höchstgrenzen können wegfallen, wenn die Gesundheitsämter vor Ort das zulassen und ein Hygienekonzept existiert. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sagte beim Vorstellen der Pläne am Dienstag in Dresden, Sachsen bleibe vorsichtig.

Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt am Alten Rathaus
Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt am Alten Rathaus Bildrechte: dpa

So gelten die Ausnahmen für Weihnachtsmärkte oder Bergparaden nur, wenn eine so genannte „Vorwarnstufe“ in Sachsen nicht überschritten wird. Die greift, wenn 650 Betten auf den Normalstationen oder 180 Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind. Aber auch dann können die Weihnachtsmärkte auf Maskenpflicht oder die 3G-Regel verzichten, wenn sie die Märkte in Flanier- und Verweilbereiche aufteilen. In den Verweilbereichen mit Essen und Trinken sind dann maximal 1.000 Gäste zugelassen.

Seiffen: "Wir machen Weihnachten"

Auf die klaren Vorgaben für Weihnachtsmärkte hatten sechs Städte im Erzgebirge wie Freiberg oder Annaberg-Buchholz schon im September gedrungen. Ohne verlässliche Regeln für Einlasskontrollen oder Besucherzählungen, für Abstände der Buden und für die traditionellen Bergparaden bis Mitte Oktober drohe eine Absage.

In Dresden laufen die Vorbereitungen unterdessen auf Hochtouren. Am 30. Oktober soll der Baum für den 587. Striezelmarkt in Dresden aufgebaut werden. Am 22. November soll es dann losgehen. Die Landeshauptstadt plant mit einem freien Konzept ohne Kontaktnachverfolgung und 3G-Kontrollen. Die Planer wollen auf Entertainment-Bereiche für Kinder wie das Wichtelkino verzichten, Glühweinstände entzerren und Pausen in den Programmen einbauen, damit es möglichst wenig Menschenansammlungen und viel Bewegung gibt. Der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung Robert Franke sagte:

Wir gehen insgesamt von ein bisschen weniger Besuchern aus, glauben aber dennoch, dass der Striezelmarkt Anlass für Reisen nach Dresden ist.

Der Striezelmarkt lockt pro Jahr bis zu zwei Millionen Besucher aus aller Welt an.

Auch das „Spielzeugdorf“ Seiffen im Erzgebirge ist optimistisch. Hier will man das 30. Jubiläum des Marktes nachholen, das im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie nicht stattfinden konnte. Eine Sprecherin Seiffens sagte MDR JUMP bereits im September, man arbeite an einer Strategie, die nach dem jetzigen Stand die Seiffener Weihnacht ermöglichen könne. Eine Absage wäre „eine große Katastrophe“. Auch der Bautzener Wenzelsmarkt und der Zwickauer Weihnachtsmarkt sollen nach jetzigem Stand stattfinden. Über den Schlesischen Christkindelmarkt in Görlitz soll Ende Oktober entschieden werden.

Auch Weihnachtsmärkte in Sachsen-Anhalt bereiten sich vor

Nach der Zwangspause im letzten Jahr ist in Magdeburg in diesem Jahr wieder ein Weihnachtsmarkt geplant. Der soll laut Stadt am 22. November eröffnen. Auch die bei den Besuchern beliebte Lichterwelt mit vielen Skulpturen und Lichterketten soll an diesem Tag beginnen. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte dazu am Dienstag:

Lichterwelt auf dem Domplatz in Magdeburg
Weihnachtsglanz überall: Mit der Lichterwelt auf dem Domplatz will Magdeburg auch in diesem Jahr Besucher begeistern. Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Wir alle können nach den kräftezehrenden Monaten der Corona-Pandemie die Heimeligkeit und den Glanz der Weihnachtsmarktbuden und der Lichterwelt gebrauchen und freuen uns dementsprechend, dass es endlich wieder einen Weihnachtsmarkt geben soll.

Die Stadt will den Weihnachtsmarkt auch unter der Woche bis 22 Uhr öffnen lassen. So soll es möglichst wenige Ansammlungen von Besuchern geben. Halle plant mit einem Weihnachtsmarkt vom 23. November bis zum 23. Dezember. Der soll auf mehreren Plätzen wie dem Marktplatz, dem Hallmarkt, vor der Ulrichskirche oder am Domplatz dezentral aufgebaut werden. Anfang November will die Stadt bekannt geben, welche Hygiene- und Abstandsregeln für den Weihnachtsmarkt gelten sollen. Auch in Halberstadt und Dessau-Rosslau laufen die Vorbereitungen bereits, ebenso beim Sternthaler Weihnachtsmarkt in Blankenburg, dem Stendaler Weihnachtsmarkt und dem Weihnachtsmarkt in Wernigerode. Naumburg will in diesem Jahr auf die „Weihnachten in den Höfen“ verzichten und auf einen größeren Markt mit mehr Platz setzen. Sachsen-Anhalts aktuelle Corona-Verordnung lässt Weihnachtsmärkte zu und gilt vorerst bis Mitte November.

Leuchtende Buden und glänzende Lichter auf dem Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale
Leuchtende Buden und glänzende Lichter auf dem Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale Bildrechte: Thomas Ziegler/Stadt Halle

"Absagen ist keine Option"

In Thüringen hofft man ebenso auf die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr. Trotz der Absage im Vorjahr laufe die Vorbereitung in Erfurt ganz regulär, sagte der Leiter der Abteilung Märkte und Stadtfeste der Stadt, Sven Kaestner MDR JUMP bereits im September. Während der Vorbereitungen stehe man auch im ständigen Austausch mit dem städtischen Gesundheitsamt.

Der Erfurter Dom und ein Riesenrad sind weihnachtlich beleuchtet.
Der Erfurter Dom und ein weihnachtlich beleuchtetes Riesenrad Bildrechte: MDR/Jana Münkel

Nach der Pandemie und den zahlreichen Lockdowns wolle man den Menschen nun etwas Schönes geben – und den Gewerbetreibenden eine wichtige Einnahmequelle bieten, so Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Absagen sei deshalb keine Option. Das denken sich auch die Städte Jena, Weimar und Gera und bereiten ihre Weihnachtsmärkte für die Gäste vor. Auch Thüringen sieht in der aktuellen Corona-Verordnung Regeln für "Spezialmärkte" vor. Die gilt seit dem 1. Oktober.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und epd.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 12. Oktober 2021 | 16:50 Uhr

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