Weltmädchentag: Warum werden Gebäude pink angeleuchtet?

Am 11. Oktober ist Weltmädchentag. Zahlreiche Gebäude werden dann in pinkfarbenes Licht getaucht. Auch Orte in Mitteldeutschland sind mit dabei.

Das Rathaus Altona wird während einer Beleuchtungsaktion der Kinderhilfsorganisation "Plan International" pink angestrahlt, um damit auf die mangelnde Gleichberechtigung von Mädchen in vielen Ländern der Welt aufmerksam zu machen. Die Aktion findet bundesweit in etwa 30 Städten statt.
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Zum Weltmädchentag werden in Deutschland 85 bekannte Wahrzeichen in rund 40 Städten um die Wette leuchten. Hinter der Aktion steckt das Hilfswerk Plan International. Auch in Mitteldeutschland sind Gebäude dabei:

  • Magdeburg: Katharinenturm und Handwerkskammer
  • Halle: Roter Turm, Kunstmuseum und der Turm in der Moritzburg
  • Erfurt: Allerheiligenkirche und Rathaus

Warum ausgerechnet Pink?

Plan International hat für die Beleuchtungsaktion die Farbe Pink gewählt. Das wird sehr kontrovers diskutiert, gesteht Plan-International-Sprecherin Barbara Wessel im MDR JUMP-Interview:

Wir machen das zum 9. Mal in Folge in der Farbe Pink und sind dabei geblieben, weil wir damit die Aufmerksamkeit erreichen, die wir wollen... Pink hat eine starke Signalwirkung und es machen immer mehr Städte in Deutschland mit.

Umfrage: Fake News hindern Mädchen an politischem Engagement

Zum diesjährigen Weltmädchentag hat Plan International eine Umfrage zu Fake News veröffentlicht. Demnach hindern Falschinformationen weltweit viele Mädchen daran, sich politisch zu engagieren. Viele wüssten nicht, wie sie Fake News erkennen können und ziehen sich deshalb ins Private zurück. Das zeige, dass dringender Handlungsbedarf bestehe, sagt die Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland, Kathrin Hartkopf:

Die digitale Medienkompetenz muss dringend ausgebaut werden, um junge Menschen in der Ausbildung ihres Urteilsvermögens zu unterstützen. Nur mit dieser Sicherheit sind Mädchen und junge Frauen in der Lage, sich online und in den sozialen Medien zu engagieren und für ihre Themen und Rechte einzustehen.

Weltmädchentag prangert u.a. Kinderehen an

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children hat anlässlich des Weltmädchentages einen Bericht veröffentlicht, wonach jedes Jahr mehr als 22.000 Mädchen an den Folgen früher Schwangerschaften und Geburten sterben. Grund dafür seien Kinderehen - eine der schlimmsten und tödlichsten Formen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Mädchen, so die Organisation. Am weitesten verbreitet sind Kinderehen in West- und Zentralafrika. Dort, aber auch in Ostasien, der Pazifikregion oder in Lateinamerika und der Karibik würden jedes Jahr Millionen Mädchen in Ehen gezwungen, oftmals mit viel älteren Männern. Sie dürften nicht länger Kinder sein, müssten die Schule verlassen und sogar ihr Leben ist in Gefahr. Denn Komplikationen bei einer Geburt sind die häufigste Todesursache bei Mädchen im Teenageralter.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 11. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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