Winter: Wahrheiten und Unsinn über die kalte Jahreszeit

Alkohol wärmt und Heizungsluft macht krank - das sind nur ein paar der Mythen, die sich rund um den Winter halten. Doch was ist wirklich an ihnen dran?

Smartphone Kamera Linse Winter Foto fotografieren
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Winter bedeutet für viele Ski fahren, Glühwein trinken und natürlich auch der morgendliche Stress mit der eingefrorenen Autoscheibe. Rund um den Winter gibt es viele standhafte Mythen. Wir haben uns die mal genauer angeschaut.

Windschutzscheibe platzt bei zu heißem Wasser

Wenn die Windschutzscheibe im Winter so doll eingefroren ist, dass Kratzen als frühmorgendlicher Sport ausgelegt werden kann, soll heißes Wasser schnelle Abhilfe leisten können. Das gefrorene Eis auf der Scheibe soll in Windeseile zum Schmelzen gebracht werden. Doch ist das wirklich so gut? Einem Mythos zufolge soll das nämlich das Glas zum Platzen bringen können. Und das bestätigt auch Katharina Luca vom ADAC:

Kommt heißes Wasser auf der gefrorenen Windschutzscheibe zum Einsatz, besteht die Gefahr, dass die Scheibe auf Grund des Temperaturunterschiedes Risse bekommt oder sogar springt.

Lieber kratzen oder die Scheibe nachts mit Folie bedecken, sodass sie gar nicht erst gefrieren kann.

Alkohol wärmt

Glühwein in einer Glastasse auf einem Tisch im Vordergrund. Im Hintergrund leicht verschwommen ein Weihnachtsbaum.
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So ein leckerer, heißer Glühwein oder Punsch tut uns doch allen in der kalten Jahreszeit gut. Der schmeckt nicht nur, sondern wärmt den Körper auch von innen. Denkt man - stimmt nur leider nicht. Denn Alkohol weitet die Blutgefäße. Dadurch dringt mehr Blut an die Hautoberfläche. Das bringt uns zwar ein warmes, wohliges Gefühl, welches allerdings nur von kurzer Dauer ist. Denn die Wärme wird schnell über die Haut an die Luft abgegeben und die gesamte Körpertemperatur verringert sich sogar. Greift in kalten Momenten lieber zu Tee oder alkoholfreien Alternativen, die wärmen nämlich wirklich.

Akku leert sich im Winter schneller

Man ist mitten auf der Winterwanderung und ganz plötzlich ist der Handy-Akku tot? Kann leider wirklich passieren. Schuld daran sind die Lithium-Ionen-Akkus, die heutzutage in den meisten Handys und Smartphones verbaut sind. Die reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Denn Kälte verlangsamte die elektrochemischen Prozesse, da die Elektrolytflüssigkeit zäher wird. Das wiederum erhöht den Innenwiderstand. Braucht ein Handy also viel Strom, sinkt die Spannung des Akkus und es kommt zu einer Tiefenentladung. Diese macht den Akku kaputt. Und so kommt es also, dass Handy-Akkus im Winter schneller leer sind als im Sommer. Bei niedrigen Temperaturen das Handy am besten nah am Körper tragen und wenn möglich Telefonate über Kopfhörer führen.

Wäsche trocknet nicht bei Minusgraden

Im Winter Wäsche trocknen ist für Menschen ohne Trockner extrem lästig, denn es dauert mitunter sehr lange. Doch wer sagt, dass man Wäsche nur im Sommer draußen trocknen lassen kann? Dann geht nämlich auch sehr gut im Winter - dauert nur etwas länger.

Verschneite Verkehrsschilder sind ungültig

Wintereinbruch bedeutet auch, dass sich Schnee und Eis auf den Weg zu uns auf die Straßen machen. Doch bleiben sie nicht nur auf den Straßen und Bäumen haften, sondern auch an Verkehrsschildern, sodass man sie nicht mehr erkennen kann. Doch führt die blickundurchlässige Schneehaube auch dazu, dass sie ungültig werden? Ganz so einfach ist das nicht. Generell gilt der sogenannte Sichtbarkeitsgrundsatz. Dieser besagt, dass Verkehrsschilder so stehen müssen, dass sie ohne weiteres Überlegen für Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen erkennbar sind. Laut Katharina Luca vom ADAC sind Verkehrsschilder, die beispielsweise durch Schnee oder Schmutz bedeckt sind, auch dann noch zu beachten, wenn man sie aufgrund ihrer einmaligen Form zuordnen kann.

Wenn es ein Verkehrsschild ist, dass man an seiner Form erkennen kann, wie zum Beispiel ein Stoppschild, dann kann man nicht einfach sagen, dass man es nicht erkannt hat.“

Bei Verkehrsschildern, die keine einzigartige Form haben, kann nicht von Verkehrsteilnehmenden erwartet werden, dass sie diese befolgen. Für Ortskundige gilt das aber nicht.

Als ortskundige Person kann ich davon ausgehen, dass ich weiß wo beispielsweise eine 30er-Zone ist oder dass es ein Vorfahrtsschild gibt oder wie die Höchstgeschwindigkeiten sind.

Heizungsluft macht krank

Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung.
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Wer kennt es nicht: Um kalte Temperaturen in Innenräumen vorzubeugen, wird erst mal schön die Heizung aufgedreht. Beim Aufwachen am Morgen merken wir dann aber, dass unser Hals ganz kratzig und trocken ist und wir uns angeschlagen fühlen. Führt die Heizungsluft also dazu, dass wir krank werden? Nicht ganz - es liegt nicht an der Heizungsluft, sondern viel mehr an der geringen Luftfeuchtigkeit. Sie sorgt dafür, dass unsere Schleimhäute trocken und rissig werden. So haben es Bakterien und Viren leichter, in unseren Körper zu einzudringen, sodass wir anfälliger für Erkältungen werden. Ein ausgewogenes Raumklima, genügend trinken können helfen und für unterwegs sind Salben oder Nasensprays hilfreich.

Dieses Thema im Programm 30. November 2021 | 14:15 Uhr

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