Abholzung eines Waldes
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Erdüberlastung: Die Menschen leben 2019 ökologisch auf Pump

29.07.2019 | 00:00 Uhr

Der Earth Overshoot Day, oder Erdüberlastungstag, markiert das Datum, an dem die natürlichen Ressourcen durch die Menschen für das Jahr aufgebraucht sind. In der Geschichte der Menschheit war er noch nie so zeitig, wie in diesem Jahr.

Abholzung eines Waldes
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Der ökologische Fußabdruck

Die internationale Forschungsgruppe Global Footprint Network hat den Zeitpunkt der Erdüberlastung bestimmt. Dazu wird der sogenannte ökologische Fußabdruck erstellt. Der berechnet die Fläche der bereits im Alltag verbrauchten Ressourcen wie Holz, Lebensmittel, Fasern, CO2-Absorption und Unterbringung der Infrastruktur. Diese Fläche wird auf alle Menschen hochgerechnet und dann mit der Fläche, die auf der Erde existiert verglichen. Da die Weltbevölkerung ständig wächst, schrumpft die Fläche, die jedem Einzelnen zur Verfügung steht. Auch mit steigendem Lebensstandard wächst der ökologische Fußabdruck. Schon seit Mitte der 80er Jahre ist der jährliche Verbrauch natürlicher Ressourcen größer als die Regeneration in der Natur.

Die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks wurde 1994 von den Wissenschaftlern Mathis Wackernagel und William E. Rees entwickelt. Mit der Formel kann der Verbrauch von einzelnen Personen, aber auch Ländern oder eben der Welt berechnet werden.

Den eigenen ökologischen Fußabdruck berechnen

Wie viel du selbst verbrauchst und wie groß dein ökologischer Fußabdruck ist, kannst du berechnen. In diese Berechnung zählen unter anderem dein Fleischverbrauch, ob du viel Auto oder Rad fährst und wie stark du im Winter heizt.

Das hilft deinen ökologischen Fußabdruck zu verringern

Einkaufen

Ein leerer Stoffbeutel hängt an einer Wand.
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Inzwischen ist es wohl bekannt: Mit Stoffbeuteln im Supermarkt einzukaufen und auf Plastik-Beutel zu verzichten, ist besser für die Umwelt. Auch regionale Produkte, mit zum Beispiel kürzeren Transportwegen sind umweltfreundlicher. Außerdem sollte man sich vor jeder Neuanschaffung fragen, ob es wirklich nötig ist, dass das Produkt neu ist. Kann man das alte Smartphone noch reparieren oder es gebraucht kaufen? Kann man die Bohrmaschine auch im Baumarkt leihen.

Energie sparen

Eine Glühbirne einer Lampe leuchtet hell.
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Elektrogeräte nicht im Standby-Modus laufen zu lassen, spart nicht nur Geld, sondern auch Energie. Schaltet sie lieber komplett aus. Kleine Tricks im Alltag helfen dabei, Energie zu sparen: Das Wasser zum Nudelkochen im Wasserkocher kochen und dann in einem Topf auf den Herd stellen oder nicht unnötiges Licht brennen lassen.

Fortbewegung

Doppelstock-Zug im Design der DB AG
Bildrechte: DB/Priegnitz, Bearbeitung: N+P Industrial Design

Besonders Flüge haben einen großem CO2-Verbrauch. Doch nicht immer kann man aufs Fliegen verzichten. Deshalb gibt es Organisationen, bei denen man den verursachten CO2-Austoß kompensieren kann. Diese Ausgleichszahlungen werden dann in Umweltprojekte gesteckt. Bei Reisen innerhalb Deutschlands hilft es aufs Auto zu verzichten und lieber den Zug oder einen Bus zu nutzen. Carsharing und Mietwagen helfen auch dabei, ganz auf ein eigenes Auto zu verzichten - zumindest in Städten ist das praktikabel.

Goldene Regeln für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Kinderkleidung steht zum Verkauf in einem Korb.
Stichwort Mode und Schönheit Kleidung aus Biostoffen, recyceltem Material oder Zweite-Hand kaufen; lokale Produzenten, Ökosiegel vorziehen, gebrauchte Kleidung verkaufen oder weitergeben. Mikrokügelchen und Mikroplastik meiden - Hinweise darauf geben die Inhaltsstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polytetrafluorethylen (PTFE) und Nylon. Bildrechte: IMAGO
Kinderkleidung steht zum Verkauf in einem Korb.
Stichwort Mode und Schönheit Kleidung aus Biostoffen, recyceltem Material oder Zweite-Hand kaufen; lokale Produzenten, Ökosiegel vorziehen, gebrauchte Kleidung verkaufen oder weitergeben. Mikrokügelchen und Mikroplastik meiden - Hinweise darauf geben die Inhaltsstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polytetrafluorethylen (PTFE) und Nylon. Bildrechte: IMAGO
Junge Frau bei der Gartenarbeit.
Gemüse selbst anbauen oder aus regionalem Anbau kaufen. Saisonal einkaufen. Lebensmittel nicht wegwerfen, sondern verschenken. Aus nichtb gegessenem Obst Saft und Marmelade herstellen. Bildrechte: IMAGO
Radfahrer
Stichwort Urlaub und Tourismus Auch im Urlaub an Natur- und Umweltschutz denken. Erholung geht auch regional. Wer fernreist, sollte vor Ort regionale Wertschöpfungsketten stützen und lokale Produkte einkaufen. Bildrechte: IMAGO
Ein Bus der Dresdner Verkehrsbetriebe
Stichwort Mobilität Bei kurzen Strecken Auto stehen lassen, zu Fuß gehen oder Radfahren. ÖPNV nutzen, Bus- oder Bahnfahren. Fahrgemeinschaften entlasten die Umwelt ebenso wie energiesparende Fahrweise. Carsharing als Alternative zum Eigenauto. Flugreisen meiden. Bildrechte: imago/momentphoto/Killig
Abfall: Einwegbecher und Plastikgeschirr
Stichwort Konsum Verpackungen und Müll kann man vermeiden. Dinge lassen sich mehrfach verwenden, lokale Leih- und Tauschbörsen nutzen. Abfall korrekt trennen. Bildrechte: imago/Peter Sandbiller
Eine Hand sprüht mit einer Sprühflasche auf einen Fleck auf dem Waschbecken.
Stichwort Wohnen Es gibt auch umweltschonende Reinigungsmittel. Bei vielen Verschmutzungen helfen Hausmittel wie Backpulver oder Essig. Bildrechte: IMAGO
Eine junge Frau hält ein Smartphone in Händen
Information & Kommunikation Handy auch mal ausschalten. Geräte lange nutzen. Bildrechte: Colourbox.de
Sputnik Spring-Break
Stichwort Freizeit Festivals mit Label "Green event" besuchen - Großveranstaltungen belasten Verkehr und produzieren Müll. Fahrgemeinschaften und Mülltrennung helfen der Umwelt. Privat "analog" statt "digital" leben - Handy aus, Brettspiel raus, Freunde einladen, Bücher tauschen. Bildrechte: IMAGO
Eine Frau und ein Mann sitzen an Computern. Zwischen ihnen steht ein Coach, der sich zu der Frau vorbeugt und etwas auf ihrer Tastatur tippt.
Lebenslanges Lernen Nachhaltigkeit lernen oder entsprechene Studiengänge nutzen - Wasserwirtschaft, Stadtplanung, Waldwirtschaft. Bildrechte: imago/Westend61
Kaffeebecher steht auf einem Tisch.
Auch am Arbeitsplatz kann man für Nachhaltigkeit sorgen - das fängt beim WC-Papier an, geht weiter mit Geräten mit Umwelt- und Sozialsiegeln. Bildrechte: Westend61
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Deutschland lebt 2019 auf Öko-Kredit

Die natürlichen Ressourcen Deutschlands sind aufgebraucht, zumindest für dieses Jahr. Schon seit dem 3. Mai 2019 leben wir quasi ökologische gesehen auf Pump. Das heißt, die Menschen in Deutschland haben in den ersten vier Monaten des Jahres so viele natürliche Ressourcen an Wasser, Flächen und Wald verbraucht, wie ihnen eigentlich für das ganze Jahr zur Verfügung stünden. Damit liegt Deutschland auf Platz acht der größten Ressourcenverbraucher weltweit. Davor liegen China, die USA, Indien, Russland, Brasilien, Japan und Indonesien. Im Jahr 2017 hatte Deutschland den Erdüberlastungstag schon am 24. April erreicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 29. Juli 2019 | 10:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2019, 00:00 Uhr

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