Raser vor der Friedensschule in Hermsdorf
Bildrechte: MDR JUMP

Raser vor der Friedensschule in Hermsdorf

05.08.2018 | 09:00 Uhr

Auf den ersten Blick gibt's wenig zu auszusetzen. Die Schule liegt in einer Einbahnstraße, es gibt einen Parkplatz, einen Fußgängerüberweg, es ist eine 30er-Zone. Die Sache ist aber: An die Geschwindigkeitsbegrenzung halten sich die wenigsten Autofahrer.

Raser vor der Friedensschule in Hermsdorf
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Schulleiterin Kathrin Lösche beklagt, dass viele Kinder Angst haben über den Fußgängerüberweg zu gehen, weil die Autofahrer sich sehr respektlos verhalten, einfach weiter fahren und nicht anhalten würden.

Schulleiterin Kathrin Lösche von der Friedensschule in Hermsdorf
Schulleiterin Kathrin Lösche. Bildrechte: MDR JUMP

Dabei hat schon vor Jahren der Bürgermeister einen Huckel auf die Straße aufbringen lassen - einfach um die Autofahrer zum langsam Fahren zu zwingen. Aber der scheint nicht wirklich zu wirken. Kathrin Lösche wünscht sich deswegen vor allem mehr Kontrollen vor der Schule. Denn sie sagt: Nur so lernen es die Raser.

Die Lösung

Um den Schulweg wirklich sicher zu machen, hat die Stadt schon vor einiger Zeit viel probiert: Ein Zebrastreifen mit Brems-Huckel vor der Schule, Tempo 30, ein großer Parkplatz direkt vor dem Gebäude. Doch geholfen hat das laut Schulleiterin Lösche nur bedingt.

Polizist Christian Frenzel ist skeptisch. Er meint, "dass Geschwindigkeiten und gefahrene Geschwindigkeit subjektiver Wahrnehmung unterliegt. Und aus dem Grund müsste man quasi eine verdeckte Messung hier einführen, wo Geschwindigkeiten erfasst werden von allen Fahrzeugen. Und das über einen längeren Zeitraum. Und dadurch dann eine Auswertung zu bekommen." So könne man tatsächlich feststellen, wie schnell gefahren wird.

Der Bürgermeister von Hermsdorf, Benni Hofmann, ist von der Idee nicht restlos überzeugt und hat sich schon anderweitig gekümmert. Schon kurz vor den Sommerferien wurde ein Smiley-Messgerät vor der Schule installiert. Wenn man 30 fährt, lacht er, wenn man zu schnell ist, dann guckt er traurig. So sehen die Autofahrer mit einem Blick, wenn sie zu schnell unterwegs sind. Der Bürgermeister sagt:

Also eine verdeckte Messung machen wir nicht - auch in Absprache mit der Polizei. Wir arbeiten hier ganz offen. Wir wollen natürlich auch dem Verkehrsteilnehmer hier offen als Verkehrsstadt gegenüber treten. Und dieser Smiley mit integriertem Messgerät bleibt jetzt auf Dauer in der Schulstraße hängen.

Im 2019 soll die Straße auch saniert werden. Dann sollen auch Zebrastreifen und Brems-Huckel nach Möglichkeit erneuert werden. Für Schulleiterin Kathrin Lösche ist das ein akzeptables Ergebnis:

Wir haben ganz viele Schulanfänger und es werden immer mehr Kinder, die eingeschult werden. Wir würden uns freuen, wenn das so durchgesetzt wird für unsere Kinder. Weil wir dann auch sicherer sind, wenn unsere Kinder dann nach Hause gehen oder früh zur Schule kommen.

MDR JUMP fragt natürlich nach und wird kommendes Jahr überprüfen, ob sich die Situation tatsächlich verbessert hat.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 10. August 2018 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2018, 08:56 Uhr