"Blue Monday": Der traurigste Tag des Jahres?

Laut eines britischen Experten ist heute der deprimierendste Tag des Jahres. Was ist dran am sogenannten "Blue Monday"?

Eine Frau sitzt traurig auf der Couch und stützt dabei ihren Kopf an ihrer Hand ab.
Bildrechte: IMGAO / Westend61

Jeder kennt diese Tage, an denen man einfach nur traurig und deprimiert ist. Die bedrückende Stimmung will einen schlicht und ergreifend nicht loslassen. Den Höhepunkt dieses Gefühls empfinden wir laut des britischen Psychologen Cliff Arnall gleich zu Beginn des Jahres - und zwar am dritten Montag im Januar. Dieser Tag ist heute.

Woher kommt der "Blue Monday"?

2005 stellte Dr. Arnall erstmals eine Formel auf, mit der man angeblich den traurigsten Tag im Jahr berechnen kann. Diesen Tag nannte er "Blue Monday". Das Wort "Blue" steht dabei nicht für die Farbe Blau, sondern wird in diesem Fall aus dem Englischen mit traurig oder deprimiert übersetzt und zielt damit auf das menschliche Befinden ab.

Der britischen Zeitung "The Independent" erklärt er 2018, dass er mit dem Blue Monday ganz und gar nicht die Absicht gehegt hätte, das Elend dieses freudlosen Datums zu betonen, sondern ganz im Gegenteil. Vielmehr wollte er Menschen dazu ermuntern, positiv in die Zukunft zu blicken und mutige Lebensentscheidungen zu treffen.

Ist aber etwas dran?

Auch wenn das Konstrukt des Blue Monday wissenschaftlich nicht belegt und inzwischen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sogar als pseudowissenschaftlicher Unsinn abgetan wurde, kann man vielleicht dennoch einen wahren Kern daraus ziehen. Denn die kalten und dunklen Wintermonate können tatsächlich auf die Laune drücken. Das fehlende Sonnenlicht und der daraus resultierende Mangel an Vitamin D machen sich bemerkbar. Der Körper stößt vermehrt das Hormon Melatonin aus, was uns müde und antriebslos macht. Außerdem können zusätzlich Faktoren wie das Ende der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage, das Brechen von gerade erst gesetzten Vorsätzen, das Begleichen von vielen Rechnungen, die zum Jahreswechsel auf einen warten, die Motivation in den Keller sinken lassen.

Wie kann ich entgegenwirken?

Allein darauf zu achten sich regelmäßig zu bewegen und Spaziergänge an der frischen Luft zu machen, können schon bei einem Stimmungstief und Abgeschlagenheit helfen. Außerdem empfiehlt Dr. Arnall Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen, sich auf seinen Job zu konzentrieren, ein neues Hobby zu finden oder ein neues Abenteuer zu starten. Vielleicht ist der Januar gerade, weil er der erste Monat im Jahr ist und einen Neustart signalisiert, der geeignete Monat dafür.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 17. Januar 2022 | 18:10 Uhr

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