Corona-Pandemie: Warum Blutspenden wichtig ist!

24.03.2020 | 07:45 Uhr

Viele fragen sich, ob man trotz der Ausgangsbeschränkungen zur Blutspende darf. Ja, darf man. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören Blutspenden zur kritischen Infrastruktur, deshalb gibt es dafür Ausnahmeregeln.

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Alle sieben Sekunden braucht ein Patient in Deutschland eine Bluttransfusion - das ist auch in Zeiten von Corona so. Schon in den vergangenen Tagen hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Alarm geschlagen, weil die Zahl der Spender zurückgeht. Jetzt, mit den verschärften Ausgangsbeschränkungen hier in Mitteldeutschland, könnte sich die Lage noch verschärfen, sagt Nico Feldmann vom DRK Sachsen-Anhalt/Thüringen:

Eine Nadel mit Schlauch zur Blutabnahme steckt im Arm eines Mannes
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Das ist im Moment eine schwierige Situation. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Leute verunsichert sind und eben nicht mehr so zahlreich die Termine besuchen.

Nico Feldmann, DRK-Regionalleiter Sachsen-Anhalt/Thüringen

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen finden Blutspendetermine derzeit trotz der verschärften Ausgangsregeln statt.

Sachsen:
Inanspruchnahme medizinischer, psychosozialer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen, (z. B. Arztbesuch, medizinische Behandlungen und zwingend notwendige fachliche Beratungen sowie Blut- und Plasmaspenden)
Auszug aus der Allgemeinverfügung zu Ausgangsbeschränkungen im Freistaat Sachsen wegen der Corona-Pandemie  vom 22. März 2020

Sachsen-Anhalt:
Inanspruchnahme medizinischer, zahnmedizinischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen (z. B. Arztbesuch, medizinische Behandlungen; Blut- und Blutplasmaspenden)
Auszug aus der Allgemeinverfügung zu Ausgangsbeschränkungen anlässlich der COVID- 19 Pandemie des Landes Sachsen-Anhalt vom 22.03.2020

Thüringen:
Blutspendetermine sind zu ermöglichen. Ziffer 6 Satz 1 gilt entsprechend, Personen mit erkennbaren Atemwegserkrankungen sind abzuweisen.
Auszug aus dem Erlass über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus für den Freistaat Thüringen vom 19.03.2020

Künftige Versorgungslage ungewiss

Feldmann verweist darauf, dass niemand wisse, was in den nächsten Tagen oder Wochen noch auf uns zukommt. Es sei wichtig, die Lagerbestände so stabil wie möglich zu halten, um gewappnet zu sein, falls jetzt doch ein größeres Versorgungsloch kommt. Denn auch wenn Kliniken geplante Operationen derzeit verschieben, so gibt es immer noch viele, die auf Blutspenden angewiesen sind, zum Beispiel Krebspatienten. Da gibt es keine Corona-Pause, so Feldmann.

Derzeit sei die Versorgung auf niedrigem Niveau gesichert, aber das könne sich schnell ändern, sagt Torsten Tonn, medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost, zu dem auch Sachsen gehört:

Sollten in den kommenden Tagen nicht genügend Blutspenden eingehen, wäre die Patientenversorgung innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abgesichert.

Torsten Tonn, medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost

Schutzmaßnahmen bei der Blutspende

Die Spendenaktionen laufen allerdings zur Zeit etwas anders ab als sonst. Zuerst werde bei jedem, der kommt, Fieber gemessen, erklärt Nico Feldmann im MDR JUMP-Interview. Wer erhöhte Temperatur oder andere Krankheitssymptome hat, wird sofort wieder nach Hause geschickt. Außerdem müsse sich jeder Spender zuerst die Hände desinfizieren. Im Spende-Lokal wird auf ausreichenden Abstand geachtet und der Spenderimbiss wurde reduziert, damit die Leute nach der Spende so schnell wie möglich den Platz verlassen.

Wer spenden darf

Spenden können alle volljährigen Menschen, die gesund sind, sich nicht in Risikogebieten aufgehalten haben, und keinen Kontakt zu Menschen hatten, die in Risikogebieten waren oder positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Spendewillige werden gebeten, sich kurzfristig im Internet oder über die kostenfreie Hotline 0800/1194911 zu informieren, ob ein geplanter Termin tatsächlich stattfindet oder ob es Alternativen gibt.

Aktuelle Blutspende-Termine findest du hier:
Sachsen
Sachsen-Anhalt und Thüringen

Person hält Beutel mit gespendetem Blut
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Das DRK ist bei Blutspenden der größte Anbieter in Deutschland. Viele Kliniken haben eigene Blutspendedienste. Es gibt auch private Anbieter. Nach Angaben des DRK werden jährlich etwa 112 Millionen Blutspenden weltweit benötigt. Mit einer Blutspende könne bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden.

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