Sachsen schafft Maskenpflicht beim Einkaufen ab - die Corona-Regeln in Mitteldeutschland

Über viele Monate hat uns das Corona-Virus beschäftigt. Viele verschiedene Regelungen und steigende Werte waren Thema. Wie ist die Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen derzeit?

Maskenpflicht in der Fußgängerzone von Leipzig
Bildrechte: IMAGO / Christian Grube

In ganz Mitteldeutschland sind die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. In Sachsen liegt die Wocheninzidenz beispielsweise rund um den Wert zwei, in Sachsen-Anhalt bei 1,4. In den meisten Landkreisen in Mitteldeutschland bewegt sich diese Zahl rund um diese geringen Infektionszahlen. Einige Regionen liegen mit dem Inzidenzwert sogar bei null. Darunter sind derzeit beispielsweise der Landkreis Görlitz, der Ilm-Kreis und der Altmarkkreis Salzwedel. Der Kreis mit dem höchsten Inzidenzwert ist laut dem Robert Koch-Institut das Altenburger Land in Thüringen. Hier gab es 13,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. (Stand: 13.07.2021, 3:13 Uhr)

Mehr Werbung für Impfungen

Derzeit sieht die Impfquote laut RKI in Mitteldeutschland wie folgt aus:

Sachsen:

  • Mindestens einmal geimpft: 49,9 Prozent
  • Vollständig geimpft: 40,0 Prozent

Sachsen-Anhalt:

  • Mindestens einmal geimpft: 54,7 Prozent
  • Vollständig geimpft: 41,3 Prozent

Thüringen:

  • Mindestens einmal geimpft: 53,6 Prozent
  • Vollständig geimpft: 41,3 Prozent

Trotz der niedrigen Infektionszahlen wird darüber diskutiert, wie stark sich die Zahl der Neuinfektionen im Herbst und Winter wieder erhöhen kann. Deshalb ist das Ziel der Politik in Mitteldeutschland weiterhin, die Impfquote zu erhöhen. "Impfungen sind wichtiger denn je", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff.

Zum einen bieten sie einen sehr guten individuellen Schutz vor einer Erkrankung mit dem Coronavirus und zum anderen tragen sie zu einer nachhaltigen Eindämmung der Pandemie bei.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff

Aufgezogene Spritzen mit dem Wirkstoff von Biontech liegen auf einem Tablett.
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In Sachsen sollen weitere Bevölkerungsgruppen für eine Impfung gewonnen werden. Die Stadt Dresden möchte zukünftig auch für Menschen, die wenig Deutsch sprechen, besser über den Impfstoff aufklären und informieren. Mit dieser Maßnahme soll die Impfquote erhöht werden.

Während die Infektionszahlen sinken, bleibt immer mehr Impfstoff liegen und übrig. In Thüringen soll es leichter sein, an Impfstoffreste zu gelangen. Deshalb sollen abgesagte Impftermine zukünftig weiter vergeben - und der Impfstoff vor dem Verfall gerettet werden. Auf dem Portal impfrettung.de kann der übrig gebliebene Impfstoff von Ärzten eingetragen werden.

Derzeit wird über eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen diskutiert. In Frankreich wurde diese für das Pflegepersonal eingeführt. Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, hält das für unnötig. Sie sagte im ZDF-Morgenmagazin, dass es für die meisten besonders gefährdeten Gruppen andere Möglichkeiten zum Schutz gebe.

Diese Regeln gelten in Mitteldeutschland

Aufgrund der geringen Inzidenzwerte in Mitteldeutschland gelten derzeit stark gelockerte Corona-Regelungen. In Sachsen sind beispielsweise Familienfeiern in Gastronomiebetrieben auf 50 Personen begrenzt. Es gibt jedoch keine Testpflicht beim Einkaufen mehr. Im Innenbereich von Gaststätten muss noch ein negatives Testergebnis vorgewiesen werden.

In Sachsen-Anhalt werden ab Mittwoch weitere Regeln gelockert. Dann sind Veranstaltungen mit mehr Zuschauerinnen und Zuschauern möglich. Die Kapazität soll anhand der Größe des Veranstaltungsortes festgelegt werden.

In Thüringen sind derzeit vor allem Empfehlungen zum Verhalten in Kraft. So wird beispielsweise ein Mindestabstand von 1,5 Metern empfohlen. Für einige Branchen sind Hygienekonzepte notwendig, wodurch das Abstandhalten verpflichtend wird. In der Gastronomie dürfen zehn Personen aus zehn haushalten plus Geimpfte und Genesene sitzen. Öffentlich zugängliche Innenräume sind weiterhin an eine Maskenpflicht gebunden. Auch Familienfeiern sind möglich. Nehmen mehr als 70 (außen) bzw. 30 (innen) Gäste teil, muss dies beim Gesundheitsamt angemeldet werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 13. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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