"Aufholpaket": Das bringt die Förderung für junge Menschen

Schulen geschlossen, weniger Freunde treffen: Kinder und Jugendliche sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Die Bundesregierung plant deshalb ein Förderprogramm. Was kann das bringen?

Ein Mädchen mit Schultüte und Corona-Maske
Auch Kinder und Jugendliche leben mit Einschränkungen aufgrund des Coronavirus. Bildrechte: imago images / MiS

Bildungslücken schließen und soziale Bindungen stärken - das ist das Ziel der Bundesregierung mit dem "Aufholpaket". Welche Aspekte genau umgesetzt werden, wird noch diskutiert.

Zwei Milliarden Euro für Kinder und Jugendliche

Laut verschiedenen Medienberichten sollen insgesamt zwei Milliarden Euro in die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen fließen. Es sollen Nachhilfe- und Förderprogramme berücksichtigt werden. Auch die Kinder- und Jugendarbeit sowie Familien sollen unterstützt werden. Die SPD fordert einen einmaligen 100-Euro-Bonus für Kinder aus Hartz IV-Familien.

Was bringt die Förderung?

Finanzielle Unterstützung ist wichtig, sagte der Präsident vom Kinderschutzbund, Heinz Hilgers, im Gespräch mit MDR JUMP:

Was den Kindern und Jugendlichen helfen kann, ist Bildungsverluste aufzuholen, die entstanden sind.

Das könnte durch Unterricht in den Ferien und zusätzliche Unterstützung im Unterricht geschehen. Außerdem müssten sich die Kinder wieder mehr bewegen. "Es gibt ganz viele Kinder, die jetzt nicht Schwimmen gelernt haben", sagt Hilgers. Er fordere weiter, dass auch im sozialen und psychischen Bereich Unterstützung notwendig sei. Kinder hätten auch da gelitten.

Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds, spricht am 08.05.2015 in Hamburg auf der Preisverleihungsveranstaltung des 34. HanseMerkur-Preises für Kinderschutz
Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds Bildrechte: dpa

Reichen zwei Milliarden Euro?

All diese Defizite wieder aufzuholen, das sei laut Hilgers die Aufgabe von Vereinen und Verbänden, die vor Ort arbeiten. Dort gebe es viel zu tun.

Zwei Millionen reichen nicht.

Seiner Meinung nach müssten die Länder und Kommunen zusätzlich aktiv werden. Prinzipiell schätzt er aber die geplanten bundesweiten Hilfen als sinnvoll ein. Das sei eine dringend notwendige Unterstützung, damit vieles wieder aufgeholt wird, erklärte Hilgers weiter.

Eine Lehrerin mit Maske erklärt Schülern etwas.
Bildrechte: imago images/Belga

Deshalb wird viel Geld benötigt

Das Geld ist nicht nur wichtig, um verlorene Bildung aufzuholen. Auch solange noch Corona-Einschränkungen gelten, seien finanzielle Mittel relevant:

Wenn sie jetzt unter Corona-Bedingungen eine Ferienfreizeit machen würden, brauchen Sie kleine Gruppen, mehr Personal. Sie haben viel mehr zusätzliche Kosten als sonst.

Am Mittwoch soll das Bundeskabinett über das Corona-Hilfspaket für Kinder und Jugendliche abstimmen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 03. Mai 2021 | 19:20 Uhr

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