Entwurf: Lockdown soll bis kurz vor Ostern verlängert werden

Bund und Länder entscheiden mal wieder, wie es in der Coronakrise weitergeht. Gastronomie und der Handel sollen weitgehend geschlossen bleiben, während es bei den Kontaktbeschränkungen Lockerungen geben könnte.

Angela Merkel
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Nach vielen Wochen des Lockdowns wird der Ruf nach Lockerungen immer lauter. Aber zugleich steigt die Zahl der Neuinfektionen nach einer längeren Talfahrt wieder an. Kurz vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen gibt es Hinweise, wie es nun weitergehen könnte. Aus dem Entwurf für die Beratungen, der mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt, geht hervor, dass der Lockdown bis zum 28. März verlängert werden soll. Allerdings sind Ausnahmen im Gespräch.

Wieder mehr Kontakte erlaubt

So sollen sich wieder mehr Menschen treffen dürfen. Im Entwurf steht:

Die Möglichkeit zu privaten Zusammenkünften mit Freunden, Verwandten und Bekannten wird ab 8. März wieder erweitert: Es sind nunmehr private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt.

In Gebieten mit besonders niedrigen Zahlen sollten weitere Lockerungen möglich sein.

Einige Geschäfte dürfen wieder öffnen

Auch im Einzelhandel wird wohl etwas gelockert. So könnten bundeseinheitlich Blumengeschäfte, Gartenmärkte und Bücherläden wieder aufmachen, steht in dem Papier des Kanzleramtes:

Sie können somit auch mit entsprechenden Hygienekonzepten und einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 20 Quadratmeter wieder öffnen.

Darüber hinaus dürften ebenfalls die bisher noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe sowie Fahr- und Flugschulen wieder öffnen. Hier sollen Kunden aber einen negativen Schnell- oder Selbsttest vorweisen. Gaststätten und Hotels, sowie alle anderen Einzelhandelsgeschäfte müssen dagegen weiter warten. Über mögliche Lockerungen in dem Bereich soll erst am 24. März beraten werden.

Weitere Öffnung bei niedriger Inzidenz

Dem Entwurf zufolge sind weitere Öffnungsschritte an die Einhaltung einer Inzidenz von 35 geknüpft. Dann könnten der Einzelhandel, sowie Museen und Galerien wieder aufmachen. Wenn das stabil zwei Wochen läuft und sich die Zahlen nicht verschlechtern, sind die Öffnung der Außengastronomie sowie Theater und Kinos vorgesehen. Die Verpflichtung für Arbeitgeber, ihren Angestellten, wenn möglich, Homeoffice anzubieten, soll bis Ende April verlängert werden.

Schnelltests für alle

Spätestens ab Anfang April sollen sich Schüler, Lehrer und Erzieher regelmäßig testen lassen können. Auch Unternehmen müssen den Plänen zufolge ihren Beschäftigten regelmäßige Tests anbieten. Darüber hinaus soll sich jeder mindestens einmal die Woche kostenlos testen lassen können, etwa in Testzentren der Kommunen. Diese Schnelltests sollen kostenlos sein. Seit vergangenem Mittwoch sind auch Corona-Selbsttests für den Hausgebrauch in Deutschland zugelassen. Wann genau die kommen und was sie kosten, ist noch ungewiss.

Hoffnung für Breiten- und Amateursport

In dem vorläufigen Beschlussentwurf werden auch für den Sport mögliche Öffnungsschritte genannt. Möglich sein soll der "kontaktfreie Sport in kleinen Gruppen (max. 10 Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen". Auch hier ist die Öffnung abhängig vom Infektionsgeschehen.

Mit Material von dpa, Reuters und AFP

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 02. März 2021 | 15:00 Uhr

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