Corona: Erstattung von Kita-Gebühren - wie ist der Stand?

24.03.2020 | 13:42 Uhr

Die Kindergärten sind zu, doch viele Eltern müssen weiter Gebühren zahlen. Zumindest in weiten Teilen von Sachsen-Anhalt ist das so. Eine Erstattung wurde inzwischen für alle Eltern in Sachsen und Thüringen beschlossen. Hier bekommst du alle Infos zur aktuellen Lage.

Leeres Zimmer mit Spielgeräten in Kita
Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Seit einer Woche sind wegen der Corona-Pandemie in Mitteldeutschland Schulen und Kitas zu. Seitdem wird die Erhebung bzw. Erstattung von Betreuungsgebühren recht unterschiedlich gehandhabt. In Sachsen-Anhalt müssen vielerorts die Eltern weiter bezahlen, während Sachsen und Thüringen derzeit keine Kita- und Hortgebühren verlangen.

Noch keine landesweite Erstattung in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt erlassen im Moment nur wenige Kommunen den Eltern die Kita-Beiträge. Im Einzelnen sind das Halle, Dessau-Rosslau, Köthen, die Gemeinde Muldestausee, Sandersdorf- Brehna und jetzt auch Sangerhausen. SPD und Linke drängen auf eine landesweite Erstattung der Kita-Beiträge. Der stellvertretende Chef der SPD-Landtagsfraktion, Stepphuhn, bezeichnete es als unzumutbar, Beiträge für Kitas zu zahlen, die geschlossen bleiben. In vielen Familien seien Eltern wegen der Kinderbetreuung oder aufgrund von Kurzarbeit zu Hause und haben Einkommenseinbußen.  

Einheitliche Erstattung in Sachsen und Thüringen

In Sachsen hat sich die Landesregierung auf eine einheitliche Regelung geeinigt. Eltern sollen Kindergarten- und Hortbeiträge erstattet bekommen, wenn die Kinder nicht betreut werden können. Das Ganze gilt für den Zeitraum der Schul- und Kitaschließung.
So ist es jetzt auch in Thüringen geregelt. Zunächst sollen auch dort keine Beiträge mehr für die geschlossenen Horte und Kindergärten erhoben werden.

Bundesweite Regelung gefordert

Die Bundeselternvertretung der Kindergärten fordert unterdessen eine bundesweit einheitliche Regelung beim Umgang mit Kita-Gebühren während der Coronavirus-Pandemie. Eine flächendeckende Übernahme der Gebühren ist das Gebot der Stunde, erklärte die Bundeselternsprecherin Ulrike Grosse-Röthig. Sie forderte zudem einen finanziellen Ausgleich für Eltern, die ihre Kinder jetzt zu Hause betreuen und dadurch finanzielle Einbußen haben, etwa weil sie unbezahlte freie Tage nehmen müssen. Ähnlich wie bei einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall müsse es in diesen Fällen eine Ausfallzahlung geben, die vom Bund finanziert werden solle, so Grosse-Röthig.

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