Falschmeldungen zu Corona: Nicht alles aus der WhatsApp-Gruppe stimmt

27.03.2020 | 12:32 Uhr

Egal ob in sozialen Netzwerken, Kettenbriefen in Gruppenchats oder Videos: Überall werden derzeit Informationen über das neuartige Coronavirus verbreitet. Aber nicht alle stimmen. Fake News, Verschwörungstheorien oder einfach nur falsche Meldungen: Sie alle beeinflussen das, was wir über das Virus denken.

Whatsapp-Symbol auf einen Smartphone.
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Viele falsche Meldungen über das Coronavirus sind im Internet unterwegs. Auch in vielen WhatsApp-Gruppen, in denen Freunde oft ihre aktuellsten Informationen verbreiten. Genau hier lauert die Gefahr: Während wir die Aussagen von Fremden oft nicht direkt glauben, ist das Vertrauen im Freundeskreis viel größer. Wir zeigen dir weitverbreitete Falschmeldungen über Corona und die Erklärung dazu. Mit diesem Wissen kannst du helfen, dass Falschmeldungen  nicht weiter verbreitet werden.


1. Behauptung im Chat: Corona verbreitet sich über das Leitungswasser

Ich habe gehört, Corona verbreitet sich über das Leitungswasser!
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Angeblich soll schon alleine das Trinken von Leitungswasser ausreichen, um am Virus zu erkranken. Denn auch dort soll das Virus überleben.

Das ist falsch! Denn Wasser ist gut gefiltert

Das Umweltbundesamt kann diese Annahme nicht bestätigen. In einem eigenen Artikel steht: „Trinkwasser gehört in Deutschland zu den am besten überwachten Lebensmitteln. Leitungswasser ist sehr gut gegen alle Viren, einschließlich des neuartigen Coronavirus, geschützt und kann bedenkenlos getrunken werden.“ Schließlich würden durch die Filterung so gut wie alle Krankheitserreger und Schadstoffe aus dem Wasser entfernt werden. Ähnlich sieht das die Weltgesundheitsorganisation WHO: Bisher wurde das Coronavirus nicht im Trinkwasser entdeckt.


2. Behauptung im Chat: Die Grippe ist genauso gefährlich

Das neuartige Coronavirus ist nicht gefährlicher als eine gewöhnliche Grippe.
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Oft wird das neuartige Coronavirus mit der bei uns jährlich wiederkehrenden Grippe verglichen.

Das ist falsch: Die Übertragung ist deutlich einfacher

Der Chef des Robert Koch-Instituts warnt immer wieder davor, diesen Vergleich anzustellen. Zwar sei auch die Grippe gefährlich, aber das Coronavirus sei viel leichter übertragbar. Zudem seien in den Risikogruppen die Verläufe der Krankheit viel schwerer.


3. Behauptung im Chat: Ibuprofen verschlimmert die Symptome 

Mediziner der Uni Wien haben herausgefunden, dass Ibuprofen die Vermehrung des Coronavirus beschleunigt.
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Angeblich hätten Forscher der medizinischen Universität Wien herausgefunden, dass der Krankheitsverlauf nach Einnahme von Ibuprofen deutlich schlimmer ausfällt, als wenn das Medikament nicht eingenommen worden wäre.

Mittlerweile steht fest: Dafür gibt es keine Beweise

Die Universität selbst hat die Meldung auf ihrer Facebookseite dementiert. „Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hierbei um Fake News handelt“, steht dort. Laut WHO gebe es derzeit keine Hinweise darauf, dass Ibuprofen besonders negative Konsequenzen bei Patienten mit Covid-19 geben würde. Es fehlen also wissenschaftliche Beweise für den negativen Zusammenhang mit dem Medikament.


4. Behauptung im Chat: Viel Trinken verhindert die Krankheit

Du musst mindestens alle 15 Minuten etwas trinken. Selbst wenn das Virus in den Mund gelangt, leitet das Wasser die Viren dann durch die Speiseröhre in den Magen. Dort tötet die Magensäure dann das gesamte Virus ab.
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Angeblich soll es helfen regelmäßig zu trinken, da so das Virus weggespült und anschließend von der Magensäure abgetötet werden könne.

Das ist falsch! Corona kann nicht einfach weggespült werden

Auch hier gilt: Wissenschaftlich kann diese Aussage nicht bewiesen werden. Die WHO stellt fest, dass häufiges Trinken nicht vor einer Ansteckung schützt. Wenn das Virus einmal im Rachen angekommen sei, könne es nicht einfach durch Wasser weggespült werden.


5. Behauptung im Chat: Supermärkte haben nur noch selten geöffnet

Supermärkte wollen jetzt ihre Öffnungszeiten stark einschränken!
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Angeblich hätte das Nachrichtenportal Focus Online darüber berichtet, dass Supermärkte ihre Öffnungszeiten stark eingrenzen wollen. Auf einem Screenshot war der entsprechende Artikel zu lesen.

Das stimmt nicht! Der Screenshot ist gefälscht

Julia Klöckner
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Das Nachrichtenportal selbst sagt, dass dieser Screenshot gefälscht sei. Diese Meldung verbreitete auch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, auf Twitter: „Im Netz geistert rum, dass die Supermärkte nur noch 2 Tage öffnen würden. Das ist falsch!“


6. Behauptung im Chat: Knoblauch schützt vor Corona

Hausmittel wie Knoblauch schützen vor dem Coronavirus.
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Angeblich soll Knoblauch dabei helfen, das Coronavirus abzuwehren.

Nein! Diese Behauptung stinkt zum Himmel

Die WHO schreibt dazu, dass Knoblauch zwar prinzipiell ein gesundes Lebensmittel sei, es aber keine Beweise für diese Aussage gebe. Knoblauch zu essen soll also nicht vor dem neuartigen Coronavirus schützen.


7. Behauptung im Chat: Das Virus kommt aus dem Labor

Das Coronavirus stammt nicht vom Markt in Wuhan, sondern wurde in einem dortigen Biolabor gezüchtet.
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Als Ursprungsort des neuartigen Coronavirus wird ein Markt im chinesischen Wuhan vermutet. Nicht jeder glaubt das. Behauptungen sagen: Ein Labor aus Wuhan soll das Virus gezüchtet und anschließend verbreitet haben.

Fake News! Das Virus stammt aus dem Tierreich

Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass der Vorläufer des Virus von Wildtieren stammt. Diese seien auch auf dem Markt verkauft worden. Die erste Ansteckung soll im Dezember 2019 erfolgt sein. Zwar gibt es in Wuhan ein chinesisches Labor, aber Spezialisten für Infektionen stellten fest, dass das Virus seinen Ursprung im Tierreich haben soll. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 29. März 2020 | 16:10 Uhr

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