Gedenken für Corona-Opfer auch in Mitteldeutschland

Bundesweit sind bislang fast 80.000 Menschen an Corona gestorben - 15.000 davon in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. An diesem Wochenende gibt es ein Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie.

Teelichter in einer Reihe angeordnet
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Zahlreiche Städte in Mitteldeutschland wollen am Sonntag der Menschen gedenken, die in der Corona-Pandemie gestorben sind. Geplant sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das Aufstellen von Kerzen oder das Niederlegen von Blumen an zentralen Orten des Gedenkens. Auch gemeinsame Gottesdienste und Glockenläuten sind geplant. An anderen Orten pflanzen Vertreter von Kirchen und Städten gemeinsam Bäume. Wieder andere halten Schweigeminuten ab, setzen die Flaggen auf Halbmast, planen Videobotschaften oder schalten Traueranzeigen.

Zentrale Feier in Berlin

Auf Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird es an diesem Sonntag in Berlin eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie und ihre Hinterbliebenen geben. Geplant ist ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und ein Gedenkakt für die Opfer der Pandemie im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Daran werden neben Steinmeier die Spitzen von Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht sowie fünf Bürger teilnehmen, die in der Pandemie Angehörige verloren haben.

Botschaften der Ministerpräsidenten

Alle 16 Länderchefs haben ihre Bürger zu einem Zeichen der Solidarität mit den Verstorbenen in der Corona-Pandemie aufgerufen. Sie sollten zum Gedenken an diesem Wochenende abends jeweils Kerzen in die Fenster stellen und sich damit an der Aktion #lichtfenster beteiligen.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert:

Lassen Sie uns gemeinsam innehalten in stillem Gedenken und weiter zusammenstehen. Lassen Sie uns gemeinsam das letzte Stück des noch schwierigen Weges gehen – in Verantwortung füreinander, solidarisch und mit wachsender Zuversicht.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt erklärte:

Hinter den nüchternen Todeszahlen verbergen sich ganz konkrete menschliche Schicksale und Tragödien. Daran wollen wir mit Kerzen und der zentralen Gedenkfeier am Sonntag erinnern. Gemeinsam mit den Angehörigen trauern wir um die Toten. Sie sind nicht vergessen und bleiben im kollektiven Gedächtnis.

Thüringens Landeschef Bodo Ramelow mahnte:

Allen, die die Gefährlichkeit des Virus leugnen, die an den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zweifeln oder diese gar als Instrumente einer totalitären Diktatur sehen, sage ich: Den Verlust eines geliebten Menschen zu erfahren und zu erleben, wie der Partner, das eigene Kind oder die Eltern aus dem Leben gerissen wurden – häufig ohne sich angemessen verabschieden zu können – bedeuten unvorstellbares Leid.

Gedenken in Mitteldeutschland

Die evangelischen Landesbischöfin Kristina-Kühnbaum-Schmidt steht bei einem ökumenischen Gottesdienst zur Erinnerung an die Toten und Leidtragenden der Corona-Pandemie im Schweriner Dom hinter brennenden Kerzen
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In Sachsen laden evangelische und katholische Gemeinden zu Gottesdiensten, Andachten und Zeiten der Stille in ihre Kirchen ein. Unter anderem sind in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Bautzen sowie im Erzgebirge, Vogtland und in der Oberlausitz die Kirchen geöffnet.

In Thüringen begleitet eine Großprojektion am Landtagshochhaus in Erfurt die deutschlandweite Gedenkfeier. Am Samstagabend wird dazu eine riesige brennende Kerze an der Fassade des Landtagshochhauses zu sehen sein. Darüber hinaus wurde Trauerbeflaggung am Gebäude des Landtags angeordnet.

Auch die Lutherstadt Wittenberg nimmt sich die Gedenkstunde von Bundespräsident Steinmeier in Berlin zum Vorbild und erinnert am Sonntag an die Todesopfer der Corona-Pandemie. Dazu werde am Alten und Neuen Rathaus Trauerbeflaggung angebracht und um 12 Uhr mittags für fünf Minuten die Ratsglocke geläutet, teilte die Stadtverwaltung mit.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 18. April 2021 | 08:00 Uhr

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