Shoppen, Restaurantbesuch oder sogar Urlaubsreise – mit dem grünen Pass bald möglich?

Wie kommen wir raus aus dem Lockdown? Mit einem grünen Pass, wie ihn die EU jetzt plant, wäre das denkbar. In Augustusburg bei Chemnitz wird schon an so einer Art "Ticket in die Freiheit" gebastelt.

Ein israelischer Mann hält ein Smartphone in der Hand, auf dem der sogenannte "Grüne Pass" abgebildet ist.
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Mitte März will die EU-Kommission einen Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen. Ziel ist, einen sicheren Weg zur Aufhebung von Beschränkungen und zum Reisen in Europa zu finden. Das kündigte Kommissions-Vizepräsident Margaritis Schinas in Brüssel an. Die technischen Voraussetzungen dafür sollen in den nächsten drei Monaten geschaffen werden.

Was beinhaltet der Pass?

In dem Dokument soll stehen, ob man bereits gegen Corona geimpft ist oder Covid-19 hatte und somit immun ist. Neu ist, dass auch ein aktueller negativer Corona-Test in dem Pass vermerkt werden soll, für Menschen, die noch nicht geimpft sind. Damit könnten auch sie erleichterten Zugang zu Reisen, Restaurants oder Veranstaltungen haben - wenn auch nur sehr befristet.

So könnte der Pass funktionieren

Denkbar ist ein einheitlich lesbares Dokument mit QR-Code, das man auf Papier oder auf dem Smartphone bei sich tragen könnte - ähnlich wie ein Bahnticket. Dazu müssen nationale Systeme der 27 EU-Staaten vergleichbar ausgestaltet und digital verknüpft werden. Technisch ist dafür noch sehr viel vorzubereiten, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen:

Ursula von der Leyen
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Damit der digitale grüne Pass aber ein Erfolg wird, brauchen wir die Unterstützung aller Mitgliedsstaaten. Auch Sie in Deutschland müssen die Voraussetzungen dafür schaffen.

Diese Vorteile könnte der Pass bringen

Was genau mit Einführung eines solchen Passes wieder erlaubt ist, muss letztlich jeder EU-Staat selbst entscheiden, wenn es überhaupt Vorteile gibt. Einige Staaten, darunter Deutschland, haben Vorbehalte. Sie wenden ein, noch hätten nur wenige Menschen Zugang zu Corona-Impfungen. Zudem sei nicht klar, ob man trotz Impfung das Virus weitergeben kann. Kritiker fürchten auch eine verkappte Impfpflicht. In Israel gibt es so einen Pass schon, mit Sonderrechten für Geimpfte und Genesene.

Schnelltest-Projekt in Augustusburg

In Augustusburg bei Chemnitz wird derzeit auf Basis von Schnelltests an einem Öffnungsprojekt gearbeitet. Der Plan ist, dass sich jeder, der will, auf Corona testen lassen kann. Ist der Test negativ, bekommt man eine drei Tage gültige Eintrittskarte unter anderem in Geschäfte und Gaststätten. Das digitale Ticket kann im Anschluss mit einem weiteren Test erneuert werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Themen des Tages | 02. März 2021 | 19:10 Uhr

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