Wohin können wir in den Herbstferien reisen?

Die Herbstferien nahen – und viele von uns haben noch Resturlaub. Also raus mit der Familie – aber wohin? Ganz einfach ist die Sache nicht.

Familie macht einen Waldspaziergang im Herbst
Bildrechte: imago images / blickwinkel

Die Liste ist lang und sie wird jeden Tag ein bisschen länger. Regelmäßig veröffentlicht die Bundesregierung, welche internationalen Risikogebiete es gerade in der Corona-Pandemie gibt. Entscheidend ist dabei, wie sich die Zahl der Covid-19-Fälle in der betreffenden Region entwickelt. Grenze ist dabei die Marke von wöchentlich 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Beliebte Ferienziele wie die spanische Ferieninsel Mallorca, aber auch das Festland stehen bereits länger auf der Liste. Die betreffende Warnung wird wohl auch vor den Herbstferien nicht aufgehoben. In Frankreich gelten unter anderem der Großraum Paris, aber auch die Regionen Provence-Alpes-Côte-d’Azur und Auvergne-Rhône-Alpes sowie Korsika als Risikogebiete.

In Österreich ist zum Beispiel in dieser Woche das Bundesland Wien auf der Liste der Risikogebiete dazugekommen, in der Schweiz der Kanton Freiburg, in Ungarn die Hauptstadt Budapest. Das heißt: Man kann noch immer in diese Gegenden fahren, das Auswärtige Amt rät aber von nicht dringend notwendigen touristischen Reisen ab. Bei der Rückreise sind außerdem ein Corona-Test und gegebenenfalls Selbst-Isolation fällig.

Dass eine Region zum Risikogebiet wird, kann einem auch während des Aufenthalts am Zielort passieren. Immerhin: Die Corona-Warn-Apps der europäischen Länder werden nach und nach miteinander vernetzt.

Ferien starten in einem Monat

Wohin sollen Familien aus unserer Region aber nun in den Herbstferien fahren? Viel Zeit zum Planen ist jetzt nicht mehr. Der 16. Oktober ist in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der letzte Schultag vor der Pause. „Eine Reise zu planen wird eher schwieriger als einfacher“, heißt es beim ADAC.

Was das Ausland angeht: Zumindest im Vergleich zu Ländern wie Spanien und Frankreich steht Italien derzeit was die Infektionen angeht recht gut da. Das könnte ein mögliches Ziel für Urlauber sein. Allerdings gilt seit Montag für die Ferieninsel Sardinien die Pflicht, bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorzuweisen - oder aber, man lässt sich gleich nach Ankunft testen.

Auch Griechenland und Zypern haben derzeit weiter recht niedrige Corona-Zahlen. Reisende müssen sich aber mindestens 48 Stunden vor Reisebeginn auf Internetseiten anmelden. Keine Formalien sind bei einer Reise nach Dänemark nötig, wo die Infektionslage aktuell auch noch ok zu sein scheint. Gleiches gilt für Polen, hier gab es zuletzt nur in der Wojewodschaft Kleinpolen etwas höhere Corona-Zahlen.

Suche nach Unterkünften ist sehr schwer

Viele Familien werden in den Herbstferien aber wohl gar nicht ins Ausland fahren. In Deutschland gilt die Infektionslage trotz steigender Zahlen als noch vergleichsweise ruhig. Doch erstens kann sich das in den verbleibenden vier Wochen schlechtestenfalls noch ändern und zweitens ist die kurzfristige Suche nach einer Unterkunft teils sehr schwer.

Das gestiegene Interesse am Urlaub zu Hause, macht das Angebot knapp. Wie sehr - notgedrungen - die Begeisterung der Deutschen für Urlaub im eigenen Land gestiegen ist, zeigen exemplarisch Zahlen des Online-Reiseportals HomeToGo. Dort hat man nach eigenen Angaben rund drei Millionen Suchanfragen für die Herbstferien ausgewertet.

Und dabei gab es zunächst mal eine Überraschung, denn nicht etwa Nord- und Ostsee oder die Seenplatte hatten die höchsten Steigerungsraten - sondern der Schwarzwald. Hier seien die Suchanfragen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 750 Prozent angestiegen. Platz zwei ging an die Seenplatte mit einem Plus von 375 Prozent. Der dritte Rang entfiel auf Sylt, mit 340 Prozent Zuwachs.

Nun stammen diese Daten nur von einem einzigen Unternehmen und sind nicht repräsentativ. Aber sie zeigen einen Trend: Klassische Urlaubsregionen in Deutschland werden in den Herbstferien ziemlich überlaufen sein. Der ADAC hat ein paar praktische Tipps parat: Statt an den Strand könnte man lieber ins Binnenland fahren, so zum Beispiel ins Alte Land südlich der Elbe im Stadtstaat Hamburg und in Niedersachsen gelegen. Dort gibt es das größte zusammenhängende Obst-Anbaugebiet Europas. Auch Städtetrips oder die Weinlese an der Mosel seien interessante Ideen. Dazu kämen Outdoorziele wie der Harz.

„Vielleicht schaffen wir es ja auch alle zusammen, mal für den Herbsturlaub und vielleicht auch gleich für den Weihnachtsurlaub mit, nicht so weit zu fahren. Sondern einfach mal die Schönheit Deutschlands zu genießen“, hat Gesundheitsminister Jens Spahn an die Urlauber appelliert. „Das macht’s uns allen, übrigens auch den Gesundheitsämtern vor Ort, deutlich leichter. Muss man nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit finden – und los geht’s!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 20. September 2020 | 08:40 Uhr

Weitere Informationen zu Corona