Gibt es mehr Lockerungen? Darüber wird am Mittwoch beraten

Viele Bereiche des Lebens sind nach wie vor eingeschränkt. Die Corona-Infektionszahlen steigen auch wieder leicht an. Doch in Deutschland wird diskutiert, wie es Lockerungen geben kann. Vor dem Zusammentreffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit dem Bund gibt es viele Meinungen.

Wenige Fußgänger sind in der Grimmaischen Straße im Zentrum unterwegs.
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Bund und Länder werden am Mittwoch wieder für Beratungen zusammentreffen. Es soll über mögliche Lockerungen diskutiert werden, da die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen deutlich gesunken ist. Doch derzeit bleiben sie auf einem noch hohen Niveau und steigen sogar leicht wieder an. Deshalb gibt es unterschiedliche Meinungen.

Ab welche Inzidenz wird gelockert?

Gibt es weitreichende Lockerungen bereits ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen? Oder erst, wenn dieser Wert unter 35 liegt? Wenn es nach Reiner Haseloff, dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt geht, sollte es schon ab dem Wert 50 Lockerungen geben. Er sagte der Funke Mediengruppe, dass Lockerungen mit umfangreichen Hygienekonzepten eine gute Lösung seien. So könnte verhindert werden, dass "vieles in den illegalen Bereich wandert". Dann würde sich das Virus noch weiter ausbreiten.

Die Menschen sind nach dem Lockdown erschöpft. [...] Daher sollten wir mehr erlauben - mit strengen Hygienemaßnahmen, Tests und Impfangeboten.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt Funke Mediengruppe

Reiner Haseloff (CDU), kommt in der Staatskanzlei zu einer Pressekonferenz.
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Sachsen gegen großzügige Lockerungen

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer bereitet vor allem die Entwicklung in der Grenzregion zu Tschechien Sorge. Das Nachbarland hat erneut mit hohen Infektionswerten zu kämpfen. Aufgrund vieler Grenzpendler ist das für Sachsen ein Problem. In den Bund-Länder-Beratungen könne es "allenfalls um kleine Schritte gehen", sagte Kretschmer. Er spricht sich für mehr Schnelltests bei möglichen Öffnungen aus. So könnte die pauschale Kontaktvermeidung beendet werden. Mehr Tests, um Öffnungen zu erreichen, schlägt auch Karl Lauterbach vor.

Die Tische und Stühle vor einem Restaurant in Jena sind zusammengeräumt
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Söder für regionale Unterschiede

Bayerns Ministerpräsident Söder sprach sich für regional unterschiedliche Lockerungen aus. Wenn ein Ort niedrige Inzidenzwerte hat, könnte gelockert werden. Bei höheren Werten müsse die Notbremse gezogen werden, sagte er dem Sender RTL/n-tv.

Ärzteverband fordert Kontrolle über Infektionsgeschehen

Nur, weil Menschen "lockdownmüde" seien, wären Öffnungen der falsche Weg, sagte der Vorsitzende des Berufsverbands der deutschen Amtsärzte der "Rheinischen Post". Wenn Bereiche geöffnet werden, müsse eine gute Teststrategie vorliegen.

Tische und Stühle stehen vor einer Pizzeria, die derzeit nur Speisen zum Mitnehmen anbieten darf.
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Gastgewerbe fordert Öffnungsperspektive

Noch vor Ostern sollen Restaurants und Hotels öffnen. Das fordert Ingrid Hartges vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Tagesspiegel. Der reine Blick auf die Inzidenzwerte soll ihrer Meinung nach aufgehoben werden. Sie fordert ein Konzept, das gesellschaftliches Leben ermöglicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 02. März 2021 | 10:00 Uhr

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