Warum wir auch nach der Pandemie Masken tragen sollten

Fast die Hälfte der Deutschen will weiter eine Maske tragen, auch wenn Corona vorbei ist. Das hat eine Umfrage ergeben. Aber ist der Mund-Nasen-Schutz dann wirklich noch nötig?

Eine Frau mit Behelfs- Mund und Nasenmaske in der Innenstadt von Jena.
Bildrechte: imago images/MedienServiceMüller

44,7 Prozent der Deutschen will auch nach der Corona-Pandemie weiter eine Maske zum Schutz vor Krankheiten tragen. Das hat eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey* im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" ergeben. 41,9 Prozent der Befragten wollen dagegen auf das Stück Stoff vor Mund und Nase dauerhaft verzichten. Der Rest ist unentschieden. 

Infektionskrankheiten rückläufig

Fakt ist: Durch die Corona-Maßnahmen wie Maske tragen, Abstand halten und häufiges Hände waschen ist die Fallzahl anderer Infektionskrankheiten deutlich gesunken – vor allem Krankheiten, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden wie die Grippe. Die Grippesaison 20/21 fiel nahezu komplett aus. Auch gab es im vergangenen Jahr nur noch rund ein Drittel der Norovirus-Fälle von 2019.

Mediziner sehen dauerhaften Nutzen von Masken

Ärzte halten das Maske tragen in bestimmten Bereichen auch nach der Pandemie für sinnvoll. Dazu zählen beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel oder auch überfüllte Wartezimmer. Gerade in den Wintermonaten sind Masken ein guter Schutz vor Viren, heißt es unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin. Eine gesetzliche Verpflichtung halten die Mediziner nach der Corona-Pandemie aber nicht für geboten.

Keine juristische Grundlage

Die Maskenpflicht über die Corona-Pandemie hinaus zu verlängern, ist juristisch zweifelhaft, sagt ZDF-Rechtsexperte Christian Deker. Nach jetziger Rechtslage gilt die Pflicht nur, um Corona-Infektionen zu minimieren. Für andere Krankheiten müsste das Infektionsschutzgesetz geändert werden, so der Jurist. Doch da andere Infektionskrankheiten nicht pandemisch auftreten und auch weit weniger gefährlich sind, sei das nicht verhältnismäßig.

Meinungen gehen auseinander

Auf Facebook haben wir euch gefragt, wie ihr es mit der Maske nach Corona handhaben wollt. Dazu sind sehr unterschiedliche Antworten eingegangen. Eine überwiegende Mehrheit hofft, dass die Maskenpflicht bald wegfällt. Viele wollen dann auch keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen, so wie Pia Schütze:

Bin froh, wenn man endlich wieder den Leuten ins Gesicht schauen kann und sieht die Mimik wieder. Gerade im Laden meinen Zwergen … was zu erklären … ist echt schwer. Soll jeder machen wie er denkt. Ich bin für freies Atmen.

Auch Silvia Berlin sehnt sich nach der maskenfreien Zeit:

… das Ding kommt sofort weg wenn nicht mehr Pflicht. Was ich gern beibehalten würde wäre der Abstand beim Einkaufen bzw. generell beim Anstehen, aber das vergessen ja jetzt schon wieder einige.

Einige von euch waren in den vergangenen Monaten seltener krank und wollen deshalb die Maske auch künftig aufsetzen, so z. B. Juliane Monika Müller:

Auf alle Fälle werde ich weiterhin in einigen Situationen (Arzt, Supermarkt) die Maske tragen. Eineinhalb Jahre ohne lästige Erkältung haben mich überzeugt.

Auch Sandra Kullich kann sich vorstellen, den Mundschutz weiter zu tragen:

Ich bin schon eine Weile komplett fertig mit den Impfungen und wenn die Maskenpflicht entfällt, werde die ich Maske dennoch in bestimmten Situationen tragen. Zum Beispiel wenn ich das Gefühl habe irgendwie krank zu werden und/oder in Arztpraxen und Kliniken. So wird es z.B. in Japan gehandhabt und ich finde das gut so. Ich finde das hat etwas mit Rücksicht zu tun.

*Für die Befragung wurden im Zeitraum vom 28.05. bis 01.06.2021 die Antworten von 5027 Teilnehmern aus Deutschland berücksichtigt, bei denen Kinder im Haushalt wohnen. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung gewichtet. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 01. Juni 2021 | 16:00 Uhr

Weitere Informationen zu Corona

Ist die Ampulle von Biontech einmal geöffnet, muss der Impfstoff innerhalb weniger Stunden verimpft werden. Mal eben eine Corona-Impfung im Praxisalltag dazwischenschieben, geht damit kaum.
Ist die Ampulle von Biontech einmal geöffnet, muss der Impfstoff innerhalb weniger Stunden verimpft werden. Mal eben eine Corona-Impfung im Praxisalltag dazwischenschieben, geht damit kaum. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank