Himmelfahrt: Diese Corona-Regeln gelten in Mitteldeutschland

Himmelfahrt und Pfingsten nahen und die Menschen in Mitteldeutschland sehnen sich nach einem Stück Normalität. Die neuen Corona-Verordnungen lassen immerhin etwas mehr Freiheiten zu...

Christi Himmelfahrt im Kalender eingetragen
Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Sachsen stellt den Bürgern im Freistaat bei sinkenden Corona-Zahlen mehr Freiheiten in Aussicht. Dafür hat die Landesregierung eine neue Corona-Schutzverordnung beschlossen, die ab vergangenen Montag bis zunächst Ende Mai gilt. Die Regeln der neuen Verordnung greifen allerdings nur dort, wo die Bundes-Notbremse nicht mehr gilt: In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100 liegt. Davon sind alle Regionen in Sachsen noch ein ganzes Stück entfernt - bis auf die beiden Großstädte Leipzig und Dresden.

Regeln für Gastro und Tourismus in Sachsen

Übernachtungen auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen sind bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 erlaubt - mit Kontakterfassung. Erst bei einem Wert unter 50 sind auch wieder Übernachtungen in Hotels und Pensionen möglich - aber nur mit Buchung, Test und Kontakterfassung.

Auch ein Besuch im Biergarten ist bei einem stabilen Wert unter 100 möglich: Gastronomiebetriebe dürfen zumindest ihre Außenanlagen öffnen und rüsten sich in Dresden und Leipzig bereits dafür. Voraussetzung sind Terminvergabe und Kontakterfassung sowie ein Negativtest, wenn mehr als zwei Hausstände an einem Tisch sitzen.

Open-Air-Veranstaltungen dürfen mit Auflagen wieder stattfinden, wenn die Ansteckungsquote stabil unter 100 liegt. Gleiches gilt für Kinos, Theater und Konzerthäuser und Museen und Galerien. Voraussetzung ist ein Negativtest, zudem muss die Kontaktnachverfolgung gewährleistet werden.

Mehr Rechte für Geimpfte

Wer eine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten hat, die mindestens 14 Tage zurückliegt, gilt als vollständig geimpft. Diese Menschen sowie Genesene (Nachweis durch einen mindestens 28 Tage alten PCR-Test) müssen künftig keinen negativen Test mehr vorzeigen, etwa beim Friseur oder Terminshopping. Sie werden mit negativ Getesteten gleichgestellt. Nach dem Bundestag hatte am Freitag der Bundesrat einer Lockerung der Regeln für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene zugestimmt. Unter anderem fallen für sie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen weg.

Bei einer Inzidenz von weniger als 100 neuen Corona-Fällen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen werden die Kontaktbeschränkungen gelockert. Dann dürfen sich drinnen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, draußen sind es zehn Personen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Bei Eheschließungen dürfen 20 Leute unter Auflagen dabei sein, bei Beerdigungen 30.

Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt

Seit vergangenem Samstag gilt die neue sachsen-anhaltische Corona-Landesverordnung. Demnach können Landkreise und kreisfreie Städte, deren Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt, die Außengastronomie wieder öffnen. Auch Urlaube in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sind dann wieder möglich. Kinos, Theater und Konzerthäuser dürfen im Freien Veranstaltungen mit bis zu 100 Gästen anbieten. Allerdings sind bislang nur die Stadt Magdeburg und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Stand: 11.05.2021 03:11 Uhr) unter dem kritischen Wert der Sieben-Tage-Inzidenz.

In Magdeburg sind am vergangenen Sonntag die Corona-Regeln der Bundes-Notbremse weggefallen. Die Sieben-Tage-Inzidenz dort hatte bereits fünf Wochentage in Folge unter der 100er-Marke gelegen. Dort enden nun die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen, es dürfen sich wieder deutlich mehr Menschen treffen und die Außengastronomie darf wieder öffnen.

Ansturm auf Außengastronomie erwartet

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga erwartete bei der Öffnung der Außengastronomie in Sachsen-Anhalt einen Ansturm. Dehoga-Landeschef Michael Schmidt:

Michael Schmidt - Präsident DEHOGA-Landesverband
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Viele Menschen haben Sehnsucht danach, sich mal wieder irgendwo hinsetzen zu können und sich bedienen zu lassen.

Die Situation sei aber für Gastronomen noch immer riskant. "Keiner weiß ja, wie lange er öffnen kann", sagte der Hotelier.

Corona-Regeln in Thüringen

Biergarten, Campen, Shoppen - all das soll bei stabil niedrigen Corona-Inzidenzwerten nach den nun geltenden neuen Regeln wieder möglich sein. Doch es könnte noch dauern, bis in Thüringen die ersten Landkreise die kritische Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern unterschritten haben. Mit aktuellem Stand (11.05.21, 14.00 Uhr) erfüllte noch kein Landkreis oder kreisfreie Stadt die Anforderungen.

Nachdem in Jena ein wichtiger Schwellenwert in der Pandemie unterschritten worden ist, sind Lockerungen der Corona-Maßnahmen aber noch nicht sicher. Frühestens ab Mittwoch kommender Woche wäre es möglich, bestimmte Regeln zu entschärfen. Dazu müsste aber die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz weiter unter 100 liegen, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Heißt: Besuche im Biergarten, in Außenbereichen von Cafés, auf Terrassen von Restaurants - all das soll wieder möglich sein, wenn die Inzidenzen es erlauben und die Bundesnotbremse nicht mehr greift. Zunächst sollen Gäste aber einen Termin für ihren Besuch buchen müssen - telefonisch oder online.

Einzelhandelsgeschäfte in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt dürfen bei stabil niedrigen Inzidenzwerten unter 100 wieder öffnen. Kunden müssen aber einen negativen Test mitbringen und eine Kontaktnachverfolgung muss sichergestellt sein. Touristische Übernachtungen in Hotels bleiben auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 vorerst tabu. Doch Campen und Urlaub in einer Ferienwohnung soll dann wieder möglich sein.

Museen dürfen künftig ihre Außenbereiche öffnen, wenn es das Infektionsgeschehen erlaubt. Das gleiche gilt für Gedenkstätten, Burgen und andere Sehenswürdigkeiten mit Außenbereichen.

Mit Material der dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 12. Mai 2021 | 06:00 Uhr

Weitere Informationen zu Corona