Schnelltests an Schulen: Worauf müssen sich Lehrer und Schüler einstellen?

Um den Präsenzunterricht für alle Schüler zu ermöglichen, wird ab kommenden Montag in Sachsen-Anhalt die Corona-Testpflicht eingeführt. Wie sieht's in Sachsen und Thüringen aus?

Buntstifte zeigen auf einen Schnelltest in der Schule
Bildrechte: imago images/ Eibner

Ohne ein negatives Testergebnis dürfen Schüler und Schülerinnen in Sachsen-Anhalt ab Montag nicht die Schule besuchen. Was ist mit Sachsen-Anhalt und Thüringen? Und wie soll das mit dem Testen überhaupt ablaufen?

Sachsen-Anhalt

Schülerinnen und Schüler müssen sich ab Montag, den 12. April, zweimal öffentlich auf eine Corona-Infektion testen lassen. Die Testpflicht gilt für alle Schulformen. Alternativ können die Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte auch negative Ergebnisse medizinischer Tests vorlegen. Grundschülern soll die Option freibleiben, sich auch zu Hause testen zu lassen. Das sollen aber die Schulen vor Ort mit ihren Kindern und Eltern entscheiden. Bildungsminister Marco Tullner sagt, dass alle Lehrerinnen und Lehrer im Land zudem ein Impfangebot erhalten hätten, von dem sie Gebrauch machen sollten. Sachsen-Anhalts Vorbild ist dabei die Regelung in Sachsen.

Sachsen

Auch in Sachsen sollen die Schulen nach den Osterferien inzidenzunabhängig wieder öffnen können. Und auch hier werden Schülerinnen und Schüler aller Schulen zweimal pro Woche per Selbsttest in der Schule auf das Coronavirus getestet oder müssen ein anderweitiges qualifiziertes negatives Testergebnis vorweisen können. An den weiterführenden Schulen in Sachsen ist das jedoch schon seit Wochen Pflicht.

Trotz steigender Infektionszahlen wollen wir den Kindern und Jugendlichen den Kita- und Schulbesuch ermöglichen. Unser aller Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Schule und Kita möglichst sichere Orte bleiben.

Sagt Kultusminister Christian Piwarz.

Thüringen

Schüler und Lehrer an Schulen in Thüringen sollen sich von Montag an zwei Mal wöchentlich selbst auf das Coronavirus testen können. Bei Grundschülern soll dabei auf einfache Lutschtests gesetzt werden. Bildungsminister Helmut Holter sagte MDR THÜRINGEN, dass die Tests jedoch vorerst freiwillig bleiben. Ende April werde er Bilanz über die Teilnahme ziehen und dann entscheiden, ob die Tests verpflichtend werden.

Was, wenn sich ein Kind nicht testen lassen will?

Wer sich nicht testen lässt, wird auch nicht betreut, sagt Bildungsminister Tullner in einem Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT:

(Wer sich nicht testen lässt) wird nicht aufs Schulgelände gelassen, um das mal sehr plastisch auszudrücken und bekommt dann Aufgaben für zu Hause. [...] Wir wollen mit verpflichtenden Tests die Schule möglichst sicher machen. Und diesen Test kann man über zwei Wege machen. Entweder man bringt einen Test mit, der nicht älter als 48 Stunden ist und von einer Teststelle, die es ja mittlerweile überall gibt, gemacht wurde. Oder man lässt sich beim Betreten des Schulgeländes testen, weil die Tests ja dann vorliegen. Die beiden Optionen gibt es. Wer das aus verschiedenen Gründen nicht will, kann dann das Schulgelände nicht betreten.

Was passiert bei positiven Fällen?

Das Bildungsministerium beantwortet die Frage folgendermaßen:

Die betroffene Schülerin oder der betroffene Schüler ist umgehend zu isolieren und die Erziehungsberechtigten sind zu verständigen. Darüber hinaus ist das für die Schule zuständige Gesundheitsamt zu verständigen, dass über das weitere Vorgehen entscheidet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 12. April 2021 | 06:00 Uhr

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