So wollen Supermärkte eine Verbreitung des Coronavirus verhindern

27.03.2020 | 17:18 Uhr

Das Coronavirus hat auch unser Einkaufen im Supermarkt verändert. In diesen Tagen ist nicht nur das Klopapier oft ausverkauft, auch Sicherheitsvorschriften gilt es zu beachten. Wir haben bei den Supermärkten nachgefragt, wie sie vor Ort Infektionen mit dem Virus vermeiden wollen.

Markierungen am Boden in einem Supermarkt
Bildrechte: imago images / Action Pictures

Innerhalb weniger Tage wurde auf Bundesebene ein Kontaktverbot und Ausgehbeschränkungen erlassen. Einkaufen im Supermarkt dürfen wir als Bürger aber dennoch. Nur wie – das hat sich verändert.

Kunden sollen geschützt werden

Die großen Supermarktketten haben nach und nach Maßnahmen in ihren Filialen in Mitteldeutschland umgesetzt, damit möglichst vermieden wird, dass sich Kunden oder Personal in den Läden mit dem Virus anstecken können. Mitarbeiter bekommen oft Mundschutze und Handschuhe sowie Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Alle weiteren Maßnahmen haben wir für euch auf einen Blick zusammengefasst:

Supermarkt Maßnahmen
Aldi Vorschrift eines 2 Meter Abstands, regelmäßige Desinfektion von Einkaufswagen und Kontaktflächen, Abstandsmarkierungen an den Kassen mit Klebeband und Plastikelementen,
Edeka Faustregel: 5 Kunden auf 100qm Ladenfläche, Abstandsmarkierungen an den Kassen mit 1,5 Meter Abstand, Unterbinden von Hamsterkäufen, Einbau von Plexiglasscheiben
Penny Begrenzung der Kundenanzahl im Markt möglich, mehrmals tägliche Reinigung der Filialen, nach und nach Schutzscheiben an den Kassen, Abstandsmarkierungen im Kassenbereich, Durchsagen im Markt zu Sicherheitsmaßnahmen
Rewe Nur begrenzte Anzahl von Kunden in einem Laden, Reinigungskonzept, das mehrfach täglich umgesetzt wird, Einbauen von Schutzscheiben an Kassen, Abstandsmarkierungen an den Kassen, Durchsagen mit weiteren Hinweisen
Kaufland kein Befüllen von Mehrwegbehältern von Kunden, Brotschneidemaschinen außer Betrieb genommen, Abstandsmarkierungen und Plexiglasscheiben im Kassenbereich, Anzahl der Kunden in manchen Filialen beschränkt
Tegut Abstandsvorschrift von 1,50 m, begrenzte Anzahl von Kunden in den Filialen, Abstandsmarkierungen und Plexiglasscheiben im Kassenbereich, Durchsagen mit Hinweisen

Wir haben noch weitere Supermarktketten zu ihren Maßnahmen befragt. Sobald uns weitere Informationen vorliegen, aktualisieren wir die Übersicht.

Grundsätzlich in allen Läden gelten natürlich die allgemeinen Vorschriften zum Kontaktbeschränkung, auf die sich Bund und Länder geeinigt haben. Das heißt im Supermarkt muss mindestens immer ein Abstand von 1,5 Meter zu Menschen gehalten werden, die nicht dem eigenen Hausstand angehören oder nicht Lebenspartner sind. Genaueres dazu findest du auch nochmal in unserer Übersicht.

Kein Ladenverbot für bestimmte Altersgruppen

Vor wenigen Tagen hatte ein Fall in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Ein Security-Mitarbeiter vor einer Edeka-Filiale soll einer Mutter untersagt haben, ihren Sohn mit in den Laden zu nehmen. Der Markt wollte Medienberichten zufolge damit sicherstellen, dass die 1,5 Meter-Abstandsregel eingehalten wird. Wir haben über die Situation mit der Edeka-Vorstandsassistentin Meike Marschall gesprochen, die für die Märkte in Sachsen und Thüringen arbeitet. Sie schloss eine solche Maßnahme in den Geschäften bei uns deutlich aus:

Wir gewähren jedem Zutritt zu unseren Geschäften. Senioren genauso wie Kindern.

Warum ihre Kollegen in Hamburg anders entschieden haben, kann sie nicht begründen. Von der Zentrale gebe es eine solche Regelung nicht. Märkte selbst könnten aber eigene Vorschriften auflegen.

Kartenzahlung erwünscht

In den Supermärkten der von uns befragten Ketten werden Kunden darum gebeten, möglichst mit der Karte zu zahlen. Damit soll ein Infektionsrisiko für die Mitarbeiter weiter reduziert werden. Eine Sperre für Bargeldzahlungen plant deshalb aber keine der Ketten. In kleineren Läden kann das aber anders aussehen. Die Telefonseelsorge in Erfurt sagte MDR JUMP, dass mehrere Anrufer ohne Karte keine Brötchen mehr beim Bäcker kaufen konnten. Im Zweifel gilt also: vorher nachfragen, um sich einen peinlichen Moment an der Kasse zu ersparen.

Ein Ende der Maßnahmen noch nicht in Sicht

Wie lange die Beschränkungen im öffentlichen Leben und somit die Sicherheitsmaßnahmen in den Supermärkten noch andauern, ist derzeit völlig offen. Ursprünglich war ein Ende nach Ostern im Gespräch. Bundeskanzlerin Merkel hat dem allerdings widersprochen. Regierungssprecher Steffen Seibert hat dazu ein Statement von Merkel getwittert:

Wenn man allerdings zu wenig besuchten Zeiten in den Supermarkt geht und die Regeln an der Tür einmal gelesen hat, kann man den Ausflug in den Laden auch entspannt durchführen.

Ach und übrigens. Die Supermärkte und Drogerien melden, dass sich langsam die Hamsterkäufe im Klopapierbereich entspannen. Wenn deine wirklich letzte Rolle gerade zuneige geht, könntest du die Tage gerade Glück haben.

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