Sachsen will alle Erwachsenen in Grenzregion impfen

Alarmstufe dunkelrot an der tschechischen Grenze: Die Bewohner in den Landkreisen dort sind besonders gefährdet, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Sachsen und Bayern schlagen vor, alle über 18-Jährigen zu impfen.

In einer Schulungsimpfstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KV) wird der Ablauf der Corona-Schutzimpfung trainiert.
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Sachsen und Bayern wollen im Kampf gegen Corona enger zusammenarbeiten. Die beiden Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und Markus Söder (CSU) einigten sich auf einen Zehn-Punkte-Plan. Ziel der Covid-19-Allianz sei ein möglichst einheitliches Vorgehen beider Bundesländer in der Pandemie, etwa in den Grenzregionen zu Tschechien.

Vorschlag: Impfpriorisierung soll wegfallen

Beide Länderchefs sind für mehr Impfungen in den besonders betroffenen Regionen - unabhängig vom Alter oder von Prioritäten. Mit den jetzigen Werkzeugen könne die Corona-Situation in den Grenzregionen nicht gelöst werden, sagte Kretschmer:

Fakt ist aus Dresden Corona Impfen Sachsen
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Wir brauchen ein besonderes Impfregime für Hotspots.

Als Beispiel nannte er den Vogtlandkreis, wo die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei rund 230 liegt. Die Menschen seien in den Grenzregionen zu Tschechien am meisten gefährdet. Wären sie geimpft, könnten sie dann auch das Coronavirus nicht an andere weitergeben. Deshalb sollte in der Region allen Erwachsenen über 18 Jahre ein Impfangebot gemacht werden, sagte Kretschmer. Dies müsse auch Thema bei den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch sein.

Bayern und Sachsen fordern mehr Impfstoff

Gleichzeitig fordern die beiden Länder an der Grenze zu Tschechien aus Berlin und Brüssel Sonderhilfen für die Corona-Hotspots. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte:

Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt in der Staatskanzlei an einer Online-Pk von Bayern und Sachsen zur Covid-19-Allianz der beiden Bundesländer teil. Auf dem Bildschirm links ist Michael Kretschmer, (CDU) Ministerpräsident von Sachsen zu sehen.
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Wir wünschen vom Bund und von der EU zusätzliche Impfstofflieferungen.

Dies sei wichtig, damit perspektivisch auch hier durch sinkende Inzidenzen Öffnungen wieder vertretbar würden, so Söder.

Mehr Hilfe für Tschechien geplant

Beide Länder wollten zudem Tschechien besser helfen, nicht nur mit der Aufnahme von Corona-Patienten in Krankenhäusern. Um die schwierige Lage zu verbessern, würden Bayern und Sachsen zudem Schnelltests und Impfstoff an das Nachbarland liefern. Auch Thüringen bot Hilfe an. Mitte Februar war Tschechien als Virusvariantengebiet eingestuft worden. Es gibt seitdem strenge Grenzkontrollen. Ausnahmen gelten unter bestimmten Voraussetzungen unter anderem für Pendler, die in Sachsen und Bayern arbeiten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Themen des Tages | 01. März 2021 | 19:10 Uhr

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