Klebezettel für Windschutzscheibe bei Parkfrust
Bildrechte: imago images / Ralph Peters

Dürfen Fußgänger Parkplätze freihalten?

05.07.2019 | 11:20 Uhr

Das treibt bei Autofahrern in der Hitze den Puls hoch: Am See oder am Freibad finden sie nirgendwo einen freien Parkplatz. Und in der letzten freien Lücke steht schon jemand, der den Platz für seine Familie freihalten will. Wer ist da im Recht?

Klebezettel für Windschutzscheibe bei Parkfrust
Bildrechte: imago images / Ralph Peters

"Ich lauf schon mal schnell vor und halt dir einen Parkplatz frei": Wenn der Beifahrer das sagt, ist das richtig nett gemeint. Schließlich kann sich der Fahrer dann fast drauf verlassen, dass er später auch eine Lücke für das Auto findet. Unter Autofahrern sorgen solche Freihalte-Aktionen aber regelmäßig für Ärger. Schließlich gehen die anderen davon aus: Wer zuerst an der Parklücke ist, darf die auch nutzen.

Sorgt auch für juristischen Ärger

Parkplätze außerhalb von Privatgelände sind öffentliches Eigentum und dürfen auch nicht für andere freigehalten werden. Das Anrecht auf den Parkplatz hat dann immer der Autofahrer, der ihn als erstes erreicht. Das gilt auch dann, wenn der Fahrer noch über die Gegenspur auf die andere Seite fahren oder vorab noch etwas rangieren muss. Johannes Boos vom ADAC sagte MDR JUMP:

Johannes Boos vom ADAC
Bildrechte: ADAC

Juristisch ist das Nötigung, wenn ein Autofahrer einparken will und das eben nicht kann.

Stellt sich ein Fußgänger trotzdem auf einen freien Parkplatz, darf der mit dem Auto langsam herausgedrängelt werden, sagen Verkehrsrechtsexperten. Autofahrer sollten sich aber genau überlegen, wie sie in so einem Fall vorgehen. Schließlich kann so ein Streit vor allem bei Hitze schnell eskalieren. Der beste Weg: Den anderen höflich drauf hinweisen, dass er nicht im Recht ist. Auf den Fußgänger zufahren,

"Umzug – bitte freihalten!"

Mit einem Stuhl wird ein Parkplatz reserviert
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In vielen engen und zugeparkten Seitenstraßen sieht man das öfter: Jemand hat mit Stühlen oder anderen Gegenständen einen Parkplatz für einen Umzug reserviert und bittet mit einem handgemalten Schild höflich um Beachtung. Auch das ist nicht erlaubt und gilt als Ordnungswidrigkeit. Wer wirklich einen Parkplatz für einen Umzug braucht, sollte bei der Stadt ein paar Tage vorab ein mobiles Halteverbot beantragen. Das kostet beispielsweise in Leipzig 30 Euro, in Erfurt sind es nur 15 Euro und in Magdeburg 16 Euro.

Dieses Thema im Programm DIE MDR JUMP MORNINGSHOW | 05. Juli 2019 | 05:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juli 2019, 11:20 Uhr

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