Jedes Jahr der gleiche Stress: Alles für die Steuererklärung zusammensuchen
Für die Steuererklärung müssen alle Belege gesammelt werden. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Steuererklärung vergessen? So kannst du die Abgabefrist verlängern

26.07.2019 | 14:15 Uhr

Die Steuererklärung muss seit diesem Jahr bis zum 31. Juli abgegeben werden. Damit bekommen wir vom Finanzamt zwei Monate mehr Zeit, als in den Vorjahren. Aber auch wer diese Frist verpasst hat, kann sich noch vor Strafzahlungen schützen.

Jedes Jahr der gleiche Stress: Alles für die Steuererklärung zusammensuchen
Für die Steuererklärung müssen alle Belege gesammelt werden. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Die Steuererklärung gehört zu den unbeliebtesten Aufgaben im Jahr. Seit 2019 muss sie erst bis 31. Juli abgegeben werden. Aber auch diese Frist ist irgendwann abgelaufen. Wir erklären euch alles, was dann wichtig ist.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

  • Arbeitnehmer (Wenn mindestens zwei verschiedene Tätigkeiten ausgeübt werden - und somit die Steuerklasse 6 gilt.)
  • Ehepaare (Wenn sie ihre Steuerklasse in 3 beziehungsweise 5 ausgeteilt haben.)
  • Mit zusätzlichem Einkommen (Wenn zusätzlich zum Haupteinkommen mehr als 410 Euro verdient werden)
  • Mit Freibetrag (Den das Finanzamt bewilligt hat)
  • Kurzarbeiter
  • Selbstständige oder Gewerbetreibende
  • Bei Bezug von Arbeitslosengeld oder Lohnersatzleistungen (Wenn mehr als 410 Euro ausgezahlt wurden)
  • Wer sich im Vorjahr scheiden ließ (Wenn sie zuvor gemeinsam veranlagt wurden oder die unterhaltspflichtig sind)
  • Rentner (Wenn das Einkommen 9000 Euro (ledig) oder 18.000 Euro (verheiratet) übersteigt

Wer muss keine Steuererklärung abgeben?

Wer als Arbeitnehmer in der Steuerklasse 1 ist und nur aus einer Beschäftigung Einkommen bezieht, müssen keine Steuererklärung abgeben. Das gilt auch, wenn Ehepartner in der Steuerklassenkombination 4/4 veranlagt werden. Außerdem ist keine Steuererklärung notwendig, wenn das Einkommen unter 9.000 Euro (Singles) oder unter 18.000 Euro (verheiratet/eingetragene Lebenspartner) liegt.

Lohnt sich die Abgabe, auch wenn ich nicht abgeben muss?

Bei den meisten wird tatsächlich Geld zurückerstattet. Zum Beispiel lohnt es sich schon, wenn der Arbeitsort 16 Kilometer von zu Hause entfernt ist. Denn dann liegen die Fahrten bereits auf Höhe der Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. Das bedeutet: Jeder Euro, der für Werbungskosten dann mehr abgesetzt werden kann, wirkt sich direkt auf eine Rückzahlung aus.

Es lohnt sich auch, wenn ein Riester-Vertrag abgeschlossen wurde. Dann wird Geld zurückgezahlt.

Außerdem hat jeder, der eine freiwillige Steuererklärung abgibt, nichts zu verlieren. Sollte das Finanzamt feststellen, dass Geld nachgezahlt werden muss, kann die Steuererklärung zurückgezogen werden.

Insgesamt bekommen 87 Prozent der Steuerzahler Geld erstattet. Im Durchschnitt sind es 974 Euro.

Kann die Frist noch verlängert werden?

Frau verzweifelt an der Steuererklärung
Bildrechte: IMAGO

Wenn die Erklärung nicht pünktlich abgegeben wird, kann das sehr teuer werden. Bis 2020 darf das Finanzamt noch kulant bleiben und hat einen Ermessensspielraum. Danach werden je angefangenen Monat 25 Euro berechnet. Aber du kannst auch etwas mehr Zeit beantragen. Dafür reicht ein Brief oder eine E-Mail mit den Gründen für den Aufschub aus. Diesen solltest du so schnell wie möglich absenden.
Akzeptiert wird dieser Antrag meistens, wenn noch Belege fehlen, eine Erkrankung oder ein Unfall vorliegen oder ein längerer Auslandsaufenthalt durchgeführt wurde. Zu viel Arbeit gilt nicht unbedingt als akzeptiertes Argument. Wer die Steuererklärung von einem Berater machen lässt, hat nun auch zwei Monate länger Zeit und zwar bis Ende Februar des nächsten Jahres.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 31. Juli 2019 | 10:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2019, 11:51 Uhr

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