Gelten Tempolimits auch für Radfahrer?

27.01.2020 | 11:48 Uhr

Immer wieder wird über allgemeine Tempolimits debattiert. MDR JUMP-Hörerin Manuela wollte wissen: Gelten die auch für Radfahrer? Und wie werden die bei denen durchgesetzt? Wir haben nachgefragt!

Ein Radfahrer im Winter
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Nicht nur über Tempolimits auf der Autobahn wird diskutiert. Auch für die Innenstädte ist eine Verschärfung des Tempolimits im Gespräch. Bisher darf man dort ja maximal 50 fahren. Überlegt wird, das Tempo auf 30 herunterzusetzen.

Aber wie ist das eigentlich mit Radfahrern, wollte eine MDR JUMP Hörerin von uns wissen: Während Autos mit Schritttempo vorwärts zuckeln müssen, donnern auf dem Radweg die Fahrradfahrer vorbei? Irgendwie sei das unfair. Gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht auch für Fahrradfahrer? Rechtsanwalt Thomas Kinschewski sagt: Ja!

Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Stadt gelten auch für Radfahrer.

Wer also auf dem Rad oder E-Bike mit über 50 Sachen durch die Stadt heizt, der kann dafür eine Strafe bekommen. Allerdings fallen die anders aus, als die Strafen für Autofahrer. Fahrräder gelten nicht als Kraftfahrzeuge und hätten deswegen einen eigenen Bußgeldkatalog, erklärt Thomas Kinschewski, genauso wie alle E-Bikes, die nicht schneller als 25 km/h fahren können.

So lange diese Kriterien erfüllt werden, müssen die Fahrräder auch kein Kennzeichen haben. Das spielt Radlern dann auch beim Geblitzt werden in die Karten. Wird ein Radfahrer geblitzt, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er einen Brief bekommt, denn ohne Kennzeichen ist er kaum zu identifizieren.

Auch Radfahrer können Punkte sammeln

All das heißt nicht, dass Radfahrer machen können, was sie wollen. Von ihnen wird eine "angemessene Fahrweise" verlangt, sagt Thomas Kinschewski. Wenn ein Radfahrer jemanden behindert oder gefährdet, kann das sogar ein Bußgeld von über 60 Euro nach sich ziehen und einen Punkt in Flensburg.

Noch schlimmer kann es für Radfahrer kommen, die betrunken erwischt werden. Die Grenze liegt bei 1,6 Promille.

1,6 oder mehr Promille heißt, ich muss nicht nur zur MPU, sondern mein PKW-Führerschein wird mir entzogen.

Wer keinen Führerschein hat, der ist aber trotzdem nicht aus dem Schneider. Stattdessen können die Behörden beispielsweise eine sogenannte Wiedererteilungssperre verhängen. Das heißt im Zweifel, dass man für die Dauer der Sperre den Führerschein nicht machen kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 27. Januar 2020 | 19:50 Uhr

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