Kinder lachen viel häufiger als Erwachsene: Wir Großen kommen selten auf 20 Mal, die Kleineren lachen hunderte Male.
Bildrechte: imago images / PhotoAlto / Alex Ventura

Kinder haben Rechte, aber wie sieht es mit Pflichten aus?

zuletzt geändert: 20.11.2019 | 11:42 Uhr

Seit 30 Jahren gibt es die UN-Kinderrechtskonvention, in der grundlegende Rechte für Kinder festgehalten werden. Aber wie sieht es mit Kinderpflichten aus?

Kinder lachen viel häufiger als Erwachsene: Wir Großen kommen selten auf 20 Mal, die Kleineren lachen hunderte Male.
Bildrechte: imago images / PhotoAlto / Alex Ventura

Die UN-Kinderrechtskonvention gilt als das erfolgreichste UN-Menschenrechtsabkommen. 192 von 193 Mitgliedsstaaten haben die Konvention ratifiziert. Einziges Land, das nicht dabei ist, sind die USA. Doch wo Rechte sind, sind auch Pflichten.

In Deutschland gibt es vor allem einen Teil im Bürgerlichen Gesetzbuch, der das Zusammenleben zwischen Eltern und Kindern regelt. Dort steht unter anderem: "Eltern und Kinder sind einander Beistand und Rücksicht schuldig." Am wichtigsten ist aber der darauffolgende Paragraph:

§ 1619 – Dienstleistungen in Haus und Geschäft
Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.

Übersetzt bedeutet das: Kinder müssen im Haushalt mithelfen, so lange sie "die Füße unter den elterlichen Tisch stellen". Allerdings gibt es auch da natürlich Grenzen.

Aufgaben übernehmen ist wichtig

Für 12-Jährige geht die Rechtssprechung davon aus, dass sie etwa dreieinhalb bis sieben Stunden in der Woche mithelfen können. Werden die Kinder älter, geht auch etwas mehr.

Müll rausbringen und Zimmer aufräumen sind auf jeden Fall drin. Außerdem gehen Pädagogen davon aus, dass es durchaus wichtig für Kinder ist, kleine Aufgaben zu übernehmen. So lernen sie Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Wenn das Kind keine Lust hat aufzuräumen, sollte man es allerdings trotzdem nicht verklagen. Stattdessen solle man Anreize schaffen und klar machen, was die Eltern alles für das Kind tun.

Dass es im BGB solche Paragraphen gibt, hat damit zu tun, dass das Gesetz mittlerweile über hundert Jahre alt ist und Kinder früher eine ganz andere Rolle in der Gesellschaft hatten. So mussten sie tatsächlich noch mehr in Haushalt und Geschäft mithelfen. Heute ist das in den meisten Bereichen nicht mehr der Fall.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 20. November 2019 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 11:42 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP