Mehr Urlaub für Nichtraucher- Ist das gerecht?

Eigentlich reichen die Urlaubstage ja nie. Ein Chef aus Rheinland-Pfalz gibt seinen Angestellten aber jetzt einfach fünf Tage mehr Urlaub. Einzige Bedingung: Sie müssen Nichtraucher sein.

Besucher eines Theaters, während einer Raucherpause.
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So manch ein Nichtraucher schielt neidisch auf die vielen Pausen, die sich die rauchenden Kollegen gönnen können. Gastwirt Helmut Glas aus Rheinland-Pfalz wurde das zu viel. Er hat kurzerhand seinen Mitarbeitern, die nicht rauchen, fünf Tage mehr Urlaub gegeben.

Früher gab es in der Belegschaft mal Anfeindungen nach dem Motto 'Der geht schon wieder eine paffen'. Und es stimmt: Wer die Rauchpausen hochrechnet, glaubt nicht, wie viel Zeit da zusammenkommt.

Jetzt herrscht Ruhe, erzählt Glas. Einer der Raucher habe gesagt: "Klasse, da disst mich endlich keiner mehr" und sein Küchenchef habe das Rauchen nach 15 Jahren ganz aufgegeben. Eine ähnliche Regelung gibt es schon seit 2007 in einem Krankenhaus in Schwerin.

Rechtlich ist die Sache auf jeden Fall ein spannendes Thema, erklärt MDR JUMP Rechtsexperte Thomas Kinschewski aus Dresden:

Es gibt dazu bis heute keine Urteile. Ich bin sehr gespannt, wann sich ein Arbeitsgericht mal damit befassen wird.

Die Frage sei, ob ein Chef mit dem zusätzlichen Urlaub für Nichtraucher tatsächlich einen Interessenausgleich schafft. Nach dieser Logik haben Raucher durch ihre Pausen mehr Freizeit. Durch die zusätzlichen Urlaubstage bekämen Nichtraucher diese zusätzliche Freizeit ebenfalls zugestanden.

Thomas Kinschewski glaubt, dass so eine Regelung für Nichtraucher generell vor Gericht bestand haben könnte. Zur Debatte steht seiner Meinung nach nur, wie lang der Zusatzurlaub ausfällt.

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 22. September 2020 | 19:20 Uhr

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