99 Geburtstagsballons - Nena wird 60

23.03.2020 | 19:00 Uhr

Gabriele Susanne Kerner wurde am 24. März 1960 in Hagen geboren. Weil sie als Dreijährige im Spanienurlaub aber von allen nur „Niña“ (spanisch für „Mädchen“) gerufen wurde, blieb seit dieser Zeit ihr Spitzname „Nena“ hängen.

Nena
Bildrechte: imago images / Ritzau Scanpix / Helle Arensbak
Nena
Bildrechte: imago images / Ritzau Scanpix / Helle Arensbak
Sängerin Nena, 1984 anlässlich eines Konzerts
Bildrechte: imago images / Frinke
Alle (2) Bilder anzeigen

Die gelernte Goldschmiedin aus Hagen verkaufte unter diesem Namen 25 Millionen Tonträger weltweit. Damit gehört sie zu den erfolgreichsten Künstlern der deutschen Musikgeschichte.

Der Weg zum Erfolg

Zuerst versuchte es Nena als Sängerin der Band The Stripes mit englischen Texten. Die Gruppe zerbrach aber an mangelndem Erfolg. Eine neue, schlicht „Nena“ getaufte, Band punktete dann mit deutschen Texten. Die erste Single „Nur geträumt“ surfte ganz oben auf der Neuen Deutschen Welle mit. Nicht zuletzt dank eines Auftritts in der Fernsehsendung Musikladen. Der Song landete auf Platz 2 der Charts. 

Der weltweite Durchbruch

Im Jahr 1983 traf die Nena-Band mit der Friedenshymne „99 Luftballons“ den Zeitgeist. Der Kalte Krieg und die Angst vor einem Atomschlag bedrückten die Bevölkerung. Der Song wurde ein internationaler Hit und erreichte unter anderm in Deutschland, Japan, England, Kanada und Australien die Chartspitze. Selbst im schwer zu knackenden US-Markt schafften es die „99 Red Balloons“ auf den zweiten Platz der Charts. Nena war nun eine der schillerndsten Figuren der Neuen Deutschen Welle. Die ersten beiden Alben „Nena“ und „?“ bekamen Platinstatus. Der Nachfolger „Feuer und Flamme“ erhielt eine Goldene Schallplatte. 1983 spielte Nena zudem neben Markus Mörl und Karl Dall eine Hauptrolle in der deutschen Kinokomödie „Gib Gas – Ich will Spaß“. Ungefähr zu dieser Zeit hatte die Sängerin übrigens eine heimliche Liebesbeziehung mit Udo Lindenberg.

Ihre schwerste Zeit

Die Single „Feuer und Flamme“ war im Jahr 1985 ihr letzter Top-Ten-Hit. Danach trennte sich auch die Nena-Band wegen des ausbleibenden Erfolgs. Ab 1989 machte Nena solo weiter und verarbeitete einen schweren Schicksalsschlag. Ihr erstgeborener Sohn Christopher verstarb aufgrund von angeborenen Beeinträchtigungen nur elf Monate nach seiner Geburt. Ihr kurzes Mutterglück besang Nena im Song „Wunder geschehen“.

Nena und die Kinder

An Kinderfreuden mangelte es ihr in den folgenden Jahren zum Glück nicht. Vier weitere Kinder und drei Enkelkinder bereichern heute ihre Familie. Ihr Zuneigung zu den Kleinsten unserer Gesellschaft packte Nena ab den Neunzigern in Kinderalben und nach der Jahrtausendwende auch in Kinderbücher. 2007 eröffnete Nena zudem die von ihr mitinitiierte „Neue Schule Hamburg“. Es ist die erste deutsche Schule, die nach dem Sudbury-Modell arbeitet. Jeder Schüler kann hier selbst entscheiden, was, wann, wie und mit wem er lernt. Außerdem ermutigte Nena Kinder zum Singen, als Jurymitglied in den Castingshows „Dein Song“ (KiKa) und „The Voice Kids“ (Pro7).

Das Comeback

An ihre großen musikalischen Erfolge der 80er konnte Nena erst Anfang der 2000er wieder anknüpfen. 2002 spielte sie mit ihrem früherern Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen ihre alten Hits neu ein. Das Album „20 Jahre – Nena feat. Nena“ verkaufte sich weltweit über 1,5 Millionen Mal. Die erste Single „Leuchtturm“ erreichte den siebten Platz der Charts. Die zweite Single konnte diesen Erfolg noch toppen. Zusammen mit der britischen Sängerin Kim Wilde legte Nena ihren Hit „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ neu auf. „Anyplace, Anywhere, Anytime“ hielt sich in Deutschland wochenlang auf Platz drei der Charts und erreichte in den Niederlanden und Österreich die Chartspitze. Es folgten ein Top-10- und vier Top-5-Alben.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 24. März 2020 | 05:55 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP