Ein Handydisplay auf dem die 112 gewählt wird
Die Notrufnummer 112 soll mit dem neuen System effektiver werden. Bildrechte: MDR/Cindy Baumgart

Neues Notrufsystem übermittelt Standort direkt an Leitstelle - auch in Mitteldeutschland

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2019 | 13:00 Uhr

Wenn der Notruf gewählt wird, sendet das Smartphone den Standort automatisch an die Leitstelle. Das neue, sogenannte AML-System ist auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Einsatz.

Ein Handydisplay auf dem die 112 gewählt wird
Die Notrufnummer 112 soll mit dem neuen System effektiver werden. Bildrechte: MDR/Cindy Baumgart

Advanced Mobile Location (AML) soll dafür sorgen, dass in Notfällen schneller geholfen werden kann. Beim Anruf der Notrufnummer 112 sendet das Smartphone den genauen Standort des Anrufers automatisch an die Rettungsleitstelle. Die Daten basieren auf den GPS-Koordinaten des Telefons. Das kann Leben retten, sagt Henning Schmidtpott gegenüber MDR JUMP. Er ist der Verantwortliche bei der deutschlandweiten Einführung der Technik.

Täglich haben wir Anrufer, die nicht genau wissen, wo sie sind. Es gibt die Fälle, da sucht man minutenlang nach der Position, an der man sich gerade befindet.

Henning Schmidtpott, Leitstelle Freiburg Breisgau-Hochschwarzwald

Die Standortdaten werden nach Freiburg im Breisgau und nach Berlin gesendet. Von dort aus können lokale Leitstellen die Daten abfragen.

System auch in Mitteldeutschland im Einsatz

Seit einigen Wochen testen Leitstellen bundesweit, wie das System funktioniert. Auch Leitstellen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind bereits angeschlossen.

  • In Sachsen soll das System nach Tests in Leipzig und Dresden schon in wenigen Tagen flächendeckend genutzt werden.
  • In Sachsen-Anhalt ist unter anderem der Burgenlandkreis, der Saalekreis und Mansfeld-Südharz dabei.
  • Auch in Nordhausen in Thüringen wird die neue Technik bereits genutzt.

Leitstelle Feuerwehr
In einer Leitstelle werden Rettungseinsätze koordiniert. Bildrechte: imago/7aktuell

Im Moment haben circa ein Drittel der Leitstellen in Deutschland die Möglichkeit, die Daten abzurufen. Es kommen aber wöchentlich weitere Leitstellen dazu, sodass ich davon ausgehe, dass wir im Frühjahr nächsten Jahres einen Großteil der Leitstellen in Deutschland angebunden haben.

Henning Schmidtpott, Leitstelle Freiburg Breisgau-Hochschwarzwald

Es gibt technische Voraussetzungen

Für die Nutzung wird keine eigene App benötigt. Aber bei Weitem nicht jedes Telefon sendet den Standort mit. Vorausgesetzt wird ein Smartphone mit dem Betriebssystem Android ab der Version 4.0 mit installierten Google Play Services. Auch ein iPhone mit dem iOS-Betriebssystem ab 11.3 wird unterstützt. Auch wenn schon bald alle Leitstellen den Standort abfragen können: Das Telefonat selbst soll sich nicht verändern:

Die Leitstelle wird den Notruf auch weiterhin so abfragen, wie bisher auch. Man sollte sich ja nie einhundertprozentig auf die Technik verlassen.

Henning Schmidtpott, Leitstelle Freiburg Breisgau-Hochschwarzwald

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 15. Oktober 2019 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 13:32 Uhr

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