Mit QR-Code gegen Gaffer

Die Johanniter-Unfallhilfe will Gaffer mit einer klaren Botschaft stoppen. Dabei soll ein QR-Code helfen.

Auf einem Smartphone ist der QR-Code auf einem Rettungswagen zu sehen
Bildrechte: dpa

Unfall-Gaffer behindern regelmäßig die Rettungsarbeiten und machen Feuerwehren, Polizisten und Polizistinnen und Rettungskräften das Leben schwer. Die Johanniter-Unfallhilfe will mit einem Pilotprojekt dagegen vorgehen.

Aber nicht mit Strafandrohung, sondern mit Aufklärung. Gaffer sollen ihr Verhalten überprüfen.

betont Jörg Lüssem vom Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Seit dem 01.01.2021 ist Gaffen gemäß § 201a StGB eine Straftat, die mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden kann. Die Gaffer zu fassen ist jedoch nicht immer einfach. Und dabei wurde schon vieles probiert, wie zum Beispiel Sichtschutzwände, die den Unfallort vor Schaulustigen abschirmen oder Dashcams, die den Gegenverkehr filmen.

"Gaffen tötet!"

Die Johanniter-Unfallhilfe setzt nun auf eine Botschaft. Dazu sollen an Rettungswagen des Verbands QR-Codes angebracht werden. Diesen erkennt das Smartphone und leitet die Gaffer auf eine Webseite weiter. Dort erscheint beim Aufrufen eine Warnung:

eine Handyanzeige "Gaffen tötet"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Achtung! Gaffen tötet! Es kann Rettungskräfte behindern und zur Straftat werden.

In Sachsen beteiligen sich die Rettungswachen Radebeul und Katzenbach an dem Projekt. Auch in Erfurt sind bereits zwei Rettungswagen mit einem QR-Code beklebt. Ein Team der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin begleitet das Projekt wissenschaftlich. Mit der Auswertung unter anderem der Klicks auf den Code soll erfasst werden, wie viele Menschen an Unfallstellen gaffen oder wie Rettungskräfte reagieren und abgelenkt werden. Das Projekt läuft bundesweit an 22 Standorten und ist für ein Jahr angelegt.

Mit Material von MDR Sachsen, MDR um 4

Aktuelle Themen von MDR JUMP