Wanderschuhe: Mit diesen Tipps findest du die richtigen!

Robuste und gutsitzende Wanderschuhe sind das A und O für lange Wanderungen. Deshalb ist es ganz wichtig, den richtigen Treter für die eigenen Bedürfnisse zu finden. Hier einige nützliche Tipps:

Vor jedem Kauf sollte klar sein, für welches Terrain der Schuh zum Einsatz kommen soll und wie lang und anspruchsvoll die Trekkingtouren sind. Die Hersteller unterscheiden 4 große Kategorien bei Wanderschuhen. Diese decken den Einsatz bei leichteren Wanderungen bis hin zum Bergesteigen ab.

Kategorie A:

Hierbei handelt es sich um leichte Wanderschuhe, meist Halbschuhe oder auch Multifunktionsschuhe. Schuhe dieser Kategorie sind für ausgedehnte Spaziergänge oder andere Outdooraktivitäten geeignet. Sie haben eine flexible Sohle, aber wenig Dämpfung. Sie kommen dann infrage, wenn man auf gut ausgebauten und ebenen Strecken mit wenig Gepäck wandert. Wird der Rucksack schwerer und die Strecken länger, braucht man mehr Stabilität an den Füßen, da Muskeln und Bänder sonst ermüden und man leicht umknicken kann.

Kategorie A/B:

Modelle dieser Kategorie sind knöchelhohe Leichtwanderstiefel. Sie eignen sich gut für Tagestouren auf weitgehend befestigten Wegen wie etwa in Mittelgebirgen. Durch ihr noch relativ geringes Gewicht bieten die A/B-Stiefel einen hohen Tragekomfort. Die Sohle ist etwas dicker als die der Kategorie A, aber dennoch weich genug, dass sie mit dem Gelände mitgeht. Das fühlt sich für den Fuß beim Laufen komfortabler an.   

Kategorie B:

In die B-Kategorie fallen klassische Wander- oder Trekkingstiefel, die bis zum Knöchel reichen und auch auf anspruchsvolleren Touren getragen werden können. Sie erfüllen ihren Zweck auf ausgebauten, aber auch unbefestigten Bergstrecken und bieten durch den hohen Schaft guten Schutz vorm Umknicken. Das Begehen von vorhandenen Wegen im alpinen Gelände oder ausgedehnte Touren mit schwerem Gepäck ist mit B-Stiefeln gut möglich.

Kategorie B/C:

Diese Schuhe sind schwerere Trekkingstiefel mit steifer Sohle und tiefem Profil. Sie haben einen hohen festen Schaft und dadurch eine noch höhere Stabilität. Diese Trekkingstiefel sind für Touren in unwegsamem, steilem Gelände geeignet. Sie schützen gerade auf steinigem Terrain auch die Haut an Füßen und Knöcheln. Bei den meisten Modellen können Steigeisen angelegt werden.

Kategorie C, und D

Für das extreme Hochgebirge oder Bergtouren auf groben, steilen Untergründen abseits von Wegen taugen Bergstiefel beziehungsweise Expeditionsstiefel. Die Kategorie C ist dabei ohne Abstriche fürs Hochgebirge und selbst schlechteste Wege geeignet. Steigeisen können hier teilweise verwendet werden. Schuhe der Kategorie D sind verhältnismäßig schwer, extrem robust verarbeitet und voll steigeisentauglich. Sie sind für extremstes Gelände und für den Einsatz auf Expeditionen gedacht. Zum eigentlichen Wandern sind diese Schuhe nicht mehr geeignet, da sie in keiner Weise abrollen. Auf langen Strecken drohen Muskelschmerzen und Blasen.

Spezialfall Barfußwanderschuhe

Sie sind noch ein Nischenprodukt, aber für geübte Wanderer oder Läufer, die ihren Füßen am Ende eines langen Weges eine Erholung gönnen wollen, genau das richtige. Barfußwanderschuhe haben kein Gefälle im Inneren und keine Fußunterstützung sondern lediglich eine Sohle und ein dünnes Fußbett, das den Fuß vor rauem und nassem Untergrund schützt. Der Schuh ermöglicht dabei ein fast natürliches Lauferlebnis.

Achtung: Barfußschuhe sind nichts für eine Extremwanderung mit viel Gepäck. Wanderanfänger sollten damit zunächst maximal 15 Minuten am Tag und nur einen kleinen Teil der Wanderung bestreiten. Es drohen sonst Zerrungen und Muskelkater.

Synthetik oder Leder?

Wer viel und lange wandert, der weiß, die Füße können manchmal ganz schön qualmen. Deshalb ist das richtige Fußklima auch wichtig für große Touren. Wasserdichte Schuhe sind oft mit einer atmungsaktiven Membran ausgestattet. So bleiben Füße selbst bei stundenlangen Regentouren trocken. Allerdings haben Schuhe mit Membranen auch Nachteile: An warmen oder heißen Tagen schwitzt man deutlich mehr, als in einem membranfreien Schuh, da dann die Atmungsaktivität der Membran an ihre Leistungsgrenze kommt. Wer auf angenehmes Fußklima nicht verzichten möchte, aber dennoch so gut wie wasserdicht unterwegs sein will, kann alternativ auf einen Volllederstiefel ohne Membran ausweichen. Richtig gepflegt und gründlich mit Wachs imprägniert, halten sie problemlos einige Stunden im Regen trocken und bewältigen auch kurze Bachquerungen. Allerdings sind Volllederschuhe meist etwas schwerer am Fuß.

Was sollte ich beim Kauf beachten?

Wanderschuhe sollte man nicht im Internet bestellen! Gerade bei langen Wanderstrecken muss der Schuh optimal passen. Deshalb am besten vor dem Kauf ausgiebig testen. Outdoor-Shops und Sportläden haben meist einen kleinen Parcours mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und leichten Steigungen. Das eignet sich gut für einen Praxis-Test. Außerdem kann man sich gleich von einem Fachmann beraten lassen. Wanderschuhe sollten man auch am besten nachmittags kaufen, weil die Füße im Tagesverlauf immer etwas anschwellen, was auch beim Wandern der Fall ist. Morgens kauft man unter Umständen eine Nummer zu klein.

Abgesehen von den Schuhen sind auch die richtigen Socken wichtig. Sie sollten atmungsaktiv sein, schnell trocknen und gut polstern. Baumwollsocken sind nicht zu empfehlen. Sie speichern Schweiß und können fiese Blasen verursachen. Beim Sockenkauf gilt auch – lieber eine Nummer größer kaufen.

Wie lange hält ein Wanderschuh?

Gute Wanderschuhe sollten bis zu 800 Kilometer Lauftrecke locker wegstecken. Wer eher durchschnittlich viel wandert und kurze Wege zurücklegt, sollte 5 bis 7 Jahre was von den Schuhen haben. Wichtig: Mit der Zeit zeigen sich auch bei den besten Modellen Ermüdungserscheinungen an den Nähten oder den Kunststoffen von Sohle und Oberschuh. Deshalb sollte man vor einer längeren Tour den Schuh genau checken, ob der gute „alte“ Wanderschuh noch was taugt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 14. Mai 2021 | 10:45 Uhr

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