Darauf solltest du beim E-Bike-Kauf achten

17.09.2019 | 02:10 Uhr

Frau auf einem Elektrofahrrad 1 min
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Umschau-Quicktipp E-Bikes kaufen

E-Bikes kaufen

MDR JUMP Di 17.09.2019 02:10Uhr 01:10 min

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Kurze Sachkunde

Richtige E-Bikes fahren, ohne dass der Fahrer in die Pedale tritt - einfach auf Knopfdruck. Die meisten Elektrofahrräder sind daher eigentlich Pedelecs. Das steht für Pedal Electric Cycle. Diese Pedelecs unterstützen den Fahrer nur dann, wenn er auch selber in die Pedale tritt, und bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde mit maximal 250 Watt. Nur dann gelten Elektrofahrräder auch noch als Fahrräder und müssen nicht zugelassen werden. Pedelecs 45 oder auch S-Pedelecs unterstützen den Fahrer mit 500 Watt und bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Dafür brauchst du, wie beim Moped, eine Betriebserlaubnis, eine Versicherung und den Moped-Führerschein.

Die Typen

Am Anfang war ein Pedelec oftmals ein normales Stadtfahrrad mit Motor. Mittlerweile hat sich die Produktpalette sehr vergrößert und die Typen werden immer spezieller. Schließlich entdecken auch immer mehr Freizeitsportler die E-Bikes/Pedelecs für sich. Bei der Suche nach deinem Rad begegnen dir im Wesentlichen folgende Bike-Typen:

  • Das E-City-Bike passt unter jeden Po, in die Stadt und auch für etwas längere Strecken aufs Land. Mit Unterstützung bis zu 25 km/h kommst du entspannt und sehr komfortabel vorwärts.
  • Das E-Trekkingbike ist gedacht für längere Strecken und hat deshalb meist auch sehr stabile Gepäckträger und komfortable Sitz- und Lenkerkomponenten.
  • Das E-Crossbike ist die eierlegende Wollmilchsau unter den E-Bikes. Du kannst es sowohl im Alltag als auch für längere Wochenend- und sogar leichte Offroad-Touren nutzen. Diese Räder sind eher sportlich gebaut.
  • E-Rennräder sind sehr leicht und haben durchzugsstarke Motoren. Damit kannst du im Flachen flitzen und in die Berge aufsteigen, ohne groß zu schwitzen.
  • E-Hardtail und E-Fully sind Räder für ambitionierte Sportler, die gerne im schwierigen und steilen Gelände unterwegs sind. Sie sind sehr robust, entsprechend schwer und in der Regel nicht für den Alltag geeignet.
  • Falt- oder Kompakt-E-Bikes sind ideal für die Mitnahme im Auto oder auch, wenn du weite Strecken zur Arbeit mit Bus und Bahn fahren musst, für die letzte Strecke aber gern aufs Rad umsteigen möchtest. Die Motoren und Akkus sind nicht schlechter als bei anderen E-Bikes, allerdings ist das Handling gewöhnungsbedürftig und fürs Gelände und lange Strecken sind diese Räder nicht geeignet.
  • S-Pedelecs schließlich sind die richtig schnellen Räder. Wie erwähnt, kommst du damit auf bis zu 45 km/ h, brauchst dafür allerdings Betriebserlaubnis, Mopedführerschein und Helm.

Städtische Förderprogramme

Ein bundesweit einheitliches Förderprogram für den Kauf von Pedelecs gibt es nicht. Städte wie München, Regensburg und Tübingen haben die Sache selbst in die Hand genommen. Anwohner bekommen beim Kauf eines Pedelecs zwischen 500 und 1.000 Euro Zuschuss. Warum diese Beispiele nicht von mitteldeutschen Städten wie Leipzig, Magdeburg oder Dresden übernommen werden, erklärt Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Dresden so:

Wir haben hier einfach nicht den Leidensdruck wie etwa in München. Dort ist die Stadt noch viel mehr von Autoverkehr und Schadstoffen belastet. Die mussten einfach reagieren und nach Alternativen zum täglichen Verkehrschaos suchen.

Allerdings kann dir dein Arbeitgeber auch in Mitteldeutschland ein steuerlich absetzbares Elektro-Dienstrad zur Verfügung stellen. Außerdem locken viele Stromanbieter und Stadtwerke ihre Neukunden mit Prämien auf den Kauf eines Pedelecs. Es lohnt sich nachzufragen.

So findest du dein Pedelec

Die Anschaffungskosten für ein gutes Rad betragen mindestens 1.500 Euro. Drunter geht auch, allerdings ist das mit Risiken verbunden. Wenn du also das Pedelec für rund 1.000 Euro vom Discounter kaufst, musst du schon sehr genau hinschauen. Oft haben die Akkus dieser preiswerten Räder keine große Gesamtlebensdauer, und Ersatz-Akkus kosten gerne mal 500 Euro und mehr. Hinzu kommen bei den sehr preiswerten Rädern mitunter erhebliche Sicherheitsmängel. Da können Sattelstützen oder Sattelklemmen eher brechen als bei Markenmodellen. Im Ernstfall kann das zu schweren Verletzungen führen. Auch die Bremsen sind bei manchen billigen Modellen mitunter zu schwach für das größere Gewicht und die Leistung des Rades.

Darauf solltest du beim Kauf achten

Mann mit Fahrradhelm und E-Bike
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Durch ihr hohes Eigengewicht von gut 25 Kilo kommen Pedelecs bei der Gesamtbelastung schnell an ihre Grenzen. Wenn du große Touren mit Gepäck planst, achtest du auf ein hohes zulässiges Gesamtgewicht und einen Akku mit großer Reichweite. Die lange Akkureichweite ist auch dann wichtig, wenn du das Pedelec regelmäßig nutzen möchtest, zum Beispiel für den Arbeitsweg. Einige Hersteller bieten für das gleiche Rad unterschiedlich starke Akkus an. Passe das an deine Bedürfnisse an. Wenn du beispielsweise regelmäßig 40 Kilometer fahren willst, nimm lieber einen Akku mit 100 Kilometern Reichweite. Den müsstest du dann nur aller zwei Tage laden. Das schont die Kapazität des Akkus. Suche dir einen guten Abstellplatz. Das Pedelec ist fürs tägliche Tragen in Wohnung oder Keller einfach zu schwer. Kaufe ein Pedelec nur, wenn du dich im Verkehr wirklich sicher fühlst. Durch die zusätzliche Energie bist du schnell unterwegs und musst das Rad sicher beherrschen. Mache immer unbedingt eine Probefahrt und kaufe ein Rad, das zu deinen Bedürfnissen passt.

Der Service

Es beginnt schon bei der Auswahl der Räder. Meide Läden, in denen gelangweilte Verkäufer dir die oben genannten Fachbegriffe nur so um die Ohren hauen. Werden deine Fragen mit Gegenfragen beantwortet, gehst du. Schließlich kaufst du ein sehr hochwertiges, teures Produkt und solltest eine dementsprechende Beratung verlangen können. Gute, kundenfreundliche Radhändler wissen um den aktuellen Hype und halten entsprechend viel kompetentes Personal bereit. Ein guter Verkäufer unterstützt und berät dich auch bei der Probefahrt. Im Normalfall sind die ersten Inspektionen kostenlos, ansonsten sind je nach Aufwand zwischen 25 Euro und 50 Euro fällig. Nimm die Intervalle der Inspektionen ernst, dort werden alle sicherheitsrelevanten Bauteile überprüft und auch Akku und Motor können gecheckt werden.

Soweit der Akku reicht

Geöffneter Bordcomputer eines Elektrofahrrades liegt auf einem Metalltisch. Daneben liegt ein Akku und ein Schraubendreher.
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Zwischen 40 und 100 Kilometer Reichweite bieten die Akkus der meisten Pedelecs. Wie lange sie wirklich halten, ist auch vom Fahrstil, der Strecke und dem Gesamtgewicht abhängig. Fährst du also mit Rückenwind die flache Strecke zur Arbeit, hält der Akku erheblich länger als bei der Tour durch die Berge mit ordentlich Gepäck auf dem Rad. Ist der Akku leer, brauchst du zwischen drei und fünf Stunden, bis er wieder vollständig geladen ist. Dazu schließt du ihn mittels Adapter einfach an die normale Steckdose an. Mit zunehmendem Alter und Gebrauch sinkt die Ladekapazität der Akkus. Nach rund 500 Ladezyklen ist rund ein Viertel der Kapazität weg. Nach gut 35.000 Kilometern ist auch bei hochwertigeren Rädern ein neuer Akku fällig. Zwischen 300 und 1.000 Euro musst du dafür einplanen. Vorsicht: Im Netz gibt es Angebote von so genannten Akku-Doktoren. Die versprechen Hilfe zur Selbsthilfe, was jedoch nicht erlaubt ist, denn der Akku darf nur im Auftrag des Händlers von Fachwerkstätten geöffnet und repariert werden. Nicht originale oder falsch verbaute Teile können zu Bränden oder dem Komplettausfall des Akkus führen.

Fazit

Ein Pedelec ist eine gute Alternative für den häuslichen Fuhrpark. Mindestens 1.500 Euro solltest du für ein langlebiges Rad ausgeben. Die Kosten bekommst du im Vergleich zum Auto schnell wieder rein. Lass dich ausführlich beraten und kaufe nur bei einem freundlichen Händler, der sich entsprechend Zeit für Beratung und Probefahrt nimmt. Frage bei Stromanbietern, Stadtwerken und deinem Arbeitgeber nach einer finanziellen Unterstützung.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 17. September 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 02:10 Uhr