Vorsicht Eisheilige - was du im Mai im Garten beachten musst

Erst Mitte Mai ist der Winter vorbei - diese alte Bauernregel solltest du ernst nehmen. Wir erklären, wie du zarte Pflänzchen an das raue Gartenleben gewöhnst und was du sonst im Mai im Garten alles erledigen kannst.

Die Eisheiligen – gibt’s nicht wirklich oder?? Oh doch!

Diplom Meteorologe Florian Rost vom MDR-Wetterstudio bestätigt die Regel: "Landwirte haben bereits vor vielen hundert Jahren die Bobachtung gemacht, dass es im Mai in Deutschland nochmal zu Kaltlufteinbrüchen kommen kann, die eine Gefahr für die Ernte darstellen." Konkret geht es um die sogenannten Lostage vom 12. bis 15. Mai. Ganz fix sind diese Tage nicht. Wichtig zu wissen aber: Es kann im Mai trotz vieler warmer Tage im Vorfeld nochmal richtig Frost geben. Unser Expert zum Grund: "Die unterschiedliche Erwärmung der Land- und Wasseroberflächen. Daraus resultieren große Temperaturunterschiede zwischen dem kalten Nordeuropa und den warmen Landflächen Südeuropas. Dadurch entstehen Tiefruckgebiete, deren Lage für nördliche oder südliche Luftströmungen sorgt." Und so ein frostiger Schwall aus dem Norden kann frisch ausgesetzte Pflanzen oder gerade gekeimte Samen platt machen. Merke: Bevor du etwas rausbringst, schau dir eine langfristige Wetterprognose an!

Alles kann raus – doch nur die Harten sollten in den Garten

Frühjahrsarbeiten im Garten.
Bildrechte: imago images/Klaus W. Schmidt

Droht vom Frost keine Gefahr mehr, kannst du so richtig loslegen: Gemüse und Kräuter können gesät, vorgezogene Pflanzen ins Freie gesetzt werden. Wichtig dabei: Kleine Tomaten-, Kohlrabi-, oder Gurkenpflanzen hatten bei dir oder in der Gärtnerei bis jetzt ein gemütliches zu Hause mit fast immer gleichen Bedingungen. Gewöhn sie deshalb bitte ein paar Tage vor dem Raussetzten an die frische Luft und da vor allem an die Sonne. Ein paar Stunden pro Tag, am besten halb schattig rausstellen, dann wieder rein. So können die Blätter genug Farbstoff bilden um nicht gleich am ersten Tag im Freien zu verbrennen.

Wenn du säst, achte unbedingt auf die sogenannte Keimtemperatur und die richtige Tiefe für die jeweilige Samenart. Da gibt es nämlich große Unterschiede. Manche Pflanzen, wie zum Beispiel Brunnenkresse legen schon bei rund sechs Grad Bodentemperatur los, andere brauchen das Doppelte:    

"Mit der Freilandaussaat der Gurken sollte erst begonnen werden, wenn die Bodentemperatur plus 10 bis 12°Celsius erreicht", so der Gartenratgeber von Franz Böhmig. Wenn du nicht sicher bist, wie warm dein Boden aktuell ist, helfen ein Bodenthermometer und eine Messung am besten zwischen 8:00 Uhr und Mittag. Dann gibt’s gute Durchschnittswerte.

Ab ins Beet, aber bitte mit Abstand – räumlich und zeitlich

Wer das erste Mal ein Beet bestellt, will oft so viel wie möglich drauf packen. Aber: jede Pflanze braucht ihren Platz. Sowohl oben am Grün, als auch an der Wurzel. Halte dich deshalb auch hier an die auf den Samenpackungen vorgegebenen Reihen- und Samenabstände. Zu eng und zu dicht führt zu kleinen Pflanzen, die später auch anfälliger für Schimmel und andere Krankheiten sind. Wichtig auch: Die richtige Pflanzen-Nachbarschaft. Manche mögen sich nebeneinander gar nicht, andere unterstützen sich gegenseitig und halten sich sogar teilweise Schädlinge von der Pelle. Und wenn du ganz schlau sein willst: Säe die gleichen Pflanzen jeweils zur Hälfte im Abstand von zwei, drei Wochen. Dann kannst du später nach und nach ernten, und musst nicht alles auf einmal verarbeiten.

Hacken ist das neue Gießen… und Mulchen auch

Gerade in wasserarmen Zeiten, ist es wichtig, den Boden möglichst nicht austrocknen zu lassen. Damit du nicht täglich kannenweise Wasser ran schleppen musst, hilft regelmäßiges Hacken. Klingt erstmal komisch, weil dadurch ja die Oberfläche vergrößert wird. Das spielt dabei aber keine Rolle. Viel wichtiger ist: beim Hacken werden Verdunstungskanäle zerstört. Die bilden sich, wenn dein Gartenboden lange nicht berührt wurde und lassen das Wasser nach oben steigen. Sind sie kaputt, bleibt das Wasser im Boden. Ähnlich hilft dir auch das Mulchen. Das bedeutet nix anderes, als abgemähtes Gras oder Stroh vom freundlichen Bauern zwischen die Pflanzen zu legen. Auch das hält Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt zudem noch Wildkraut. Und Deine Erdbeeren, freuen sich über diese Unterlage, weil sie dann nicht direkt mit der Erde in Verbindung kommen, das bedeutet weniger Schimmelgefahr. Mit Grasmulch holst du dir allerdings auch wieder neue Gras- und andere Samen ins Beet. Das bedeutet dann wieder mehr Hacken…so ist das Gärtnerleben.

Wühlmaus vs. Maulwurf: Beide doof aber mit entscheidendem Unterschied

Wenn du mal einen wirklich aktiven Maulwurf eine Woche ungestört auf deiner Scholle werkeln lässt und er dir am Tag bis zu fünf Haufen setzt, findest du auch den niedlichsten Trickfilm nicht mehr lustig und kannst stattdessen schubkarrenweise Erde wegbringen. Auf dem Beet bringt die meist nichts, da zu nähstoffarm. Wühlmäuse knabbern mit Vorliebe junge Wurzeln oder auch mal ne saftige Möhre. Beide also nicht die besten Gärtnerfreunde. Die Wühlmaus darfst du bekämpfen, fangen, verjagen und sogar töten. Dazu gibt es eine große Zahl an Fallen, Giftködern und sogar Schreckschussgeräte, die du allerdings nur sehr verantwortungsvoll und umsichtig einsetzten solltest.    

Den Maulwurf darfst du nur vertreiben. Hast du einen Gartennachbarn hat der dazu einen Tipp. Hast du 10 Nachbarn, haben die 10 Tipps: von saurer Milch über Stöcke mit Klapperglas bis hin zur Wasabi Paste. Versuch macht kluch, du solltest den Maulwurf nur nie fangen, verletzen oder gar töten. Er zählt nämlich zu den besonders geschützten Arten. Und es kann richtig teuer werden, wenn du dich an ihm vergreifst. Hast du Kinder, füll regelmäßig die eingestürzten Gänge auf. Sie sind im Gras oft nicht zu erkennen, können aber zu schmerzhaft umgeknickten Füßen führen.

Erste Ernte, gezupfte Blüte und die ersten Good Byes

Wenn Du im März deinen Rhabarber dunkel abgedeckt und ihn somit zum Wachsen angeregt hattest, dann ist er jetzt definitiv fällig. Du kannst ernten. Aber bitte lass immer vier bis fünf Stangen stehen, damit die Pflanze genügend Blatt zum Kraftziehen hat. Ernte am besten immer die Stangen von Außen. Sollte dein Rhabarber blühen, will er sich vermehren und wird alle Kraft da reinstecken. Dreh die Blüte vorsichtig ab, dann bildet er weiter neue Stangen. Narzissen, Tulpen und alle anderen Zwiebel-Frühblüher haben jetzt fertig. Blüten weg, nur noch grün. Das sieht nicht so toll aus aber: "Das Laub verblühter Zwiebelpflanzen darfst du erst dann abscheiden, wenn es welk wird", so der Gartenratgeber Pötschke. Mit den grünen Blättern produzieren die Pflanzen Stoffe, die sie in ihre Zwiebeln einlagern. So kommen sie bis zum nächsten Frühling.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. Mai 2021 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps