Ursachen dafür, warum dein Hund stinkt und was du dagegen tun kannst

Als Hundebesitzer liebst du den Duft deines Hundes. Naja, zumindest meistens. Denn wenn Hunde nass sind oder fröhlich verdauen, können sie auch mal so richtig stinken. Wir sagen dir, wann du etwas dagegen tun solltest.

Darum muss der Hund riechen

Der Geruch deines Hundes ist sowas wie sein Ausweis. Andere Hunde können daran erkennen, mit wem sie es zu tun haben. Hundegeruch ist gleich Information über Geschlecht, ungefähres Alter und ob der Artgenosse gesund ist. Hunde hinterlassen mit ihrem Geruch Nachrichten und nutzen ihn auch zur Begrüßung untereinander. Dein Hund völlig geruchslos und clean, wäre in etwa so, als ob wir Menschen nicht sprechen und hören könnten. Manche Hunde wälzen sich gerne in Kot oder Abfällen. Das müfft dann so richtig, ist aber vom Hund höchstwahrscheinlich ein Versuch, seinen Eigengeruch zu überdecken, um von potentiellen Jägern wie einem Wolf nicht gefunden zu werden oder um beim anderen Geschlecht Eindruck zu schinden.

Nasser Hund riecht immer  – warum eigentlich?

Schuld daran ist vor allem Talg. Ein Fett, das die Hundehaut vor Austrocknung schützt. Leider ist es wasserlöslich und kommt dadurch immer dann besonderes gut zur Geltung, wenn Schnuffi im Regen spazieren war. Ist es dann noch warm im Auto oder deiner Wohnung, breitet sich der Talgduft extra stark aus. Dagegen hilft Trockenrubbeln, am besten mit einem speziellen Hundehandtuch. Das saugt die Feuchtigkeit gut auf und entfernt gleich noch Erde und anderen Schmutz. Wenn dein Hund richtig verklebt und dreckig ist, helfen Dusche oder Bad mit Hundeshampoo. Tierarzt und Tierverhaltenstherapeut Dr. Ronald Lindner rät aber: "Übertreiben Sie es nicht, die gesunde Hundehaut wird darauf mit einer verstärkten Talgproduktion reagieren. Es kann dann also noch mehr riechen, oder sogar die Hundehaut schädigen. Ein nasser Hund braucht kein Hundeshampoo. Nur wenn er sich mit Vorliebe in Aas oder ähnlichem wälzt, ist das wirklich angesagt." Ist dein Hund trocken und sauber und stinkt trotzdem noch, können andere Ursachen wie eine Hautkrankheit oder eine verklebte Analdrüse dahinter stecken. Das solltest du beim Tierarzt abchecken lassen.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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16.06.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Riesa

Nach Futter riechen ist okay

Wenn dein satter Bello, dich nach dem Fresschen freudestrahlend anhechelt, dann kann es schon mal kräftig nach Futterresten riechen. "Das ist vollkommen okay. Die Tiere riechen auch mit zunehmendem Alter nach dem Fressen mitunter stark aus dem Maul. Aber das ist kein Grund zur Besorgnis", so unser Experte. Viele Trocken- und auch Nassfutter enthalten Duftstoffe, die den Hund verlocken, für uns aber einfach nur übel riechen.

Wenn der Atem stinkt: Zähne putzen oder zum Dog-Doc

Es ist fast wie bei uns: Bleiben Bellos Beisserchen ungeputzt und hängen gar noch Reste vom oben erwähnten Futter zwischen den Zähnen, kann es ordentlich aus dem Maul stinken. Dazu rät Dr. Lindner: "Dagegen hilft Zähneputzen mit einer Hundezahnbürste oder sogenannten Fingerlingen. Wenn Sie das ihrem Tier stressfrei beibringen können und dann eine spezielle Hundezahncreme verwenden, kann das Gerüche und auch Plaques verhindern, die wiederum Ursache für Entzündungen und Infektionen sein können." Sollte es nicht besser werden, kann Zahnstein eine weitere Ursache für den Geruch sein. Eine Zahnsteinentfernung ist ratsam und kostet ab rund 20 bis ungefähr 80 Euro. Fauliger oder säuerlich riechender Atem kann ein Anzeichen für falsches Futter oder auch eine ernsthafte Erkrankung sein. So etwas solltest du unbedingt mit dem Tierarzt besprechen.

Üble Pupse – anderes Futter

Wenn wir Menschen Zwiebeln, Bohnen oder Knoblauch genießen, geben wir im Nachhinein auch diverse unangenehme Düfte von uns. Bei Hunden ist das ganz ähnlich. Es gibt Rassen, die öfter und mehr pupsen als andere. Das ist im Übrigen nicht von der Größe abhängig: Kleine Malteser oder auch Möpse können genau so heftig pupsen, wie große Boxer. Neben der Rasse können vor allem Milchprodukte oder auch rohes Fleisch zu Flatulenzen beitragen. "Das in Grenzen zu halten, ist mit besonderem Futter möglich. Stellen Sie die Ernährung auf kaltgepresstes Trockenfutter um, dann sollten die Flatulenzen deutlich nachlassen."

Wann du zum Tierarzt gehen solltest

Dass dein Hund auch mal kräftig riechen kann, ist also völlig normal. Achten solltest du auf extreme Veränderungen, die tagelang andauern. Geh dem Geruch nach: Milben können das Ohr bevölkern und Entzündungen auslösen. Auch an Pfoten und der Haut können Bakterien oder Pilze für Störungen und Gerüche sorgen. Eine Entzündung des Analbeutels musst du umgehend behandeln lassen. "Allgemein gilt, alles was eitrig, faulig oder säuerlich riecht und für Ihren Hund ungewöhnlich ist, sollte ein Anlass zur Beobachtung sein", rät unser Tierarzt Dr. Lindner.

Und wenn es bei dir nach Hund riecht?

Bakterien, Pilze, Milben und Co. fühlen sich nicht nur auf deinem Hund sondern auch in seiner Umgebung wohl. Abgestorbene Hautschuppen, ausgefallenes Fell in der kuscheligen Hundedecke sind für sie tolle Nahrung und Zuhause gleichzeitig. Achte deshalb am Schlaf- und Futterplatz unbedingt auf Sauberkeit. Leicht waschbare Hundedecken, Korbeinleger und Matten für den Transportkorb sind hier wichtig. Wichtig: Manche Hunde können Duftstoffe im Waschmittel überhaupt nicht leiden. Ein Waschmittel für Allergiker kann da weiter helfen. Flüssigwaschmittel töten Bakterien und Keime nicht unter 60° Celsius. Beim Pulver kannst du auf die immer darin enthaltene Bleiche zählen, die schafft das schon bei 30 Grad. Ein sauber gebürstetes und gepflegtes Fell hilft ebenfalls, Geruch zu vermeiden. Und es gibt ja kaum einen Hund, der sich nicht gerne bürsten lässt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. Mai 2021 | 10:45 Uhr

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