Kübelpflanzen gut geschützt überwintern

Sobald der erste Frost droht, wird es Zeit, die Zierpflanzen in ihren Kübeln winterfest zu machen. Die wenigsten von ihnen würden den Winter im Freien überleben, deshalb ist es wichtig, ihnen ein geeignetes Quartier für die kalte Jahreszeit zu bieten. Mit Winterschlaf hat das jedoch nichts zu tun – auch in der Kälte müssen die Pflanzen regelmäßig gepflegt werden.

Wann sollen die Zierpflanzen ins Winterquartier gebracht werden?

So früh wie nötig, so spät wie möglich sollten die Kübelpflanzen herein geholt werden. Erst kurz bevor das Thermometer sich der Null-Grad-Grenze nähert, ist der beste Zeitpunkt gekommen. Dadurch können die Pflanzen noch so lange, wie es nur geht, das direkte Sonnenlicht im Freien tanken. Einige Zierpflanzen dürfen sogar über den Winter draußen bleiben, sagt Gärtnerin und „MDR Garten“-Expertin Brigitte Goss:

Manche Pflanzen vertragen bis zu minus fünf Grad, zum Beispiel der Oleander, der Echte Lorbeer oder der Rosmarin. Olivenbäume sind etwas frostempfindlich an der Wurzel, aber wenn man die eingepackt, können auch die bei moderatem Frost draußen stehen.

Verschiedene Kübelpflanzen: Lorbeerstrauch, Orleander und Olivenstrauch
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Damit die frostunempfindlicheren Pflanzen gut geschützt im Freien über den Winter kommen, empfehlen sich eine Styroporplatte als Unterlage, Jute oder Noppenfolie zum Umwickeln des Topfs und etwas Reisig oder Laub als Abdeckung der Erde. Wichtig ist, dass Gieß- oder Regenwasser gut ablaufen können, damit sich die Nässe im Topf nicht staut.

Welche Bedingungen brauchen Pflanzen zum Überwintern?

Für die meisten Kübelpflanzen gilt: Frostfrei, kühl und möglichst hell sollten sie überwintern. Der klassische Wintergarten ist deshalb ein idealer Ort. Aber auch ein kühles Treppenhaus, ein heller Kellerraum oder auch die Garage können sich als Winterquartier eignen.

Als Faustregel gilt: Je kühler, desto dunkler kann es sein, und je wärmer, umso heller muss es sein. Die Pflanze ist wie ein wechselwarmes Tier, die fährt den Organismus runter, wenn es kalt wird und braucht Licht für ihren Stoffwechsel, wenn es warm ist.

Brigitte Goss

Immergrüne Arten, wie zum Beispiel Zitruspflanzen, Oleander oder Lorbeer, benötigen unbedingt Licht, um über den Winter zu kommen. Wichtig ist deshalb, dass die Fenster im Winterquartier gut geputzt sind und regelmäßig von Kondenswasser befreit werden, um so viel Licht wie möglich durchzulassen. Bei zu wenig Licht setzt die so genannte „Vergeilung“ ein: Die Pflanze entwickelt lange, dünne Triebe mit kleinen Blättern. Liegt die Temperatur im Winterquartier unter zehn Grad, kommt die Pflanze auch mit weniger Licht aus. Laub abwerfende Arten wie Fuchsie oder Engelstrompete können sogar in völliger Dunkelheit stehen, wenn es im Raum kalt genug ist.

Wie müssen die Kübelpflanzen im Winter gepflegt werden?

Illustration einer Gießkanne und einer Pflanze
Bildrechte: Colourbox.de

Egal, wo die Kübelpflanze den Winter verbringt, sie benötigt etwas Wasser, um nicht zu vertrocknen. Der Wurzelballen darf nie komplett austrocknen. Zu viel Wasser ist jedoch ebenfalls schädlich, denn es kann dazu führen, dass die Blätter braun oder abgeworfen werden. Deshalb reicht es, die Pflanze zu gießen, sobald sich die Erde trocken anfühlt.

Bevor die Kübelpflanzen ins Winterquartier kommen, sollten sie unbedingt auf Schädlinge untersucht werden, damit nicht alle anderen Pflanzen auch befallen werden. Sind Läuse, Milben oder andere Tiere zu Gange, empfiehlt es sich, die Pflanze so lange in Quarantäne zu stellen, bis sie schädlingsfrei ist. Die Winterzeit ist für die meisten Pflanzen die perfekte Saison, um sie umzutopfen oder zurückzuschneiden, damit sie im nächsten Frühjahr wieder umso kräftiger austreiben.

Was kann ich tun, wenn ich zu Hause keinen guten Platz für meine Pflanze finde?

Viele große Gärtnereien oder Gartencenter bieten einen Überwinterungsservice an. Je nach Vereinbarung und Budget umfasst der Service die Abholung der Pflanzen, das Umtopfen, Schneiden und natürlich das Überwintern zu idealen klimatischen Bedingungen. Die Kosten für diesen Service variieren sehr stark je nach Anbieter.

Wann können die Pflanzen wieder zurück ins Freie?

Gartenexpertin Brigitte Goss empfiehlt, die Kübelpflanzen nicht gleich nach den ersten frostfreien Nächten wieder ins Freie zu stellen:

Viele Pflanzen bilden im Winter neuen Triebe, die ganz besonders weich und empfindlich sind. Da kann zu frühes Rausstellen im Frühjahr gefährlich werden, weil die bei zu niedrigen Temperaturen kaputtgehen.

Außerdem sollte am Tag der Umsiedlung die Sonne nicht zu kräftig scheinen:

Die Frühlingssonne ist sehr aggressiv und kann die Blätter der Kübelpflanzen verbrennen. Deshalb: Lieber an einem eher bedeckten Tag wieder rausstellen oder erst einmal nicht in die pralle Sonne.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. Oktober 2018 | 10:45 Uhr

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