Melonen: Alles über die gesunden Frischespender

Melonenstücke zum Verzehr angerichtet, im Hintergrund Sellerie Wassermelone in Stücken 1 min
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MDR JUMP Mo 29.07.2019 02:10Uhr 01:01 min

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Biologisch betrachtet sind Melonen gar kein Obst. Sie gehören wie Gurken oder Zucchini zu den Kürbisgewächsen und gelten deshalb eigentlich als Gemüse. Mehr als 600 Sorten gibt es insgesamt, unterteilt in die zwei Hauptsorten Wassermelonen und Zuckermelonen. Zu letzteren gehören zum Beispiel die Honigmelonen, Netzmelonen und Cantaloupe-Melonen. Die meisten Melonen, die wir im Supermarkt kaufen können, kommen vor allem in den Sommermonaten aus dem Mittelmeerraum. Auch im Winter muss man nicht auf Melonen verzichten, dann gibt es vor allem Zuckermelonen aus Südamerika zu kaufen. Im Garten ist der Anbau von Melonen auch möglich. Allerdings müssen sie sehr viel gegossen werden und gedeihen am besten im Gewächshaus.

Wenige Kalorien, viel Wasser

Frische Honig- und Wassermelonen auf einem Marktstand,
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Weil Melonen so süß schmecken, beschleicht viele das schlechte Gewissen, wenn sie zu viel davon essen – vielleicht könnte der enthaltene Fruchtzucker ja dick machen. Vor allem bei Wassermelonen ist diese Angst jedoch völlig unbegründet: Auf 100 Gramm enthalten sie gerade mal 30 bis 40 Kilokalorien. Im Vergleich dazu haben Bananen haben fast drei Mal so viel. Bei Wassermelonen sorgt vor allem der hohe Wasseranteil von rund 95 Prozent dafür, dass sie so wenige Kalorien hat. Der ist bei Zuckermelonen etwas niedriger, weshalb hier der Zuckergehalt höher ist. Sie hat deshalb, je nach Sorte, zwischen 50 und 60 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Gesunde Inhaltsstoffe

Die kalorienarmen Durstlöscher haben noch mehr auf Lager. Alle Melonenarten enthalten Vitamin C, Magnesium und Kalium. Das ist zwar nicht so viel wie bei anderen Obst- und Gemüsesorten, aber dennoch trägt jedes Stückchen Melone dazu bei, den Körper mit den wichtigen Stoffen zu versorgen. Bemerkenswert ist der Gehalt an Vitamin A, welches Sehkraft und Haut stärkt. Daneben wirkt Lycopin – der Stoff, der für die rote Farbe in der Wassermelone sorgt – als Antioxidans entzündungshemmend und stärkt die Knochen.

Natürliches Viagra?

Ein junges Paar genießt am Küchentisch sitzend  Wassermelone.
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Vor einigen Jahren sorgte eine US-Studie für Furore, die besagte, dass der in Wassermelonen enthaltene Stoff L-Citrullin wie ein natürliches Potenzmittel wirken könne. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Genuss der Frucht die Manneskraft stärkt, ist jedoch sehr gering: Zum einen muss für die gewünschte Wirkung so viel von der wasserhaltigen Melone gegessen werden, dass der Gang zur Toilette jeder weiteren Aktivität im Wege stünde. Zum anderen ist der Gehalt von Citrullin in der Melonenschale am höchsten.

Kerngesund

Sinnvoller für die Gesundheit wäre es, statt der Schale die Kerne der Wassermelone mitzuessen. Sie enthalten viele Vitamine, Mineralien, Fett und Eiweiße. Idealerweise sollten die Kerne gekaut werden, damit diese Stoffe auch vom Körper aufgenommen werden können. Wer das nicht möchte, kann die schwarzen Körnchen auch aus der Melone heraussuchen und sie wie Kürbiskerne trocknen, rösten und salzen, um einen leckeren und gesunden Snack zu erhalten.

Reifeprüfung

Reife Wassermelonen auf einem Feld
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Viele Melonen werden unreif geerntet und reifen nur bedingt nach. Äußerlich gibt es nur wenige Anhaltspunkte, um eine reife, süße Melone zu erkennen. Bei Wassermelonen sollte die Schale möglichst dunkel und gleichmäßig aussehen. Ein gelber Fleck darauf ist keineswegs ein Makel, sondern eher ein Zeichen von Reife. An dieser Stelle lag die Melone auf dem Boden und hat keine Sonne abbekommen.

Ansonsten sprechen zwei Indizien dafür, dass die Melone voller Wasser und daher schön reif ist: Vergleicht man das Gewicht von zwei etwa gleich großen Wassermelonen, ist die schwerere die bessere. Außerdem ertönt beim Klopfen an die Melonenschale einer reifen Frucht ein satter, dunkler, weicher Ton. Hört es sich dagegen metallisch, hohl und hoch an, ist die Melone nicht ganz reif.

Bei Zuckermelonen hilft außerdem die Nase. Eine reife Melone verströmt einen angenehmen, süßen Duft. Ist sie überreif, riecht sie vergoren. Die Reife lässt sich auch an der Schale prüfen. Gibt sie beim Druck mit dem Daumen am Stielende leicht nach, ist die Frucht bereit für den Genuss.  

Lieber nicht im Kühlschrank

Melonensalat in einer Schüssel mit einem Gesicht aus Schale und Zitronenscheiben.
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Eine frisch gekaufte Melone hält bei kühler, dunkler Lagerung ein bis zwei Wochen. Einmal aufgeschnitten, sollte sie jedoch binnen weniger Tage verzehrt werden, bevor sie verdirbt oder mehlig wird. Die Schnittstelle kann mit Frischhaltefolie oder Bienenwachstüchern abgedeckt werden. Die Lagerung im Kühlschrank macht den kühlen Sommergenuss zwar besonders verlockend, ist für das Aroma jedoch schädlich. Die Frischespender verlieren im Kühlschrank schnell ihren Geschmack und nehmen gern das Aroma anderer Lebensmittel an. Das gilt auch beim Schneiden: Bretter und Messer sollten besonders gut abgewaschen sein, damit die Melone am Ende nicht nach Knoblauch oder Zwiebeln schmeckt. Wer das süße Aroma noch ein bisschen intensiver haben möchte, sollte die Melonenstückchen mit einer Prise Salz bestreuen. Das mag absurd klingen, aber Salz lässt Süßes noch süßer schmecken, wenn es wohl dosiert eingesetzt wird.

Der richtige Schnitt

Frau beim Aufschneiden einer Wassermelone.
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Wie bekommt man den riesigen Ball in mundgerechte Stücke, ohne in der Küche ein Massaker anzurichten? Ein langes, scharfes Messer ist als Werkzeug unerlässlich. Am besten geht es, wenn die Melone zunächst halbiert wird. Damit sie nicht wegrutscht, empfiehlt es sich, zunächst an einer Seite eine kleine Scheibe der Schale wegzuschneiden. Dann kann man sie an dieser geraden Stelle aufrichten. Die beiden Hälften werden noch einmal halbiert oder, wenn die Melone sehr groß ist, gedrittelt. Aus diesen Stücken werden daumendicke Scheiben abgeschnitten, die aussehen wie Dreiecke. Von ihnen wird die Schale am Ende in einem Bogen abgeschnitten.

Eine andere Taktik ist es, nach dem Halbieren die Melone direkt in Scheiben zu schneiden, anschließend alles um 90 Grad zu drehen, um dann noch einmal alles in Scheiben zu schneiden. Die Melonenhälfte wird dadurch auf der Schale in kleine Quadrate geschnitten. Zieht man eines der Quadrate heraus, hat man handliche Melonenstücke, die man bis zur Schale gut abessen kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 29. Juli 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2019, 02:10 Uhr