So wird das Gespräch mit dem Chef ein Erfolg

06.12.2019 | 02:10 Uhr

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MDR JUMP Fr 06.12.2019 02:10Uhr 01:14 min

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Mitarbeitergespräche sind zwar nicht gesetzlich vorgeschriebene Pflicht-Termine für Unternehmen, allerdings nutzen viele Vorgesetzte diese Möglichkeit, mit ihren Angestellten dieses berufliche Vier-Augen-Gespräch zu führen. Es gehört zur Führungskultur vieler Firmen dazu. Es soll ein Austausch über die Aufgaben, die Zufriedenheit und die Perspektive sein und Möglichkeiten bieten, Fragen, Anliegen und Probleme auf beruflicher Ebene zu bereden.

Worum geht's im Mitarbeitergespräch?

Anders als kurze, spontane Besprechungen sollten Mitarbeitergespräche konkrete Inhalte, Themen und Zielsetzungen haben. So könnte es zum Beispiel darum gehen, das zurückliegende Arbeitsjahr zu analysieren oder neue Aufgaben festzulegen und zu besprechen. Beide Seiten sollten die bisherigen Aufgaben, Zielstellungen, Erfolge und Misserfolge analysieren und Feedback zur Zusammenarbeit geben. Außerdem kann besprochen werden, was sich darauf aufbauend verändern soll und welche neuen Ziele gesteckt werden können. Berufliche Perspektiven und Entwicklungswünsche sollten ebenfalls Raum finden. Gehaltsverhandlungen sind im Normalfall nicht Teil des Mitarbeitergesprächs. Allerdings kann sich daraus die Notwendigkeit eines weiteren Termins ergeben, in dem dann über Geld gesprochen wird.

Die wichtigsten Punkte des Mitarbeitergesprächs, besonders die gemeinsam erarbeiteten Ziele und Abmachungen für die nächsten Monate, werden am Ende zusammengefasst und idealerweise auch verschriftlicht. Mitgeschnitten werden darf das Gespräch übrigens aus Gründen des Persönlichkeitsrechts nicht.

Wie kann ich mich auf das Gespräch vorbereiten?

Damit das Gespräch eben nicht der notwendige, lästige Termin zum Abhaken wird, sollten sich Angestellte auf das Gespräch vorbereiten. Notizen helfen dabei, die Gedanken zu strukturieren. Bereits im Voraus sollte klar sein, was das Gespräch für einen selbst bringen soll: Welche Ziele innerhalb des Bereichs oder der Firma möchte ich kurz- oder langfristig erreichen? Wer vorher schon weiß, wo er hin will und wie er den Weg dahin gehen könnte, wird es leichter haben, seine Führungskraft davon zu überzeugen und die Weiterentwicklung zu unterstützen. Dennoch ist es wichtig, sich auch auf mögliche Kritik vorzubereiten und zu überlegen, welche Punkte an der eigenen Arbeit verbesserungsfähig sind. Eigene Ideen, wie es in Zukunft besser gelingen könnte, sollten mit ins Gespräch einfließen.

Wie komme ich im Gespräch gut rüber?

Eine Frau und ein Mann bei einem Beratungsgespräch
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Motzen, rechtfertigen, über andere Kollegen lästern – das alles sollte in einem Gespräch auf Augenhöhe keinen Platz finden. Wer im Mitarbeitergespräch punkten will, sollte sachlich, authentisch und gelassen auftreten, auch, wenn es bei einigen Themen vielleicht schwer fällt. Umso wichtiger ist die Vorbereitung auf das Gespräch, sie hilft nämlich auch, sich mental auf kritische Punkte einzulassen. Konstruktive Kritik sollte daher auch erst einmal positiv aufgenommen und mit Verbesserungsvorschlägen, Weiterbildungsideen oder plausiblen Erklärungen der Sachverhalte beantwortet werden. Im Gespräch sollte auch Platz sein für Feedback und die eigene Sicht auf die Arbeit, das Unternehmen und die Führungskultur, allerdings immer auf sachlicher, loyaler Ebene und mit konkreten Beispielen.

Darf ich das Gespräch verweigern?

Es ist nicht festgelegt, wie oft ein Mitarbeitergespräch stattfinden sollte. Das kann der oder die direkte Vorgesetzte selbst festlegen und auch die Angestellten dürfen um ein Gespräch unter vier Augen bitten. In manchen Firmen findet es halbjährlich statt, in den meisten wohl einmal im Jahr. Es gehört zu den arbeitsvertraglichen Pflichten, an den Gesprächen teilzunehmen und Auskunft über alle Fragen zu geben, die den eigenen Arbeitsbereich betreffen – die Einladung zum Mitarbeitergespräch darf also nicht abgelehnt werden. In der Regel findet das Gespräch nur zu zweit statt. In bestimmten Fällen darf ein Betriebsratsmitglied hinzugezogen werden, etwa, wenn Beschwerden über die eigene Arbeit diskutiert werden oder sich Arbeitsabläufe gravierend ändern sollen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. Dezember 2019 | 10:45 Uhr

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