Orchideen richtig pflegen

23.01.2020 | 02:10 Uhr

weiße Blüten mit lila Flecken in der Nahaufnahme 1 min
Bildrechte: Teresa Herlitzius

MDR JUMP Do 23.01.2020 10:45Uhr 01:17 min

Audio herunterladen [MP3 | 1,2 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2,4 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/orchideen-richtig-pflegen-102.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Phalaenopsis-Hybriden

Phalaenopsen, zu Deutsch Schmetterlings- oder auch Nachtfalterorchideen, begegnet man beinahe in jedem Supermarkt oder Gartencenter. Bei diesen so genannten Hybridzüchtungen werden die guten Eigenschaften verschiedener Orchideen in einer neuen Sorte vereinigt. Bei den Phalaenopsen sind das die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und ihre Genügsamkeit. Diese Züchtungen machen die Handhabung der "Supermarktorchideen" so einfach und bescheren trotzdem schöne Blüten und Farben.  

Qualität erkennen

Phalaenopsis-Orchideen sind schon für unter 10 Euro zu kaufen. Man kann aber gut und gerne auch deutlich mehr dafür zahlen. Die Unterschiede liegen neben der Pflanzenqualität vor allem in der Größe der Pflanze und Anzahl der Blütenstiele. Damit man lange Freude hat, sollte man beim Kauf besonders im Discounter oder Supermarkt auf gesunde Pflanzen achten. Sind die Wurzeln hell- bis dunkelgrün und die Blätter grün und fest, dann ist die Pflanze gesund. Übrigens: Je mehr Wurzeln eine Phalaenopsis hat, desto besser. Denn damit kann sie mehr Nahrung aufnehmen und besser gedeihen. Hat sie nur wenige Wurzeln, erschwert das das Wachstum. Pflanzen mit weißen oder gelblich-braunen Wurzeln oder braunen Stellen und Löchern an den Blättern sollte man lieber stehenlassen.

Der ideale Standort

Die meisten bei uns käuflichen Orchideen lieben es warm und mäßig hell. Am Ost- oder Westfenster fühlen sich die Blumen am wohlsten. Zu starke Sonneneinstrahlung kann im Sommer zu Sonnenbrand auf den Blättern führen. Weniger als 18 Grad Celsius sollten nicht oder nur für kurze Zeit im Zimmer herrschen. Das Schlafzimmer ist also nicht der ideale Ort für die üblichen Orchideen. Nur bei blühfaulen Pflanzen kann vorübergehend ein kühlerer Standort sinnvoll sein. Ein Umstellen der Orchideen im Sommer beziehungsweise im Winter macht den Pflanzen normalerweise nichts aus. Vor Zugluft sollten die Pflanzen auf jeden Fall geschützt werden.

Gießen

Grafik mit Gieß-Faktoren
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

An den Wurzeln der Orchideen ist meist zu erkennen, ob die Pflanze Wasser braucht. Helle silbrige Wurzeln verlangen nach Wasser, grüne Wurzeln benötigen keins mehr. Auch runzlig werdende Blätter können ein Zeichen dafür sein, dass Wasser fehlt. Abgestandenes Wasser, das so warm ist wie der Raum, in dem die Pflanze steht, eignet sich zum Gießen am besten. Kalkhaltiges Wasser mögen Orchideen nicht. Die gängigen Phalaenopsen wurzeln ursprünglich nicht in der Erde, sondern wachsen auf Bäumen und beziehen die meisten Feuchtigkeit und Nährstoffe aus der Luft. Deshalb mögen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber keine Staunässe. Die Pflanzen sollten daher sparsam gegossen oder besprüht werden. Alternativ kann man die Töpfe auch kurz wässern und dann abtropfen lassen. Staunässe führt dazu, dass die Wurzeln faulen und verkümmern. So bekommt die Pflanze kein Wasser mehr und verdurstet fatalerweise durch zu viel Nässe. 

Düngen

Auch beim Düngen sollte man sehr sparsam vorgehen. Spezieller Orchideendünger ist immer nach Anleitung zu verwenden. Sollte man nur normalen Blumendünger zur Hand haben, dann reduziert beziehungsweise verdünnt man die vorgeschriebene Menge auf ein Viertel. Gedüngt werden muss nur alle zwei bis vier Wochen.

Verschneiden

Sind die Blüten verblüht, fallen sie ab. Zurück bleibt der Blütenstiel, die Rispe, die meist nach einer Blühperiode von oben herab abtrocknet. Die Rispe sollte jedoch nicht zu früh zu viel zurückgeschnitten werden, denn das Abtrocknen der Rispe kann auf halbem Weg stoppen. An allen noch grünen Bestandteilen können sich wieder neue Seitentriebe bilden. Das kann allerdings auch einige Monate dauern. Manche Orchideen legen sogenannte Ruhephasen ein, bevor sie weiter wachsen. Deshalb sollte man Geduld beweisen und nur die wirklich vertrockneten Teile abschneiden! Zum Verschneiden sollte keine Schere genutzt werden, weil dadurch Pflanzenteile abgequetscht werden können. Stattdessen empfiehlt sich ein scharfes Blumenmesser. Das sollte man nach dem Verschneiden und zwischen unterschiedlichen Pflanzen unbedingt mit Seifenlauge abwaschen, damit keine Krankheitskeime übertragen werden.

Umtopfen

bepflanzter Orchideentopf mit Wassertank
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Nur etwa alle zwei Jahre müssen Orchideen umgetopft werden. Dabei eignen sich Töpfe mit seitlichen Löchern gut für die Belüftung der Wurzeln. Der Übertopf sollte im Durchmesser zwei bis vier Zentimeter größer als der Pflanztopf sein. In transparenten Töpfen sind die Wurzeln gut zu kontrollieren. In den Topf kommt ein möglichst luftiges Orchideensubstrat. Am besten eignet sich eine gleichteilige Mischung aus Torf, Pinienrinde und Sumpfmoos. Es kann aber auch eine Fertigmischung aus dem Gartencenter sein. Auf keinen Fall darf aber eine einfache Blumen- oder Pflanzerde verwendet werden. Darin würden die Wurzeln zu wenig Luft und schlimmstenfalls Staunässe bekommen. Da Phalaenopsen meist durchgängig, also das ganze Jahr über, blühen, muss man keine Ruhezeit vor dem Umtopfen beachten. Am besten eignet sich dennoch das Frühjahr, die Luft ist milder und nicht zu "heizungstrocken". Ein paar Tage vor dem Umtopfen kann man der Pflanze eine Düngung gönnen, quasi als Stärkung vor dem Stress.

Schädlinge bekämpfen

Woll-, Schmier- und Schildläuse sind die häufigsten Schädlinge an Orchideen. Bei einem Befall besprüht man die Pflanze mit einem Gemisch aus 20 Gramm Schmierseife (oder Spülmittel), einem Schuss Spiritus auf einen Liter Wasser und die Läuse sollten verschwinden. Es kann sein, dass die Prozedur nach ein paar Tagen wiederholt werden muss, bis alle Schädlinge bekämpft sind. Vorsicht, die Blüten sollte man nicht besprühen, denn das kann zu Flecken führen. Auch Blattglanzspray kann gegen Läuse helfen.

Wenn die Blume lange nicht blüht

Will die Orchidee nicht blühen, könnte man sie mit einem vorübergehenden Herabsetzen der Raumtemperatur auf 15 oder 16 Grad reizen. Pflanzen, die in schwierige Bedingungen geraten, kämpfen ums Überleben und die Arterhaltung. Eine blühende Blume wird befruchtet, kann Samen bilden und so die Art erhalten. Also wird auch diese Orchidee bestenfalls versuchen, wieder Blüten anzusetzen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 23. Januar 2020 | 10:45 Uhr

Noch mehr Quicktipps